Julia Wagner, Why don't Ju: Let’s talk purpose: Wie werden leise Themen laut? - LIVE-Aufnahme - Folge 18

Shownotes

In dieser Folge von Zorn & Zuversicht tauche ich, Christa Kloibhofer-Krampel, mit Julia Wagner von Why don’t Ju in ein Thema ein, das die Arbeitswelt aktuell dominiert, aber selten kritisch hinterfragt wird: den Drang nach „Purpose“ und beruflicher Selbstverwirklichung. Die aktuelle Aufnahme wurde live mit Publikum aufgenommen.

Wir reden über Purpose, also Sinn und Sinnökonomie, und warum der Wunsch, mit der eigenen Arbeit die Welt zu verbessern, oft auch eine Frage des Privilegs ist. Ausgehend von unseren eigenen beruflichen Neustarts diskutieren wir darüber, ob Purpose wichtig ist und warum. Wir blicken auf die Gefahren von „Purpose-Washing“, den unangenehmen Seiten wenn man leise Themen laut macht und die strukturellen Hürden, die Frauen in der öffentlichen Sichtbarkeit noch immer überwinden müssen.

In dieser Folge erfährst du (unter anderem):

  • Der Purpose-Hype auf dem Prüfstand: Warum berufliche Selbstverwirklichung nicht für alle zugänglich ist und wie das Konzept des „Effektiven Altruismus“ (Nutzenmaximierung statt emotionaler Spende) aus dem Silicon Valley bewertet werden kann.

  • Die gläserne Decke im Netz: Warum Frauen in digitalen, gesellschaftspolitischen Debatten massiv unterrepräsentiert sind und wie der „Prove-it-Again“-Effekt und das „Silencing“ Karrieren im echten Leben bremsen.

  • Wie leise Themen laut werden: Inspirierende Beispiele (wie der isländische Frauenstreik 1975) und konkrete Tipps, warum Beharrlichkeit, ein starkes Netzwerk und echte Überzeugung die wichtigsten Werkzeuge für Veränderung sind.

Dein Impuls für diese Woche:

Kein Impuls diesmal sondern ein Spendenaufruf.

Veränderung braucht Teilhabe – und oft beginnt diese bei der Sicherung von Grundbedürfnissen. Deshalb nutzen wir unsere Sichtbarkeit heute, um auf den Verein Frauenservice Graz aufmerksam zu machen. Der Verein bietet essenzielle Beratung und Unterstützung für Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen und Krisensituationen.

Bei der Aufzeichnung hat es eine Spendenbox für den Verein Frauenservice Graz gegeben und für alle die nicht vor Ort waren, gibt es natürlich auch zu Hause die Möglichkeit das zu tun.

Website & Infos: https://www.frauenservice.at (Hinweis: Die genauen Kontodaten für Spenden findest du direkt auf der Website des Vereins.)

Ressourcen zur Folge:

Produziert von DAS POD (https://daspod.at/).

Transkript anzeigen

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen von mir.

00:00:14: Mein Name ist Christa Klauphofer Krampel, ich bin der Host des Podcasts Zahnen und Zuversicht und wir sprechen heute über das Thema Wie werden leise Themen laut?

00:00:24: Und mit wir meine ich nicht mich alleine, sondern ich habe hier – mir gegenüber sitzt die Julia Wagner von Podcast Why Don't You.

00:00:31: Wir haben uns auch tatsächlich über diesen Podcast erst kennengelernt.

00:00:34: Stimmt nicht ganz!

00:00:35: Jetzt greife ich vor, stimmt nicht ganz?

00:00:37: Wir kennen uns schon länger, das erzähle ich später.

00:00:40: Aber über den Podcast haben wir quasi wieder irgendwie auch inhaltlich zueinander gefunden und sie beschäftigt sich in ihrem Podcast mit beruflichen Neuanfängen von Frauen, ich sag jetzt mal über vierzig.

00:00:55: Und in diesem Sinne passt es ganz wunderbar zur Frage wie werden leise Themen laut?

00:01:01: Ich freu mich sehr dass du da bist!

00:01:03: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:05: Ich freue mich sehr das ich heute hier mit dir meine ersten Live-Podcast mache weil für die Leute dies nicht wissen oder vielleicht auch nicht im Video gucken.

00:01:12: wir haben hier heute Publikum

00:01:14: Genau.

00:01:14: Und aus diesem Grund, alle die jetzt zuhören oder vielleicht auch das Video anschauen, schreckt es euch nicht wenn ihr das eine oder andere Hintergrundgeräusch hört – das könnte passieren!

00:01:25: Es ist auch insofern für uns spannend, weil Podcasterin mit Podcasterin spricht.

00:01:30: Normalerweise sind die Rollen sehr klar verteilt oder?

00:01:33: Also wenn ich ein Gast habe dann bereite ich das Gespräch vor.

00:01:36: Ich weiß worüber ich sprechen möchte und ich bin in der Regel auf die Person, die durchs Gespräch führt.

00:01:41: also das kann spannend werden.

00:01:43: heute.

00:01:43: Das

00:01:43: ist für mich auch eine neue Rolle!

00:01:44: Ich bin so schnellstens gewohnt die Fragen zu stellen aber heute wird es anders sein.

00:01:50: Genau Ich würde sagen, dann steigen wir gleich ein.

00:01:53: Ich habe es ein bisschen vorweggenommen oder ich habe gesagt, wir kennen uns über den Podcast was nicht stimmt?

00:01:58: Ja

00:01:58: du hast mich darauf gebracht dass wir uns von früher kennen!

00:02:01: Genau für alle die uns nicht kennen Wir waren beide einmal sehr beruflich eigentlich im Mode- und Trendbereich tätig.

00:02:13: Ja, im Lifestyle-Bereich.

00:02:14: Bei mir war es vorallgemein vielleicht auch eher der Lifestyle Bereich.

00:02:18: Und ich habe – bevor ich in meiner jetzigen Tätigkeit war ganz lang für einen österreichischen Schuhhändler gearbeitet und du warst die Chefredakteurin damals von der MISS?

00:02:27: Genau!

00:02:27: Die gibt's doch nicht mehr.

00:02:28: Grüße an die Medienkrise.

00:02:30: Ich hab damit aber nichts zu tun.

00:02:32: Ich bin vor dreizehn Jahren nach Berlin ausgewandert also ich hab mit diesem Ende nichts zu tun.

00:02:36: Aber ja da habe ich ein Magazin für junge Frauen gemacht und war so mittendrin in diesen ganzen Lifestyle Themen

00:02:42: Und bei mir war es Mode, bei mir waren es Trend.

00:02:45: Bei mir war's eine ... wie ich damals meinte sehr klamoröse Welt.

00:02:50: Ich habe gedacht und man verzeiht mir meine Wortwahl.

00:02:53: Ich dachte ja wir sind der Shit!

00:02:55: Weil wir auf zwischen Berlin, Kopenhagen London durch die Welt gereist sind.

00:03:00: Im nächsten Tag war in Florenz dann bin ich wieder nach Milan zur Fashion Week zu irgendeiner Mode-Messe.

00:03:05: Und immer wirklich gedacht das ist also immer noch viel cooler gehts nicht?

00:03:09: Und weil wir heute ja auch über Purpose, also über Sinn sprechen und ich weiß dass du ja auch ganz was anderes mittlerweile machst, stelle jetzt einmal die Frage wann bist denn du drauf gekommen?

00:03:20: Dass das was du machst eigentlich für dich nicht mehr sinnerfüllend ist.

00:03:25: Ich glaube, das war jetzt nicht so, dass ich morgens aufgewacht bin und mir gedacht habe, das ist es jetzt nicht mehr.

00:03:31: Das war auch eher ein schleichender Prozess.

00:03:32: Ich hab schon angesprochen, es gibt ja auch sowas wie die Medienkrise.

00:03:36: Ich bin vor vielen Jahren nach Berlin gegangen für einen Jobangebot, hab dort noch ein Online-Magazin gemacht.

00:03:41: Das waren dann irgendwann zu Ende unter anderem wegen Mobbingen.

00:03:46: Und wenn man Jobs verlässt ... hat mir dann diesen Moment, wo man sich denkt was mache ich jetzt.

00:03:52: Mache ich genau more of the same oder mache ich etwas anderes?

00:03:55: Was Neues?

00:03:56: und das hat sich auch nicht sofort entwickelt sondern so nach und nach und ich glaube war es auch ganz eine große Rolle gespielt hat, war dieses Purpose-Thema.

00:04:05: Das ist ja so in den Zwei-Tausendzehnern eher richtig groß geworden also mit denn wie die Millennials in einen Arbeitsmarkt gekommen sind und diese ganzen Startups gegründet wurden gerade Berlin da war ich wirklich im Hotspot von diesen Startup Gründungen und plötzlich hat jeder nach einem Purpose gesucht.

00:04:20: und irgendwann habe ich mir auch gedacht wo ist mein Purpose?

00:04:22: Ist es der Lifestyle?

00:04:24: Und dann hat sich das tatsächlich auch so ergeben dass ich dann angefangen für ein Start up zu arbeiten die auch einen Purpose hatten.

00:04:30: So war das eigentlich, dass sich das so langsam entwickelt hat.

00:04:33: Irgendwann war halt dieser... Man muss auch mittlerweile sagen ein bisschen Trend-Purpose da weil ich sehe das Thema ja heute auch ein bisschen kritischer.

00:04:42: aber lustigerweise ich wollte dir auch diese Frage stellen, weil ich stelle hier in meinem Podcast jeder Frau die als erste Frage was kannst du heute beruflich besser sind an den Dreißigern?

00:04:52: und bei dir hätte ich aber gefragt Was war der Moment wo du auch gesagt hast Ich brauch jetzt den Purpose in meinem Leben?

00:05:00: Ja, also da bediene ich ein ganz klassisches Kitschee.

00:05:03: Also das ist wirklich wie ein Lehrbuch!

00:05:05: Ich bin einfach Mutter geworden und wie so oft wenn man Kinder bekommt stellt man sich die Frage, kann nicht erstens das was ich bis dahin gemacht habe überhaupt noch so machen?

00:05:17: Geht es zeitlich aus?

00:05:18: Schaffe ich das mit den Ressourcen?

00:05:20: Und ich behaupte ja, geht's vielen Frauen so?

00:05:24: Man überlegt sich dann das erste Mal auch so ein bisschen was ich hier beruflich tue, wo ich meine Zeit verbringe.

00:05:31: Wo ja einfach auch Führersussen einbringen und das habe ich auch gemacht.

00:05:34: Also ich hab wahnsinnig viel gearbeitet.

00:05:36: Was hatten das mit meinem Kind zu tun?

00:05:38: Und was tut das für mein Kind?

00:05:41: Das war tatsächlich für mich der Grund, dass ich es erst einmal überlegt habe so etwas würden eigentlich machen.

00:05:46: Also ist es das, was ich bis jetzt gemerkt habe, ist das, das was irgendein Wert für irgendjemanden hat.

00:05:54: Es sind aber andere Dinge dann auch noch dazukommen.

00:05:57: Also das passiert, du hast ja schon gesagt es passiert nicht über Nacht man wird nicht wach und jetzt habe ich auch meinen Purpose gefunden und jetzt weiß ich auch was ich anders machen möchte.

00:06:07: Es sind schon ein paar andere Dinge dazu gekommen.

00:06:09: Das war im Unternehmen dann nicht mehr so leicht.

00:06:12: in der Abteilung hat sich sehr viel verändert.

00:06:14: also da hat es ein paar Dinge gegeben.

00:06:16: aber tatsächlich war dieses Ich bin plötzlich Mutter Nachfolgende Generation hat einfach bei mir ganz viel gemacht.

00:06:25: Und wie lange hat das dann gedauert, von Mutter werden zum... Ich suche jetzt wirklich aktiv einen Job mit mehr Purpose?

00:06:32: Naja der Job den ich mache in Wirklichkeit ist mal ja ein bisschen zugeflogen

00:06:36: Das sind die

00:06:36: besten und es war ja nicht vom Anfang Purpose getrieben Sondern das hat sich ergeben.

00:06:43: Ich habe damals dort anfangen können, wenn wir bei Purpose bleiben unser Sinn, unser Ziel und unser Unternehmensinhalt.

00:06:50: damals war ja... Und da schließt sie ein bisschen der Kreis wahr?

00:06:53: Wir haben Start-ups gesucht, wir wollten in Start-Ups investieren und es war auch eine sehr aufregende Welt.

00:07:00: Da war von Purpose was dabei mir noch nicht für.

00:07:02: Und ich hab auch nett getroffen.

00:07:03: Wann war das

00:07:03: so ticker?

00:07:04: War das so, wie schon Purpose trennt wurde?

00:07:06: Ja, so neunzehn Jahre ist das jetzt aus!

00:07:08: Ich bin ja in Wirklichkeit superleuer wenn ich einmal in einem Unternehmen bin, also ich bin ja auch anders als du.

00:07:13: Ich wechsle Abteilungen aber grundsätzlich, deshalb bin ich wahrscheinlich schon sehr lang verheiratet und bleibe mal bei meinen Entscheidungen!

00:07:27: Aber am Anfang war damit Purpose... eigentlich nicht so viel, sondern das hat gut passt.

00:07:32: Das hat gut passed neben meiner Rolle als Mutter.

00:07:34: ich habe auch nicht Vollzeit gearbeitet und der Purpose ist tatsächlich dann gekommen und er ist gekommen wie wir damals entschieden haben okay was wollen wir tun?

00:07:42: Wir investieren in Startups, das ist es einfach nicht!

00:07:45: Und wir sind, haben uns dann entschieden ok wir sind eine Innovationshapfer Nachhaltigkeit.

00:07:50: und das war der Punkt wo für mich ganz definitiv den Pörpers gefunden habe in diesen Unternehmen, aber ich hab den gar nicht bewusst gesucht.

00:07:59: Sondern ich wäre wahrscheinlich nicht mehr dort wenn das nicht passiert wär, weil das wär mir dann irgendwann... Also ich weiß es gibt sehr viele Menschen wie so eine Innovationsabteilung für diese Innovationen der Pörper.

00:08:11: Für mich nicht!

00:08:13: Für mich ist es diese Nachhaltigkeit in allen Aspekten.

00:08:16: Sowohl ökologisch, aber ganz wichtiger gesellschaftlich.

00:08:19: was tun wir sozial?

00:08:21: Für mich sonst geht's um Dinge wie gehen wir in der Gesellschaft miteinander und wie gehen die mit der Demokratie um?

00:08:27: Wie werden leise Themen laut?

00:08:30: Und so bin ich zu meinem Pörperskommen.

00:08:33: Und siehst du das heute noch genauso weil ich stehe an diesem ganzen Pörpersthema mittlerweile recht kritisch gegenüber auch aus eigener Erfahrung.

00:08:41: Bei mir war es so, dass zum Beispiel ein Start-up für das ich gearbeitet habe.

00:08:44: Das wirklich auch sich für Pflegekräfte eingesetzt hat während dem Höhepunkt von Corona.

00:08:49: Mega Purpose könnte man sagen!

00:08:52: Aber am Ende des Tages will ich es jetzt nicht mega lang ausführen.

00:08:56: aber Purpose zahlt nicht meine Miete und Purpose sagt dann nicht dafür, dass es kein toxisches Arbeitsklima gibt.

00:09:04: Purpose sorgt nicht dafür ,dass die Mitarbeiter gut behandelt werden.

00:09:07: Ich weiß, dass auch einige Leute da gegangen sind und auch nicht auf die schöne Art.

00:09:14: Und wie ich damals ein Angebot einem anderen Unternehmen hatte, wurde mir das sehr übel genommen auf einer persönlichen Ebene.

00:09:22: dabei weiß wirklich jeder Gründer dass man für ein gutes Angebot von seinem Traumunternehmen natürlich wechselt Und ich muss sagen, dass Purpose auch so ein bisschen inflationär gebraucht wird.

00:09:34: Jedes Unternehmen hat jetzt einen Purpose.

00:09:37: aber ich glaube wichtig ist auch mal die Innenchau und für mich ist das natürlich möchte ich etwas mit Sinn machen.

00:09:42: es gibt einen Grund warum ich diesen Podcast gestartet habe Aber ich glaube, dass für mich viel mehr drumherum stimmen muss.

00:09:50: Also jetzt nicht nur dieser Purpose nach außen, der für viele Unternehmen eine Werbebotschaft ist und ich sehe das kritisch und auch diese ganze Bewegung.

00:09:58: Das hat ja eben angefangen mit den Millennials die so stark nach einem Purpose gesucht haben weil wirklich jede Generation hat ihr eigenes Arbeitsthema.

00:10:05: Die Boomer war Arbeitpflicht dann kamen die Gen X als bin ich noch da war Arbeit Karriere.

00:10:11: Dann kommen die Millennials.

00:10:12: die haben das erste mal so richtig nach dem Sinn gesucht.

00:10:15: Sie da, die will Sinn.

00:10:17: Die braucht eine Work-Life Balance und die braucht aber auch diese mentale Gesundheit.

00:10:23: Und ich muss sagen es gibt ja auch viele prominente Beispiele wo man sagen muss Purpose schwierig.

00:10:30: Also ich erinnere mich, ich weiß gar nicht ob das überhaupt noch ein Thema ist aber im Silikon Welle habe auch für ein Unternehmen von Internationales gearbeitet dass dort sein Headquarter hatte.

00:10:38: da gab sie diesen effektiven Autorismus und da war ja so alles ist erlaubt um viel Geld zu schäfeln weil ich verteile es dann an die Menschheit und tu was Gutes damit.

00:10:47: wo ist da jemals etwas rausgekommen?

00:10:49: also der Poster Boy dieser Bewegung sitzt mittlerweile im Gefängnis Sam Bankman Fried mittlerweile auch nicht mehr das große Thema und da hat es für mich angefangen einfach nur so mein Schlagwort zu werden.

00:11:01: Ich glaube, es ist ganz wichtig dass wir ganz kurz erklären was dieser effektiver Altruismus ist weil das ja nicht unbedingt ein sehr geläufiger Begriff ist.

00:11:09: also

00:11:10: eigentlich ich habe schon kurz gesagt na?

00:11:13: Es geht hauptsächlich darum dass die Unternehmen ihren großen Umsatz rechtfertigen damit dass sie dieses Geld damit verwenden etwas Gutes wie die Menschheit zu tun.

00:11:23: Ja, kurz gesagt.

00:11:26: Also ich habe mir das ein bisschen angeschaut und habe einen Ted Talk den kann man sich also den stelle ich in die Show Notes von einem Philosophie-Professor der erklärt hat was ist es eigentlich?

00:11:35: Und grundsätzlich wenn ich mir das anhöre effektiver Altruismus wie er sehr klärt ist das ja mit PC etwas Gutes weil natürlich

00:11:41: geht auch Ideen

00:11:43: und Methoden zu finden um für die Gesellschaft etwas besser zu machen Dort, wo es anfängt schwierig zu werden ist.

00:11:52: wie will man das machen?

00:11:53: Man will das Evidenz passiert machen.

00:11:55: Das heißt ich gebe dir jetzt, ich weiß nicht, zweihunderttausend Euro zum Beispiel und du kannst entscheiden damit was tust du da mit um die Welt und die Gesellschaft besser zu machen?

00:12:08: Und dieser effektive Altruismus sagt jetzt Ich rechne mir einfach aus Mit diesen zweihundertausend Euro habe ich den größten Hebel Klingt auch alles immer noch super.

00:12:20: Heißt aber auch, wenn mir eine Familie gerade verhungert und ich aber ausgerechnet habe dass diese zwei hunderttausend Euro... Ich weiß nicht, wieviel X Tausende Impfdosen an Malaria-Impfstoff in Südafrika zum Beispiel bedeuten würden.

00:12:38: Dann nehme ich das, weil es ist der größere Heber und da beginnt das Ganze ein bisschen zu knirschen, weil die Diskussion um Ethik und Moral anfühlt.

00:12:49: Du hast es jetzt schöner erklärt.

00:12:51: Ich hab das ja kurz zusammengefasst mit Sam Beckman Fried, weil der Posterbauen jetzt sitzt im Hefen.

00:12:58: Ja?

00:12:59: Ja!

00:13:00: Du hast gesagt du bist mittlerweile ein bisschen kritisch was Purpose also Sinn betrifft.

00:13:06: Das bin ich auch immer ein bissel kritisch wenn's um das Thema geht und habe mich in einer eigenen Podcastfolge als letztens damit so bissle beschäftigt.

00:13:14: Was gibt's denn überhaupt?

00:13:15: Weil ich glaube ja dass immer nur bis zum gewissen Grad, weil am Ende des Tages wollen wir alle unsere Miete zahlen.

00:13:23: Wir wollen Frühstück und Mittagessen abendessen also das... Und für mich der Schluss ist einfach Sinn in der Arbeit zu finden ist halt ein unglaublich privilegiertes Thema.

00:13:34: Das kann ich mir leisten wenn es mir leisten kann Also wenn ich genug Geld in der Tasche habe.

00:13:39: mir zu überlegen Kann nicht dass was sich tun mit Sinn füllen.

00:13:44: Wenn ich das nicht kann und wir in Österreich Quote von achtzehn Prozent an Armen bzw.

00:13:49: Armuts betroffenen Menschen, also ich würde jetzt einmal behaupten, die werden Sie mit Sinn weniger auseinandersetzen?

00:13:57: Würde ich dir zustimmen?

00:13:58: Ich glaube aber, dass trotzdem dieser Purpose ja oder diese Sinnerhaftigkeit prinzipiell was Gutes ist.

00:14:04: Es geht ja auch darum, dass ich meine Fähigkeiten ideal einsetze und das ich auch für mich so ein bisschen selbst wirkliche.

00:14:11: und dann kommt erst der Purpose, dass sich dann vielleicht mit der Für die Welt etwas Gutes tue.

00:14:18: Wir so ein bisschen falsch machen ist, dass wir das alles sehr stark auf das Arbeitsumfeld reduzieren.

00:14:24: Weil einen Purpose und eine Hinterhaftigkeit kannst du überall finden!

00:14:27: Und da hat es dann auch nicht nur etwas mit einem privilegierten Job zu tun.

00:14:30: Das muss man jetzt auch schon mal dazu sagen... Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich habe manchmal das Gefühl gerade durch diese digitale Transformation.

00:14:39: Diese ganzen neuen Jobs die dazu gekommen sind, Start-ups die dazugekommen sind... Da gibt's so viele Jobs die am Ende des Tages eigentlich Job sind, wo ich den ganzen Tag am Rechner sitz und Ex-Listen ausfülle.

00:14:52: Und ich glaube dass dadurch auch dieses Bedürfnis stärker geworden ist das sich mir und ich sage es jetzt wirklich ganz bösartig einer im Purpose da rein fantasieren muss.

00:15:01: weil für mich ist zum Beispiel total interessant wir reden nie darüber das systemrelevante Jobs.

00:15:07: Ich meine eine Krankenschwester jemand bei der Müllabfuhr ein Straßenkehrer der muss sich morgens beim Café nicht überlegen warum er das macht Der hat das Warum eigentlich schon in seiner Beschreibung.

00:15:18: Und ich glaube, das ist zu dieses... also empfinde ich so, dass es was wirklich relevantes und ich habe so das Gefühl, dass ist etwas, was auch eher durch privilegierte Tops entstanden ist.

00:15:32: Dass man sich manchmal Wie gesagt, es gibt da draußen einen Haufen Job.

00:15:35: Sie sind echt nicht so cool wie sie sich anhören.

00:15:38: Wir haben jede Menge Bullshit-Jobs... Genau!

00:15:40: Es gibt Bullshit Jobs und es gibt eben auch durch diese New Economy ein Haufen Bullshit jobs wo einfach nur den Ganzen eigentlich Listen bearbeitet werden müssen oder sonst irgendwas.

00:15:49: Und natürlich fühle ich mich besser wenn ich das Gefühl habe dass eine Firma die propagiert Ich mache das jetzt aber für dies oder jenes.

00:15:57: Und ich glaube da müssen wir ein bisschen anders denken als romantisieren arbeiten noch viel zu stark.

00:16:01: und dann sag' ich wo ich mich mit meinem Job extrem stark identifiziere.

00:16:05: Ich liebe Arbeit und habe immer viel gearbeitet, aber ich glaube, dass das falsch ist sich zu sehr alle menschlichen Bedürfnisse im Job zu

00:16:14: suchen.".

00:16:15: Das ist spannend, dass du das ja sagst weil das wollte ich dich fragen wie sehr es für dich deine Tätigkeit und deine Arbeit, was du machst?

00:16:23: Wieviel hat das mit Selbstverwirklichung zu

00:16:25: tun?".

00:16:27: Also selbstwirkig ist ja, dass ich mir etwas suche was meinen Fähigkeiten entspricht.

00:16:32: Was meinen Werten entsprix wo ich vielleicht auch was Gutes für andere tun kann.

00:16:37: das ist mir schon wichtig.

00:16:40: Aber eben dieses, ich muss jetzt nur mir eine Firma suchen.

00:16:45: Die das alles vertritt?

00:16:45: Das ist mir zum Beispiel gar nicht mehr wichtig.

00:16:48: und je älter ich werde, desto mehr erkenne ich dass du einen Purpose ganz stark in anderen Dingen finden kannst.

00:16:56: Und ich finde eben, dass wir darüber noch immer zu wenig reden.

00:16:58: Ich finde z.B.

00:16:59: total legitim!

00:17:00: Ich habe diese Person auch nicht gefunden, die im Podcast kommt und darüber spricht Weil alle wollen immer sehr karriereorientiert sein und dann hab' ich mich neu erfunden.

00:17:08: Aber ich finde es zum Beispiel total legitim, dass man in der Mitte des Lebens sagt beruflich Ich möchte weniger arbeiten oder ich will einen Job nunmehr um das Jobswillens haben.

00:17:19: Ich möchte mehr Zeit für die Familie haben und ich möchte mich auf einem anderen Gebiet vielleicht privat verwirklichen.

00:17:24: Ich finde das völlig legitim.

00:17:28: Da wollen nur viele Leute nicht so gerne darüber reden.

00:17:31: Und interessanterweise, ich kenne einen Haufen auch für meinen alten Chops so richtige High-Performer.

00:17:36: Und Christo das ist mega interessant!

00:17:38: Viele von denen haben auch Chops verloren.

00:17:41: also ich meine ein Unternehmen für das ich gearbeitet habe hat Anfang des Jahres aufgrund unter anderem wegen KI, fünfzehn Prozent der gesamten Belegschaft weltweit gekündigt.

00:17:50: Also so viel dazu dass du loyal bist bei den Chops.

00:17:52: Ich hätte gar nicht die Möglichkeit gehabt Loyal zu sein bei vielen Chops.

00:17:56: Aber jedenfalls wenn du mit diesen Hype-Performen sprichst, weißt du wie glücklich die sind?

00:18:00: Wenn die erzählen dass sie jetzt einen Job haben der einfach nur ein Job ist.

00:18:07: Das ist Wahnsinn und ich erlebe in meinem Umfeld gerade sehr viele Menschen, die so ungefähr am gleichen Alter sind.

00:18:13: So manchmal eine Vierzig oder bis so Mitte Fünfzig, die teilweise ihre Tops verloren haben durch Restrukturierung.

00:18:20: Ich meine dass du wegen deines Altes gekündigt wirst oder rausgemobbt wirst wird ja niemand offen zugeben.

00:18:25: das können ja die Untertitelisten Gründe sein.

00:18:27: aber sie haben Topps verloren Und die suchen teilweise jetzt was ganz anderes.

00:18:32: und das ist unter anderem wirklich nur, ich will einfach keinen Job machen um einen Job zu machen.

00:18:36: Und die machen den trotzdem gut!

00:18:38: Ich weiß dass eine der meist kommentierten Kommentare, die ich wiederum auf Social Media gemacht habe

00:18:43: war

00:18:44: da ging es darum die extra Meile zu gehen und immer dieses... und dann hab' ich gesagt wer hat uns eigentlich vorgeschrieben?

00:18:50: Dass wir diese extra Meilen nicht innerhalb der Arbeitszeit gehen können

00:18:55: Diese extra Meile und es sitzt heute auch die eine oder andere Person hier im Raum, die in meinem alten Unternehmen war.

00:19:05: Das war zum Beispiel was für uns war das wie ein... Also hätten wir unseren Orden aufgeklebt?

00:19:11: Ja bei mir auch.

00:19:11: Wir sind so cool und wir gehen die extra Meile, weil wir arbeiten so viel mehr Stunden als wir tatsächlich bezahlt bekommen.

00:19:18: Wir waren am sieben Abend noch erreichbar, wir sitzen am Wochenende und schreiben Mails und das war für uns wie... also wir haben uns einfach wahnsinnig gut gefühlt dabei!

00:19:28: Wir haben uns gut gefüllt dabei und haben auch wirklich glaubt so und weil wir das tun gehts dem Unternehmen besser.

00:19:36: Ich zeige, wie wahnsinnig engagiert und was für ein toller Mitarbeiter, für eine tolle Mitarbeiterin ich bin.

00:19:42: Und das ist etwas... und ich sage nicht, dass das mit irgendeiner Jen irgendwas zu tun hat oder mit einem Alter aber das ist schon etwas, was zumindest ich für mich gelernt habe.

00:19:55: Ich muss um Sie im Arm kein Mail mehr schreiben!

00:19:57: Ich mache am Sieben, am Abend

00:19:59: meine Mail sehr gerne.

00:20:01: Ja ich mach das auch sehr gerne wenn mir die Sache wichtig ist aber genauso wichtig ist mir das Leben außerhalb meiner Dienstzeit und wir haben auch im Vorgespräch kurz darüber gesprochen.

00:20:13: was ist unsere Identität?

00:20:14: Und ich weigere mich einfach auch mein Berufsleben, meine Selbstverwirklichung von mir aus in Berufsleben zu meiner Identität zu machen weil ich fest davon überzeugt bin dass das zu wenig.

00:20:27: Wenn ich diese Identität und wie du sagst, man verliert Jobs.

00:20:31: Da gab es einen Personalabbau.

00:20:33: Du konntest gar nicht loyal sein weil da ist so viel passiert.

00:20:36: Wenn diese Säule wegfällt und das meine Identität ist dann stürzt mein Haus ein

00:20:41: Genau und ich glaube, das ist immer ein ganz großer Fehler den wir machen.

00:20:44: Dass wir im Job versuchen menschliche Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Identität viel zu sehr zu stillen Und ich glaube dass es falsch ist.

00:20:52: Es gibt ja auch dieses bekannte Beispiel von dem deutschen Textilunternehmer der Wolfgang Grupp Der glaub' ich bis Achtzig in seinem Unternehmen war die Kinder noch immer nicht rangelassen hat.

00:21:02: Ich glaub dann so vor einem Jahr endlich aufgehörtet und dann und er spricht mittlerweile offen darüber einen Selbstmordversuch hinter sich weil er hat keinen Sinn mehr Leben die sehen und ich finde es total super, dass er mittlerweile das auch offen erzählt.

00:21:16: Er spricht den Medien drüber, er geht auch in Talkshows... Das ist ganz wichtig weil das ist auch erst natürlich diese Boomer Generation.

00:21:23: aber dieses meine Identität is du.

00:21:26: mein Job kann verheerend sein.

00:21:27: also ich bin auch schon mal ne?

00:21:28: Ich habe einen Job den ich unbedingt haben wollte dieses Unternehmen das auch seinen Headquarter im Silicon Valley hat.

00:21:33: Ich wollt unbedingt immer für eine von diesen Plattformen arbeiten.

00:21:36: Und dann war die Skalierung schnell rauf, wenn sie Leute bauen und schnell wieder runter.

00:21:40: Das war ein befristeter Vertrag und dieser befristete Vertrag war plötzlich zu Ende.

00:21:44: Keiner wusste warum im europäischen Team.

00:21:47: innerhalb von zwei Wochen war ich raus und ich sagte dir das ist ein Job auf den ich so lange hingearbeitet habe und wenn der wegfällt, dann isst er mal ein schwarzes Loch!

00:21:55: Ich hab heute kein Problem mehr damit darüber zu sprechen aber vor ein paar Jahren hätte da geht es einem nicht gut.

00:22:03: Ich weiß das, das eigene Erfahrung und deswegen bin ich da so kritisch.

00:22:05: Nichtsdestotrotz mache ich mit diesem Podcast etwas was ich machen will wo ich das Thema wichtig finde.

00:22:11: Ich war immer gerne Journalistin bis ich dann so abgebogen bin in diese ganzen Digitalen Strategien.

00:22:17: Und ich bin ein bisschen wieder zurückgegangen zu dem was ich gerne mach.

00:22:20: Leute fragen stellen heute mit dir reden und nicht nur ich Fragen stellen.

00:22:25: Ja deswegen ist es...ich find's ist es ein schwieriges Thema geworden.

00:22:31: Das heißt, wir können uns darauf einigen.

00:22:32: Purpose muss man immer ein bisschen kritisch betrachten.

00:22:37: Muss man auch hinterfragen was ist der Purpose?

00:22:39: Wo kommt er her?

00:22:40: Wir haben ja auch beim Titel stehen wie werden leise Themen laut?

00:22:46: Und diese leise Themen, und ich glaube das passt jetzt einfach auch super gut weil du ja eine ganz besondere Zielgruppe hast.

00:22:53: Du hast Frauen für sich plus was um das Thema beruflichen Neuanfang geht.

00:22:58: Genau!

00:22:58: Also wir nehmen jetzt an – das ist falsch aber wir wissen es ist eine leise Gruppe die hat wenig Sichtbarkeit.

00:23:09: Warum ist das so?

00:23:10: Es ist eigentlich völlig absurd, weil es eine sehr große Gruppe ist.

00:23:15: Frauen-fünfzig plus wären in der Bevölkerung immer mehr und nur das Thema ist halt unsexy wobei Neustadt ist eigentlich ein sexy Thema.

00:23:25: naja wir reden gerne darüber dass jemand sich verändert hat und was tolles geschaffen hat worüber wie nicht gerne reden ist dass da Arbeitsmarkt dich nicht mehr haben will.

00:23:32: Das ist das Thema was aber eigentlich ganz laut schreit Aber noch viel zu wenig drüber gesprochen wird, darüber diskutiert wird.

00:23:42: Und ich habe mich entschieden das System auch lauter zu machen weil es wird sich nicht mehr ausgehen Christa von unserer Alterspyramide wird es sich nicht mal ausgehen dass wir Menschen und Mein Podcast fokussiert sich auf Frauen, aber Menschen allgemein ab fünfzig die schlechtere Chance am Arbeitsmarkt haben.

00:24:01: Das kannst du dir nicht mal lange leisten, weil die Jungen sind nicht da und ich habe ein Interview gemacht mit der AMS-Chefin, mit Peter Traxler – das ist Ihnen nicht in der nächsten Folge mit dir sondern nur übernächsten Folge im August – und das sagt sie auch.

00:24:15: Der Arbeitsmarkt der Zukunft sind unter anderem die älteren Menschen, aber auch die Migranten, weil der Rest ist nicht da Und das ist ein Thema, wo ich mich jetzt eben bemühe, das lauter zu machen.

00:24:27: Aber ich glaube es wird erst schleppend lauter weil dies ist der Typ, dass eine Person vor allem eine Frau fünftig-fünfzig

00:24:35: plus

00:24:37: nicht digital ist.

00:24:39: die ist nicht mehr so vorne mit der Arbeitsmarkt wie sie deswegen nicht haben.

00:24:43: auch Unternehmen suchen noch immer vorwiegend nach den achtunddreißigjährigen Wollmilch oder wie heißt das eilige?

00:24:52: So lieber zwei Jahre und sagt, es gibt keine Fachkräfte mehr.

00:24:56: Dabei sind die da!

00:24:57: Die sind noch älter.

00:25:00: Wenn man sich die Zahlen ein bisschen anschaut... Also eben ein bisschen angeschaut wie sichtbar sind zum Beispiel Frauen?

00:25:04: Wie sichtbaar sind Frauen auf Social

00:25:07: Media?!

00:25:08: Und das ist wirklich eigentlich ziemlich arg, weil Frauen sind eine sehr große Zielgruppe.

00:25:15: Nehmen wir jetzt Instagram zum Beispiel und auch Frauen nehmen einen sehr großen Raum ein wenn es um die Themen geht.

00:25:22: Beauty, um Familie, Mutterschaft, sie nehmen einen ganz großen Raum an wenn es zu Trends und Lifestyle-Themen geht.

00:25:30: Wenn's aber um Die harten Themen geht, gesellschaftspolitische Themen.

00:25:35: Wenn es um Finanzen geht, wenn es um wirtschaftliche Themen in Summe geht, sind das – ich glaube, ich weiß jetzt die Zahlen nicht mehr auswendig, aber es sind wesentlich weniger als zwanzig Prozent aller Kommentare, Postings, Reels, alle Statements, die auf Instagram zu diesen Themen überhaupt abgeben werden.

00:25:55: Das heißt Frauen sind dort nicht sichtbar!

00:25:58: aus unterschiedlichsten Gründen.

00:26:00: Oder der Algorithmus macht sich unsichtbar?

00:26:05: Weil er diese Themen nicht mag, aber die Männer sind schon sichtbar zu diesen Themen.

00:26:10: Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass Frauen nichts zu sagen haben sondern das hat damit zu machen, dass glaube ich Frauen oftmals gar nicht sich eingeladen fühlen.

00:26:19: Sie sind oft gar nicht eingeladen über diese Dinge mitzusprechen.

00:26:23: also wir fühlen uns nicht eingladen Und was auch noch dazukommt und da hast du wahrscheinlich auch supergute, aber viel Erfahrung damit ist.

00:26:32: Sobald man sich als Frau nach vorne stellt und in die Sichtbarkeit geht dann wird es unangenehm.

00:26:41: Also Ingrid Brodnig hat ein sehr gutes Buch geschrieben.

00:26:44: sie hat Hass im Netz geschrieben und sie hat auch das neueste Buch ist Feindbildfrau wo es auch tatsächlich um die Anfeindungen geht gegen Frauen.

00:26:52: Sie hat mir sehr viele Politikerinnen im deutschsprachigen Raum gesprochen und sobald man als Frau in die Sichtbarkeit geht, da wird's wirklich grauslich.

00:27:01: Und das hat natürlich zur Folge, dass man sich überlegt wie lange man das macht?

00:27:09: Wie lang halte ich das durch?

00:27:10: Wie lange schaffe ich das und wie lange möchte ich mir das auch anhören?

00:27:13: Weil es geht ganz schnell ins Private!

00:27:15: Es geht ganz schnell in sexualisierte Themen.

00:27:19: Absolut!

00:27:19: Da gibt es auch Studien dazu von Hate-Aid, dass eben gerade Frauen zu einem großen Prozentsat auch wirklich sexuelle Gewalt erfahren.

00:27:29: oder digitalisierte sexuelle gewalt warst bei Männern überhaupt nicht da... ich glaube das ist eine verschwindend geringe Menge von drei Prozent oder so, dass Männer dafür mit konfrontiert werden.

00:27:38: Ich meine, das sind ja auch wirklich Vergewaltigungsdorungen die Frauen im Internet erhalten und Da würde ich gerne eine Frage auch an dich stellen.

00:27:46: Und zwar bei dir ist es ja gerade so, dass der Podcast sicher seit ein paar Monaten jetzt noch einen anderen Fokus gefunden hat und zwar auch du bist mehr als Person im Fokus.

00:27:59: Was sind deine Erlebnisse seitdem?

00:28:04: Zum einen war es ein bisschen ein Prozess, bis ich sagen konnte, okay tu das auch.

00:28:09: Ich stelle mich mit meinem Gesicht dahin, weil das zwar Dimensionen ist, mein Podcast wird von einem Unternehmen bezahlt.

00:28:17: Das heißt, ich spreche ja für ein Unternehmen.

00:28:20: Das ist jetzt immer ein bisschen abwägen, wo fängt meine persönliche private Meinung an.

00:28:29: Wo hört die auf?

00:28:30: Wo wird es grenzüberschreitend?

00:28:32: Also das ist einmal die eine Geschichte.

00:28:33: deshalb habe ich das sehr lange nicht haben wollen.

00:28:36: und die zweite ist natürlich mir war sehr bewusst oder mir ist es sehr wichtig auch privates und berufliches gut zu trennen.

00:28:45: also ich hab keine guten Erfahrungen gemacht.

00:28:48: stichwort Richtung Wenn man das zu sehr vermischt und ich für mich habe einfach beschlossen geben, würde es ganz gerne trennen.

00:28:57: Aber dieser Podcast so an und zu versicht hat sich so etwas entwickelt dass mir einfach wahnsinnig wichtig ist.

00:29:03: also diese Themen über die ich da sprechen darf und ich sage ganz bewusst darf weil das ist keine Selbstverständlichkeit und ihr privat könnt ja das so gar nicht stemmen das wäre ja nicht möglich.

00:29:15: dies haben wir einfach wahnsinnig wichtig.

00:29:17: Ich darf über Dinge reden, die für mich einen sehr großen Wert haben und wo ich für mich sehr viel Pörpers sehe.

00:29:24: Also wenn ihr Erfolge macht über Informationsmanipulation zum Beispiel dann ist mir dieser wahnsinnig wichtiges Thema weil wir etwas reden können was wirklich eine ganz reale Bedrohung für unser aller Wahrnehmungen ist.

00:29:37: Wenn ich eine Folge machen darf mit dem Rudi Anschober zum Beispiel wo wir über Mut sprechen etwas sehr großes für mich.

00:29:46: Eine sehr gute Folge, kann ich mir empfehlen?

00:29:48: Danke!

00:29:51: Und ich habe einfach schon gemerkt und gelernt wenn ich in die Sichtbarkeit nicht gehe dann bleibt es ein Glanzprojekt.

00:30:00: also ich muss auch in die Sichtbarkeit gehen damit das Ganze auch sichtbarer wird Und das hat zum Teil sehr gute Erfahrungen.

00:30:09: Ich kriege sehr viel gutes Feedback, aber ich krieg auch Sachen also so klassische Dinge wo man mir Kompetenz abspricht.

00:30:17: Also solche Dinge wenn ich zum Beispiel gepostet habe wir zwei machen diesen Live-Podcast heute.

00:30:24: da gibt es zahlreiche Männer die drunter schreiben so was wollen die zwar Hühner?

00:30:29: Also das ist einmal ganz klar Kompetenz abschreiben.

00:30:32: Wieso stelle ich mich dahin?

00:30:34: und was wollen die zwar überhaupt?

00:30:36: Was ich spannend finde, weil man denkt schreib einfach nichts dazu du füll dich nicht eingeladen und lass es aber das passiert.

00:30:43: Das Schlimmste was mir passiert ist und die Wert setzt also... Ich habe gelernt bei manchen Dingen sollte man eine Triggerwarnung aussprechen.

00:30:48: Das mache in dem Fall, weil das ist nichts Schönes!

00:30:52: Mir wurde auch schon geschrieben ich glaube Du wirst einfach nicht oft genug kfickt.

00:30:57: Ich finde dich nicht gut, aber das Dienst an der Gesellschaft würde ich das machen.

00:31:01: Und das macht natürlich ganz viel.

00:31:03: Also es macht ganz viel mit einer Person und keiner findet das super!

00:31:07: Und kaum gelingt es dass man sie zu hundert Prozent abgrenzt.

00:31:11: Das geht gar nicht.

00:31:12: also natürlich wenn ich sowas lese trifft mir das Natürlich.

00:31:15: wenn ich so was les überlege mir auf diesem Instagram Kanal oder auch auf YouTube.

00:31:20: das sind die zwei Kanäle wo einfach am meisten passiert kann man herausfinden wo ich lebe Kann man herausfinden... Das sind

00:31:27: wirklich Dinge, die du dir überlegst.

00:31:29: Natürlich!

00:31:30: Natürlich überlege ich mir das und so schwierig ist es dann am Ende des Tages ja nicht weil ich bin ja auch sehr transparent zu welchem Unternehmen ich höre.

00:31:39: also ich kann zumindest den Radius eingrenzen.

00:31:41: und ja natürlich überlege Ich mir solche Sachen wenn Du sowas liest dass lösen einfach wirklich viele Gefühle aus.

00:31:50: also das ist nicht so dass man sich dann denkt Ich sehe nur online.

00:31:53: Natürlich schaue, ist das vielleicht ein Bot?

00:31:56: Und wenn ich das Gefühl habe es ist ein Bot.

00:31:57: dann ja geht's mal bisschen leichter aber am Ende des Tages weiß ichs nicht.

00:32:02: Aber was ich bei dem ganzen Thema spannend finde und ich hab auch mehrere Sachen um was du alles erzählst wo ich da gerne nachhaken würde.

00:32:09: Es muss gar nicht einmal ein Thema sein wie deines oder ein politisches Thema generell sein.

00:32:15: Frauen die sich öffentlich machen, die sichtbar sind.

00:32:19: Die im Internet sind werden angefeinert.

00:32:21: Ich möchte ein Beispiel nennen, meine Schwester in den Vintage-Store.

00:32:25: Die verkauft Secondhand Designerware hauptsächlich.

00:32:28: Designer Taschen eigentlich was Gutes Kreislaufwirtschaft Dinge finden ein zweites Zuhause der totale Gegenpult zu Fast Fashion.

00:32:37: Die wird auf Social Media richtig angefeindet.

00:32:40: Die kriegt einfach Beleidigungen, die kriegt Hass.

00:32:44: und Ganz ehrlich, da kann man manchmal die Welt nicht verstehen.

00:32:47: Weil es wäre natürlich auch jetzt absurd wenn ich sage, ich würde sie eher verstehen, wenn eine vor allem politische Meinung hat.

00:32:53: aber das ist ja auch nicht okay.

00:32:55: Aber du musst ja nicht einmal ein kontroversiales Thema haben und du wirst einfach angefeindet in dem Moment wo du sichtbar bist.

00:33:04: Und ich glaube dass ist etwas Was sich viele Männer noch immer nicht vorstellen können, dass du angefangen wirst für dein Sein.

00:33:12: Dass du einfach nur sichtbar bist.

00:33:14: und ich habe eine Nichtrepräsentative Umfrage in meinem Bekanntenkreis gemacht.

00:33:19: Ich hab die Männer gefragt, die aber auch wirklich auf Social Media aktiv sind.

00:33:23: Die wussten nicht wovon ich spreche.

00:33:24: Dem gesagt was?

00:33:25: Wie?

00:33:25: nein natürlich nicht!

00:33:27: Also die fürchten sich nicht, die denken nicht darüber nach was sie posten und wie.

00:33:31: Und wie gesagt auch es braucht ja nicht mal ein politisches Thema.

00:33:34: aber was mich auch interessieren würde weil du eben vorher gesagt hast was Frau überlegt man sich das manchmal so ein bisschen und Frauen wird auf die Kompetenz abgesprochen.

00:33:43: Es gibt ja auch interessanterweise, da hat auch Barbara Blachane im neuen Buch dazu geschrieben, das hat sich ein anderes Buch zitiert,

00:33:48: d.h.,

00:33:48: The Authority Gap, dass einfach Frauen systematisch ihre Kompetenzen abgesprochen werden, dass sie als weniger kompetent oder nicht auf Gewissen sondern auf vielen Gebieten gelten.

00:33:59: Da gibt es zahlreiche Studien dazu.

00:34:03: Und was ich auch interessant finde, und das würde ich gern von dir wissen.

00:34:05: Mit welchen Glaubenssätzen bist du groß geworden?

00:34:09: Weil nämlich – und das ist mir erst unlängst eingefallen!

00:34:13: Ich bin aufgewachsen schon mit... Ah, Frau hält man sich ein bisschen im Hintergrund und einen Satz, den ich sehr oft gehört habe war ... immer schön bescheiden bleiben.

00:34:23: Das war eigentlich auch was anderes gemeint so generell, man sollte nicht potzen im Leben und so aber dieses immer schön Bescheidenbleiben das ist schon ein Glaubenssatz der sich verfangen kann und ich weiß dass es sehr vielen Frauen zu geht Und du wirst als Frau anders erzogen bewusst oder unbewusst?

00:34:42: Ich kann jetzt auch nicht für die jüngere Generation sprechen Dass Du Lernst Nicht Soviel Raum einzunehmen.

00:34:49: Du lernst dich eher anzupassen zurückzuhalten Und das macht sich dann irgendwann einmal bemerkbar.

00:34:56: Frauen sagen nicht so schnell bei einem Pendeltalk zu und überlegen, ich bin da die richtige Experte.

00:35:02: Geht mir teilweise genauer, wenn es an die Öffentlichkeit geht, überlegst du dir das?

00:35:06: Ich würde gerne von dir wissen, hast du auch so Glaubenssätze, denkst du da manchmal ... Wenn's eine Millisekunde ist drüber nach, bin ich da die Richtige oder kompetent genug?

00:35:16: Oder hast du das völlig abgewöhnen können?

00:35:20: Mein Glauben-Satz, den ich hab, Gänzlich anderer.

00:35:23: Mein Glaubenssatz, den ich erst meiner Kindheit habe ist ... vor allem meine Mutter hat immer gesagt, du bist so gescheit, dass dir wieder mal was.

00:35:31: Das hab' ich auch gehört!

00:35:33: Das hat mit mir nichts zu tun, das hat mit ihr etwas zu tun.

00:35:38: Also muss ich dazusagen, die hat mich bekommen dabei siebzehn und sie hat einfach in mir die Chance gesehen, dass aus mir was wird, etwas, das Sie nie haben können.

00:35:51: Zwar andere Zeit, andere Familienverhältnisse – da war keine Diskussion darüber.

00:35:56: Ist das eine gute Partnerschaft oder nicht?

00:35:59: Da haben meine Großeltern miteinander gesprochen und diese Ehe quasi ausverhandelt.

00:36:05: Und deshalb war es auch so wichtig für sie, dass sie mir das mitgibt.

00:36:11: Weil du gefragt hast habe ich manchmal überlege ich ob die richtige bin, die passende bin.

00:36:15: Ja, tu ich!

00:36:17: Weil und das hat viel auch mit diesem Glaubenssatz zu tun.

00:36:20: Ich kann mir sagen, dass er eigentlich... Armutsgefährdenden, gefährdeten Familien damals.

00:36:26: Also das muss man sich vorstellen meine Mutter war siebzehn also die hat keinen Job gehabt.

00:36:30: mein Vater war halt in einer Firma als Schlosser angestellt also da war kein Geld.

00:36:36: und dieses aus dir wieder mal was hat zur Folge gehabt dass ich einfach immer versucht habe aus mir etwas zu machen aber nicht wirklich in dieses da wo ich hin will um etwas aus mir zu machen.

00:36:47: da hab' ich heute nicht hinpasst.

00:36:48: Also, sehr klassisches Klassenthema eigentlich.

00:36:53: Ich war die erste, die dann studiert hat und eigentlich habe ich mich nie dort willkommen gefühlt.

00:36:59: Ich hab diese Rolle nicht ausfüllen können.

00:37:00: An der Uni

00:37:01: hast du dich nicht willkommen gefühlt?

00:37:02: Genau!

00:37:03: Ja, ich habe diese Sprache nicht verstanden.

00:37:05: Ich habe nicht verstanden.

00:37:06: wie geht man miteinander um diesen unausgesprochenen Verhaltensweisen, diese Etikette, die man auch hat wenn man in gebildeten Haushalten aufwächst?

00:37:20: Das hat sich mir nicht erschlossen und deshalb habe ich dort nicht, das war für mich nicht erfolgreich.

00:37:25: Also gar nicht!

00:37:26: Und daher kommt es, dass ich manchmal so das Gefühl hab, na ja, ich fühle mich wohl da, bin ich, gehöre ich dorthin oder gehöere ich nicht hin?

00:37:36: Was das Thema Kompetenz betrifft also... Ich bin ganz sicher in vielen Dingen nicht kompetent, wird auch von mir überhaupt niemals sagen dass ich Expertin für irgendwas bin.

00:37:49: Aber wenn ich den Raum haben will dann nehme ich ihn mehr.

00:37:52: also das habe ich in den letzten Jahren gelernt und das versuche ich eigentlich schon auch zu tun Und im Markt einfach auch nicht mehr weiß ich nicht ob es mit dem Alter zu tun hat oder Wieso das so ist?

00:38:05: Aber ich mag nicht mehr ... Ich mag nicht, das Gefühl zu haben.

00:38:10: Versteck mich jetzt aus irgendeinem Grund.

00:38:12: Wenn ich laut bin, bin ich laut!

00:38:13: Wir haben auch schon Leute gesagt in einem Lokal, die am Nebentisch gesessen sind und ich lach fühl zu laut.

00:38:18: Und dann Gott, was ist denn das für eine, die ja super anstrengend ist?

00:38:22: Dann ist es aber nicht mein Problem.

00:38:24: Wie reagierst du da drauf?

00:38:25: Gar nicht.

00:38:26: In der Regel reagiere ich gar nicht darauf.

00:38:27: Das ist nicht mein problem.

00:38:29: Also wirklich.

00:38:29: Du holst das nicht aus, dass ich laut lache, dann setz dich weg.

00:38:34: Klingt jetzt natürlich alles super easy und genau so machen wir es.

00:38:37: Und natürlich gibt es unangenehme Situationen, und natürlich möchte niemand noch irgendeinen Raum wegnehmen.

00:38:44: also da bin ich schon... Da versuche ich's.

00:38:47: wenn ihr sagt auf das achte ich sehr gelingt man sicher nicht immer aber ich versuche darauf schon zu achten.

00:38:53: Aber ich glaube ich habe einfach ganz gut was das betrifft mein Weg auch gefunden.

00:39:00: Aber ich finde es eben trotzdem noch spannend und das ist, glaube ich, woran ich so auch arbeiten möchte.

00:39:05: Ich meine, ich war ja oft beim Business-Culturen, kann das nur jedem empfehlen um sich selber einfach lauter zu machen, sich selber mehr in die Auslage zu stellen.

00:39:13: aber trotzdem diese Selbstverständlichkeit, die Männer haben, dass ihnen zugehört wird...ich schaue da immer wirklich sehr erstaunt zu!

00:39:20: Und da wird beim Panel Talk zugesagt ohne zu wissen was das Thema ist.

00:39:24: Ich habe da sicher etwas dazu zu sagen.

00:39:29: Das ist wirklich eine Beobachtung, die ich habe genug männliche Kollegen gehabt.

00:39:33: Da war es genau immer so und dieses... Ich finde das ja bewundernswert, dass ich mir denke also, ich find mich geil!

00:39:39: Und ich glaube, das muss man auch als Frau sich viel öfter sagen.

00:39:42: Es gibt aber noch was anderes wo ich gern einhacken würde weil du so viele spannende Sachen auf einmal gesagt hast und da ging so um diese Sichtbewerden nun auf Social Media, weil du auch gesagt hast Frauen.

00:39:52: der Anteil von Frauen die eher zu so Lifestyle Themen auf Social media präsent sind viel höher.

00:39:59: Unterscheidest du da krass zwischen, das ist jetzt ein Lifestyle-Thema und es hat keinen Purpose oder wie bewertest du das?

00:40:12: Ja, das ist eine schwierige Frage.

00:40:13: Weil ich glaube sehr viele Themen die einen sehr relevanten ernsten Hintergrund haben können sehr live-stilig aufgebaut sein

00:40:21: und

00:40:22: glaubt dass es auch für ein niederschwelligen Zugang einfach sehr relevant ist, dass man das tut.

00:40:27: also wenn ich das schaffe dann habe ich etwas sehr gutes begriffen nämlich dass ich andere Sprache brauche um Menschen für wirklich relevante Themen zu erreichen.

00:40:37: Also ja würde ich jetzt einmal per se sagen dass das ja schon gut ist.

00:40:42: Was ich mit so lifestyleigen Themen auch meine, also was mir wirklich überhaupt nicht interessiert ist wenn jemand den ganzen Tag spricht über Ich weiß nicht, welche Farben ziehe ich heute an?

00:40:55: Oder sind meine Haare schön.

00:40:58: Oder ich mag auch diese Pseudo-Geschichten nicht.

00:41:02: im Sinne von mir ist es völlig egal wie ich heute auf die Straße gehe weil ich als Frau fühle mich total wohl und du stehst aber halt da mit deiner Kleidergröße vierunddreißig.

00:41:11: Und

00:41:12: physisch unwohl!

00:41:13: Ja genau also das ist für me so ein bisschen Fishing for Compliments und hat für mit der Realität zu tun.

00:41:21: Und du hast ja eines deiner letzten Gespräche war mit der und bitte Hilfen bei meinem Namen aus, weil ich Wenn wir nicht sicher, wir aussprechen an die Gina.

00:41:28: Trivalous, genau!

00:41:30: Gesprochen... Also alle, die die nicht kennen, das ist eine Dame, wie alt ich sie?

00:41:34: Die ist ja... Einenundsechzig

00:41:36: mit der Neulächze.

00:41:38: Ich erzähl mal ganz kurz.

00:41:40: Die Folge des jetzt auch, die aktuelle Folge dies mit Achtundfünfzig isst die aus dem normalen Shop rausgegangen hat.

00:41:46: Marke den gemacht.

00:41:46: viele Jahre war auch eher in der Modebranche und hat dann beschlossen Sie würde gern mehr auf Instagram machen.

00:41:52: Das war so ein eigentlich eine Idee, die nicht mal ihre Familie ernst genommen hat.

00:41:57: Und sie hat dann relativ schnell gemerkt, dass sie zu diesen Postings diese Macht ihr Alter dazuschreiben möchte und das ist abgegangen wie einer Rakete.

00:42:06: Diese Frau ist jetzt einundsechzig, hat über eine Million Follower wurde von Laureal eingeladen und ist letzten Herbst an ihrem sechzigsten Geburtstag mit Promise wie Helen Mirren und Jane Fonda über den Laufstück gegangen.

00:42:21: Und die zum Beispiel wenn du ihr Wenn du dir ihren Account ansiehst, das sind diese ganzen Themen auch die du meinst.

00:42:27: Dieses Mode-Beauty-Live-Style... Ich bin selbst, ich hab noch tolle Beine!

00:42:32: Ich trage einen kurzen Rock.

00:42:33: da hat sie mir übrigens im Interview auch erzählt na wie arg dass noch immer Polarisie und ich denke mir ist es nicht wurscht.

00:42:39: also man sieht gut aus was gibt's da zum diskutieren aber da lassen sich die Menschen drüber aus das kannst du dir nicht vorstellen.

00:42:45: Aber jedenfalls Ich finde ihren Account deswegen so interessant, nicht nur weil sie ihr Alter dazuschreibt.

00:42:51: Sondern was so lifestylig daherkommt ist etwas ganz anderes.

00:42:56: und da sehe ich wieder diesen Purpose.

00:42:58: Sie macht eine Frau in diesem Alter sichtbar!

00:43:02: Und sie kämpft auf ihre Art – und das mag man lifestylig finden, weil sie wie gesagt Green Smoothies präsentiert und Mode und Beauty und Schminktipps.

00:43:13: aber sie kämpfen gegen diese Altersdiskriminierung.

00:43:16: Da muss man wirklich die Bigger Picture sehen und deswegen wollte ich es auch unbedingt in dem Podcast haben.

00:43:20: Ich weiß, was du meinst diese Lifestyle-Themen, die so ein bisschen büblübbar blar sind?

00:43:25: Ich krieg davon ja Gott sei Dank immer weniger ausgespielt.

00:43:27: Ich kriege eher so die KI Katzenvideos

00:43:31: wahrscheinlich

00:43:31: weil ich sie alle gucke.

00:43:33: aber ich glaube dass man so bei manchen Dingen schon noch dahinter schauen muss.

00:43:39: meine, dass du da recht hast.

00:43:40: Dieses Niederschwellige ich komme aus den Medien und ich weiß das Du brauchst eine catchy Headline.

00:43:45: Du brauchste eine gute Persönlichkeit.

00:43:48: Du kannst eine Geschichte immer besser zählen über den Menschen als über Zahlen-Datenfakten Und deswegen finde ich sowas zum Beispiel sehr legitim.

00:43:56: Da muss auch nicht jeder dem Purpose dahinter verstehen Sondern es einfach realisieren.

00:44:00: die Frau ist da und was sich auch so toll finde is Die hat so eine Reichweite aufgebaut dass du als Unternehmer oder als Marke sie auch nicht mehr übersehen kannst.

00:44:11: Das finde ich so spannend bei dem ganzen Ding, weil natürlich Unternehmen wollen mit Leuten Zusammenarbeit mit Influencern die eine super Reichweite haben.

00:44:20: ja sie ist einer davon.

00:44:23: Da gebe ich die Recht, was die Sichtbarkeit betrifft.

00:44:27: Warum ich sie nenne ist weil was ich einfach kritisch sehe ist wenn man sich diese Person anschaut und glatt alle einschaut schaut das an Sie ist beeindruckend es ist wirklich beeindrucken für mich nicht anschlussfähig.

00:44:42: Das ist eine klemmer Frau die mit ihren einund sechzig Jahren ausschaut als wäre sie wahrscheinlich furchteck Die eine durch ein durchtrainierten Körper hat, wo man weiß das ist eine Sache von finanziellen Ressourcen ob ich das haben kann oder nicht und deshalb ist es für mich nicht anschlussfähig.

00:45:00: Verstehe aber was der Pörpers dahinter ist?

00:45:03: Und ich finde auch die Sichtbarkeit sehr gut!

00:45:05: Bevor ich jetzt in den zwanzig jährigen die perfekt sind immer im Bild habe, habe ich lieber eine Person die älter ist um zu zeigen.

00:45:14: Das ist möglich.

00:45:16: Aber ich bin da eher bei der Christiane Rösinger.

00:45:19: Wir haben vorher schon einmal gesprochen, wer die Christiane-Rösinger kennt?

00:45:22: Anders

00:45:22: aber auch cool!

00:45:23: Genau das ist eine Berliner Linkslinke.

00:45:28: Künstlerin macht Musik hat Buch geschrieben Der Joy of Aging war mit der Stephanie Sagenagel auf Tour, das sagt wahrscheinlich mehr Menschen etwas und die nimmt das ganze Thema älter werden als Frau einfach ganz.

00:45:43: Also die setzt sich damit ganz anders auseinander.

00:45:46: Und sie hat keinen Anspruch dran und sie sagt, sie möchte sich dem auch nicht unterwerfen diesen.

00:45:51: ich muss jetzt gut ausschauen.

00:45:53: Ich muss für mein Alter gut aussehen weil das ist so ein Narrativ des Morgeneins.

00:45:57: Das darf man nicht sagen, das ist ganz

00:45:58: schwierig.

00:45:59: Und wenn ich mich entscheiden kann, ich bin lieber Christiane Rösinger und würde gern auch lieber auf der Couch legen mit einfach zehn Kilometer.

00:46:07: Und mich nicht permanent in die Ausschlage stellen und auch nicht permanent sagen müssen wie perfekt ich bin.

00:46:13: also Ich finde dass das auch ein Druck ausübt denn da fühle mir ein bisschen unangenehm

00:46:20: Ja da muss sich einhaken Komplett.

00:46:22: was du meinst, sehe ich auch so.

00:46:24: Ich glaube wir müssen akzeptieren dass beide Dinge nebeneinander akzeptiert können.

00:46:29: die eine Gruppe findet die Person super will so alt werden die andere Gruppe will so old werden und ich glaube warum mich das auch so ein bisschen gecatcht hat mit der China ist.

00:46:38: mich nervt ja, dass der Stereotyp der Frau so ab fünfzig und das ist einfach... ich habe da auch mal ein Postsignal zugemacht.

00:46:46: Also wie fünfzig oder siebenundfünfzig Jahre Frauen heute aussehen?

00:46:49: Habe ich ein Bild von Jennifer Lopez genommen?

00:46:52: natürlich die ist jetzt auch eine natürlich so eine Glamour-Frau.

00:46:56: Aber der Arbeitsmarkt und die Gesellschaft sieht uns noch immer wie so ein Golden Girl.

00:47:00: Und ich meine, so sehen die Frauen heute auch nicht mehr aus!

00:47:02: Wenn ich in meinen eigenen Bekannten und Freundeskreis schaue dann schauen die Frauen eher aus wie Jennifer Lopez also von denen.

00:47:09: sie sind fit, sie sind digital Sie sind irgendwie noch voll up to date.

00:47:13: Das sind keine Omas von gestern.

00:47:15: Die sehen auf jeden Fall nicht aus wie ein golden girl.

00:47:17: Ich glaube wir müssen akzeptieren dass beides okay ist.

00:47:20: Ich glaube dazu muss man wissen, dass ja damals für alle die sie noch kennen.

00:47:24: Die Serie Golden Girls... ...die

00:47:25: waren ja in ihren Vierzigern eigentlich!

00:47:28: Und die waren ja groß aber gar nicht die älteste Person sondern die drei Freundinnen.

00:47:37: Ich glaube, in ihren Fünfzigern.

00:47:39: Und wenn man sich das heute anschaut ... Das hat ja wirklich tatsächlich nichts zu tun mit dem wie Frauen heute in ihren fünftigern ausschauen.

00:47:46: Genau!

00:47:47: Aber es gibt noch immer dieses Stereotyp und da habe ich eben auch mit der AMS-Chefin Petra Praxl eben in einer der nächsten Folgen drüber gesprochen, die gemeint ist diese Stereotype dass die Frau alt ist und eben nicht mehr fit für den Job.

00:48:00: also weil fit ist sie nicht nur ich hab schöne Beinantragen einen kurzen Rock sondern fit ist auch fit fürs Leben Fortbildung zu machen, ich werde noch länger im Arbeitsmarkt bleiben und sie gemeint das ist aus den Unternehmen noch immer nicht rauszukriegen.

00:48:13: Und ich glaube deswegen also Sie fahren den Vergleich natürlich mit Cello auch lustig.

00:48:17: aber sie hat mir recht gegeben, sie meint dass hat mit der Frau nichts zu tun.

00:48:21: und dieses Derotyp und sie weiß auch nicht warum es hält sich hartnäckig?

00:48:25: Und wahrscheinlich und da hast du sicher Recht muss man überspitzen in der Kommunikation damit mal irgendwo einmal an einem realistischen Bild ist.

00:48:33: Ich würde jetzt gerne So ein bisschen auch den Bogen schließen und zum Abschluss noch über das Thema sprechen.

00:48:44: Wie schaffst du es in die Sichtbarkeit zu kommen, in der Sichtbarigkeit zu bleiben?

00:48:51: Und was sind so deine Hot-Takes?

00:48:53: Was würdest du jemandem dazuhören, die zuhört sagen okay, das sind die Dinge, die brauchst du damit dir das auch gelingen kann?

00:49:02: Also ich glaube, dass man erstmals nicht verzweifeln soll über seine eigene Reichweite.

00:49:10: Wegen Sichtbarkeit.

00:49:11: Ich glaube, dass ganz viele Leute eine Hemmschwelle haben und sagen ja ich habe hier irgendwie noch so einen kleinen Account und das wird nix.

00:49:18: Also mein Account ist sehr bei erstem Wachs.

00:49:20: Ich bin nicht groß.

00:49:21: Ich kann auch sagen worum mich solange völlig auf privat war.

00:49:24: Ich hab einfach zu lange mit Entwicklern aus dem Silicon Valley zusammengearbeitet.

00:49:27: die sind alle nicht doch Social Media Die ganzen leute die dort leben und arbeiten da gehen die Kinder in die Waldorfschulen Und das hat mich schon selber einflusst.

00:49:34: also mein account is erst seit vielleicht einem Jahr öffentlich.

00:49:39: Ich habe den dazwischen auch öffentlich gehabt und dann wieder umgemünzt, also ich bin jetzt auch bereit das alles mitzumachen und so.

00:49:46: aber ich glaube man darf sich davon wirklich nicht schrecken lassen weil da gibt es ganz tolle Möglichkeiten.

00:49:51: erstens der Algorithmus ist zwar teilweise beschissen, weil er dir random Sachen ausspielt.

00:49:57: Es bedeutet aber gleichzeitig – ich will auch Instagram hat sich ja TikTok so angenehert.

00:50:01: also die setzen nicht mehr auf diesen Social Graph sondern auf den Content Graph.

00:50:04: das heißt es geht mir nach Inhalt!

00:50:06: Es kann dir passieren wenn du wirklich guten Inhalt machst dass es trotzdem ausgespielt wird Und du kannst noch immer entdeckt werden, als deine Inhalte können entdeckt werden.

00:50:15: Ich glaube was auch immer wichtiger wird in einer Zeit wo du kontin sehr schnell über KI generieren kannst ist die Relevanz.

00:50:23: Je relevanter dein Thema ist desto besser!

00:50:26: Und, was glaube ich auch noch mal ganz wichtig ist, sucht die Verbündete.

00:50:30: Ich glaube das unterschätzen viele Menschen.

00:50:31: Ich meine, ich bin wirklich erstaunt wie sich Frauen, die auch ins Interview kommen mit mir verbünden und sagen super Thema und ich brusse das nochmal bei mir und so und wieso Multiplikatoren wirken.

00:50:42: Das kann jeder für sich nutzen!

00:50:43: Du musst die Verbünde suchen und du darfst doch keine Angst davor haben dass sie sagen, ah die macht ja das gleiche Thema, die nimmt mir das ja alles weg?

00:50:50: Nein also der Erfolg einer anderen Frau wird nie deinen eigenen Schmelern.

00:50:54: Ich glaube, das muss man sich noch mal hinter die Ohren schreiben und ich glaube du findest die richtigen Leute für ein Thema und gemeinsam kann man sichtbar werden.

00:51:02: und auch das hat zum Beispiel interessanterweise die Barbara Blaher uns nochmal erinnert.

00:51:06: in ihrem aktuellen Buch.

00:51:07: da gibt es ja auch diesen Frauenstreik von Island von nirgendsundfünfundsiebzig wo ja neunzig Prozent der weiblichen Bevölkerung dann teilgenommen haben und dann wurden wirklich die Gesetze Richtung Gleichstellung geändert.

00:51:19: Das ist ja Wahnsinn!

00:51:21: Rate mal wie viele Leute das initiieren.

00:51:22: haben Sie Ihren Buch nochmal aufgeschrieben.

00:51:24: Ich glaube, es war nur Handvoll oder?

00:51:25: Es waren ganz wenige.

00:51:26: Es waren

00:51:27: acht Frauen und ich glaube wenn man sich so immer wieder bewusst wird dass auch eine kleine Menge an Menschen ein Thema groß machen können.

00:51:34: das ist was Großes wird.

00:51:35: Ich glaub da kann man Dinge dann doch in die Sichtbarkeit bringen.

00:51:41: Aber auch das Timing spielt eine Rolle.

00:51:43: also manche Themen brauchen ein bisschen.

00:51:45: Niemand kennt Tanara Berg.

00:51:48: Sie hat in dem Jahr schon diese Bürgerinitiative gegründet, die hieß Mitu.

00:51:53: Und wirklich bekannt geworden ist dieser Hashtag über zehn Jahre später und das war dann so.

00:51:58: es brauchte halt diesen Anlassfall im Jahr zwei Jahrzehnte noch mal.

00:52:02: Es brauchte nochmal diese ganzen Einzelschicksale, die sich zu einer kollektiven Bewegung zusammengetan haben.

00:52:09: aber Sichtbarkeit hat auch glaube ich was mit der richtigen Zeit fürs richtige Thema zu tun.

00:52:17: Du hast gesagt, zu dir verbündete?

00:52:18: Das wäre auch für mich ein riesengroßer Hot-Tag.

00:52:21: Also das ist für mich einen riesengrosser Hot-Take.

00:52:23: Seit ich den Podcast mache immer wieder mit Aktivisten und Aktivistinnen Gespräche geführt und das sind die Nummer eins, dass sie sagen was wichtig ist damit Sie durchhalten können.

00:52:35: Du schaffst

00:52:36: es nicht alleine!

00:52:36: Genau du schaffest es nicht und es macht dich kaputt weil du, also da sind Menschen die sich ganz stark in der Klimabewegung engagieren.

00:52:48: Da sind Menschen, die sich sehr stark in demokratiepolitischen Fragen engagieren und ich sage wenn du keine Verbündeten hast, du wirst so angefeindet!

00:52:56: Du kannst das nicht

00:52:57: aushalten.".

00:52:57: Und irgendjemand hat einmal gesagt, ich glaube es war der Fridays for Future Presse-Sprecher in Deutschland hat letztes Jahr auf der Republik hergesagt wir müssen die beste Party sein Nur dann kommen die Leute und ich finde, das ist sehr smart.

00:53:12: Nur wenn ich eine Community habe wo ich mich auch wohlfühlt, die mir nicht nur stützt also es muss auch... Ich muss dort sehr gerne sein!

00:53:20: Dann glaube ich, ist das sehr relevant.

00:53:23: Und bei dem Punkt bin ich voll bei dir.

00:53:26: Du hast einen anderen Punkt genannt du hast ein bisschen anders formuliert als ich aber es ist im Grunde das gleiche Behaarlichkeit.

00:53:33: Ich muss dran bleiben.

00:53:35: Ich muss wissen, dass Sichtbarkeit nicht über Nacht passiert und Sichtbarigkeit wenn es um Themen geht die vielen Menschen unangenehm sind.

00:53:46: Dann wird's noch schwieriger weil in Wirklichkeit wie meistens sobald die Themen ein bisschen unangener werden reden wir von kleineren Zielgruppen.

00:53:55: Es ist egal ob sie jetzt darum geht um klassische feministische Themen ob es darum geht das ich sichtbar sein möchte Integration geht, Inklusion geht.

00:54:06: Es ist völlig egal.

00:54:07: da ist die Zielgruppe meistens eine viel kleinere weil einfach sehr viele Menschen in der Gesellschaft keine Berührungspunkte haben und die interessieren sie dann auch nicht so brennend dafür.

00:54:17: damit ich aber trotzdem dieses Thema nach vorne bringt muss ich dranbleiben.

00:54:22: Ich bin da auf einem Marathon und ich bin auf keinen Sprint

00:54:27: Und ich glaube, dass einfach diese Spitze-Zilgruppe am Anfang – die ist erst der Anfang.

00:54:31: Wenn du dir aber schon mal gut bedienst, dann kann das ein größeres Thema werden, weil jeder Marketingexperte sagt, Spitzezilgruppen bist super!

00:54:39: Es ist ja schon wirklich so, auch in den Medien genauso wie Marketing.

00:54:43: Wenn du alle ansprichst, sprichst am Ende niemanden an?

00:54:46: Das ist

00:54:46: ja auch eine Regel.

00:54:47: Also es wird nie ein Thema alle interessieren.

00:54:50: Du musst zuerst diese Verbündung und diese Spitze-Zilgruppe finden und dann kann das einfach größer werden.

00:54:54: Aber weil du die Republik ansprichst fällt mir noch ein schönes Beispiel ein und zwar ich glaube was auch sehr viele Menschen bei Sichtbarkeit immer unterschätzen ist erstens das Analoge und zweitens auch die Kanäle von anderen.

00:55:07: also dieses Reichweite kommentiere regelmäßig bei wirklich großen Accounts, aber wirklich relevante gute Sachen.

00:55:14: Auch das hat einen extremen Impact, den die Menschen total unterschätzen.

00:55:19: und Auch das Analogie glaube ich wird unterschätzt, weil zum Beispiel jetzt hier.

00:55:23: Also wenn jetzt jemand nachher hier und das Ganze wird gefilmt eine superinteressante Frage stellt ist diese Person im Schaufenster?

00:55:31: Und das wird total vergessen!

00:55:32: Das war.

00:55:33: letztes Jahr war ich bei der OMR – das ist die große Messe für digitales Marketing in Hamburg und da sind immer die absurden Superstars.

00:55:41: Da saß auf der Bühne Ryan Reynolds und hat gerade, ich weiß gar nicht warum irgendwie erzählt das seine Tochter zahnt oder ein Zahn verloren hat.

00:55:49: Und die Publikum saß schon dreißig Minuten lang.

00:55:52: jemanden, der so einen Starter-Party oder was auch immer für Zahnstocher mit Geschmacksverstärk oder irgendeinem ... Irgendwas war das?

00:55:58: Ich hab den Namen vergessen, ich glaub Pickham oder so heißen die... Mit so einer Tafel so irgendwie Try This!

00:56:04: Oder so.

00:56:05: Dann ist er darauf eingegangen weil es auch grad dieses Zahnteamer von etwa einer Zahnfäße seiner Tochter erzählt.

00:56:11: Diese Marke hat in der Sekunde eine unfassbare Reichweite und ist auf Instagram innerhalb kürzester Zeit gewachsen.

00:56:17: Das war eine ganz analoge Aktion!

00:56:20: Und ich glaube, die Leute denken so, ah, ich habe keine Reichweiten, was mache ich?

00:56:25: Es gibt noch immer Analog da draußen.

00:56:27: Und das wird ja auch gerade viel wichtiger, weil der Algorithmus will ich nicht... Analog ist, hallo hier bin ich.

00:56:34: Hallo!

00:56:35: Und das empfehlen auch wirklich Marketingexperten sagen unterschätzt es nicht.

00:56:41: Kommentieren wir anderen aber auch mal sich in irgendwelche Diskussionsrunden und eine superintelligente Frage stellen oder auch was wirklich relevantes mitbringen?

00:56:50: Also in Wirklichkeit geht's um den Austausch und bewusst den Austauch zu suchen.

00:56:53: Ich habe einen letzten Hot-Take der mir sehr wichtig ist weil das ein großes Learning für mich war.

00:57:00: wenn ich in die Sichtbarkeit gehen möchte, muss ich wissen dass es manchmal weh tut.

00:57:07: Es tut weh weil ich mit Dingen konfrontiert werde die nicht beeinflussen kann, weil ich Kommentare bekomme die nicht schön sind.

00:57:16: und da würde gerne ein ganz konkretes Beispiel kurz erzählen mich mit mir selber beschäftigen muss.

00:57:22: Wir waren in einer Podcastfolge etwas gesagt und ich sage es jetzt nicht.

00:57:27: Ich wiederhole es nicht ganz gleich noch einmal, ich habe ein schlechtes Beispiel das N-Wort genannt.

00:57:32: also für alle die's nicht wissen Google zu spüten, ich wiederhole sie nicht!

00:57:37: Ich hab nämlich sehr böse Kommentare dazubekommen und sehr viel Kritik warum wir dieses Wort nicht gepipt haben?

00:57:45: Warum ich überhaupt dieses Wort sage?

00:57:48: Warum auch mein Gast, der da war reagiert hat auf dieses Wort und warum es keine Triggerwarnung gab.

00:57:56: Und was ich jetzt nicht möchte, ist drüber zu diskutieren, ist diese Kritik berechtigt oder nicht?

00:58:01: Was ich sagen möchte ist man muss bereit sein am Ende des Tages dann sich mit sich selbst auseinanderzusetzen um die Frage zu stellen war das jetzt okay was ich gemacht habe oder war's nett?

00:58:11: also ich muss mich selbst hinterfragen und vor allem wenn ich mit Themen in die Sichtbarkeit gehe kontroversiell sind, die aber auch manchmal wirklich nur kleine Gruppen betreffen.

00:58:25: Und wir haben so das Thema dass sehr viele Menschen wollen sehr viel Gutes, aber wir sind oft nicht so gut darin uns gegenseitig zu sagen Wir wollen eh alle das gleiche in den Nasensans nicht sondern wir hängen uns auf Nosen auf und kritisieren uns dann.

00:58:42: Aber dieses Ich muss bereit sein, mich mit mir selbst ... Mich mit mir auseinanderzusetzen und zu überlegen.

00:58:48: So was machen das jetzt mit mir?

00:58:49: Und was mache ich das nächste Mal

00:58:50: damit?".

00:58:51: Also das ist wirklich ein riesengroßer Hot-Take!

00:58:53: Weil wenn du das nicht kannst dann wirst Du das nicht lang durchstehen.

00:58:59: Du hast einfach nichts.

00:59:00: Was war denn die Konklusie aus dieser Folge?

00:59:02: Noch gar nichts.

00:59:03: Also das ist nicht so lange her, es ist eine Folge dies relativ jung und es beschäftigt mich sehr.

00:59:09: Es beschäftigt mir auch tatsächlich wirklich sehr.

00:59:13: wie geht mit... also wieder mit umgeht?

00:59:14: Das ist man völlig klar.

00:59:15: ja!

00:59:16: Ich habe ein sehr großes Learning daraus.

00:59:17: ich weiß jetzt aber sie in Zukunft anders machen werde.

00:59:22: Aber es beschäftigen sich sehr die Frage Wie hoch muss mein Anspruch sein, immer alles zu hundert Prozent perfekt zu machen?

00:59:32: Und wo muss ich mich davon befreien, damit die authentisch was sagen kann.

00:59:40: Ich möchte da überhaupt nicht... Da gibt es keine Konklusio!

00:59:42: Es gibt keine Konklusio.

00:59:44: also die Kritik ist sicher berechtigt und ich bin auch sehr froh wenn ich solche Kritik bekomme.

00:59:50: Mein Punkt ist darauf möchte ich hinaus man muss bereit sein sich dieser Kritik zu stellen.

00:59:57: Also ich muss mit mir in ein Dialog gehen und das mit mir ausverhandeln.

01:00:00: Und das muss man machen, vor allem wenn ich über Themen spreche die einfach heikel sind.

01:00:06: Rassismus ist ein heikles Thema.

01:00:08: dann muss sich bereit sein mit mir selber das auszuverhandlen und das ist glaube so eins der super wichtigsten Dinge für mich wenn es darum geht stöme ins Fenster haltet das aus bin ich bereit auch dass mit mir neu zu verhandeln und bin es nicht.

01:00:24: Ja, ich muss noch ganz kurz was anmerken weil wir hatten ja Eingangs drüber geredet.

01:00:28: Ich kann das alles nachvollziehen.

01:00:30: aber wir haben auch darüber gesprochen dass du für nicht kontroversielle Themen ja auch schon angegriffen wirst.

01:00:35: Also man muss sich natürlich bewusst werden.

01:00:37: Aber was ich trotzdem schwierig finde ist Das is' auch ein Satz den man dann hört wenn man in die Sichtbarkeit geht.

01:00:45: Du hast ja gewusst worauf du dich einlässt Und ich hasse diesen Satz und er ist überhaupt nicht wahr.

01:00:49: Weil dieser Satz bedeutet eigentlich Was ist die Alternative?

01:00:53: dass ich verstumme, meinst du damit?

01:00:56: Ich soll mich einfach halt die Fresse und bleib zu Hause.

01:00:58: Das ist eigentlich der Unterton von dem Ganzen.

01:01:02: Und ich hab da auch mit Eva Peltz drüber geredet.

01:01:03: Ich meine diese Frau macht das Frühstücksfernsehen in einer meiner Folgen.

01:01:08: Die wird schon für ihr äußeres kritisiert.

01:01:11: Also der Rosa-Beser-Frau-Pelzi wirklich, das geht gar nicht!

01:01:14: Das sind auch mal so kleine Sachen... ...und ich habe manchmal den Eindruck, über die Befindlichkeiten der Frauen sprechen, also nimm dir das nicht zu Herzen oder machst beim nächsten Mal besser.

01:01:29: Aber wir reden noch zu wenig drüber was diese Worte, diese Kritik auslösen kann.

01:01:35: und ehrlicherweise muss man sagen einige von diesen Kritikpunkten sind eigentlich auch strafrechtlich relevant was man so alles zu hören kriegt.

01:01:41: Ja

01:01:42: bin ich bei dir?

01:01:43: Bin ich nicht bei dir was diese Kritika... die ich jetzt genannt habe, erzählt hab.

01:01:47: Also das sehe ich ganz ...

01:01:48: Ja, das ist ja

01:01:49: kritik.

01:01:50: Als inhaltliche Kritik.

01:01:51: Das is auch erwünscht, das möchte ich auch und... darf zu jeder Zeit sein, also auch an alle die zuhören, zuschauen.

01:02:01: Die Einladung wenn ihr das Gefühl habt da wird plötzlich gesprochen ihr könnt es wieder legen oder ihr habt eine andere fundierte Meinung dann ist es immer herzlich willkommen.

01:02:09: was nicht willkommen ist sind einfach Beschimpfungen und Beleidigungen Und... Ist das ein Abschlusssatz?

01:02:16: Ich würde

01:02:16: mal sagen es handelt sich um uns aber beleidigt zu uns nicht.

01:02:19: Ja es wäre wünschenswert.

01:02:21: Aber andererseits muss man sagen wenn ich uns beleidige wir machen trotzdem weiter.

01:02:29: So ist nichts mehr hinzuzufügen und in dem Sinn sage ich vielen Dank an euch alle hier im Raum fürs dabei sein, fürs so aufmerksame Zuhören.

01:02:41: Und auch allen, die sich das online anschauen und im Nachgang anhören.

01:02:46: Vielen vielen Dank für eure Zeit!

01:02:49: Vielen dank Julia, dass du dich auf dieses Experiment eingelassen hast.

01:02:53: von Podcasterin zu Podcasterin folgt es unbedingt weiter und her.

01:02:57: Du machst sehr großartige Arbeit und freu mich wenn ihr da bleibt am Kanal und wir uns in einer Woche wieder hören und sehen.

01:03:08: Genau, also wir beide bleiben höherbar sichtbar.

01:03:13: Wir gehen leider nicht mehr weg und es war sehr schön mit dir dieses Experiment dass wir beide Host- und Gast gleichzeitig sind.

01:03:20: ich fand es super spannend und ich bedanke mich für diese Folge und das ja und Ich bedank euch beim Publikum Dass wir hier so zusammengesessen sind und uns diesen Themen widmen konnten.

01:03:32: Vielen Dank!

01:03:32: Danke schön.

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