Gen Z sind faul, Boomer an allem schuld? 5 Demografie Mythen - Folge 16

Shownotes

Nachdem wir im Team die 11 Megatrends intensiv aufbereitet haben, hat mich ein Thema einfach nicht mehr losgelassen: der demografische Wandel. Warum? Weil wir diese langfristige Veränderung der Größe und Zusammensetzung unserer Bevölkerung schon jetzt auf unzähligen Ebenen spüren. Doch statt sachlicher Debatten beherrschen oft emotionale Klischees, Ängste und gegenseitige Schuldzuweisungen der Generationen den Diskurs.

In dieser Folge von Zorn & Zuversicht schaue ich mit 5 demografische Mythen etwas genauer an. Ich blicke hinter die harten Messgrößen wie Altersstruktur, Geburtenraten und Migrationsströme, um eine wichtige Frage zu beantworten: Wer wird eigentlich die Klimakrise lösen, wenn wir uns im ewigen „Generationen-Bashing“ verlieren? Ein ehrlicher und unaufgeregter Blick auf eine Gesellschaft im Wandel, der zeigt, dass die Zukunft weit weniger dystopisch ist, als uns manche Schlagzeilen weismachen wollen.

In dieser Folge erfährst du:

  • Die vier Säulen der Demografie: Was Begriffe wie Silver Society, Longevity und sinkende Fertilitätsraten in der Realität für unseren Alltag bedeuten.

  • Mythos 1 – Das Generationen-Korsett: Warum starre Einteilungen in 15-Jahres-Schritte wissenschaftlich hinken und warum die „faule Gen Z“ ein reines Stereotyp ist.

  • Mythos 2 – Der sichere Wohlstandsverlust: Warum eine alternde Bevölkerung nicht automatisch das wirtschaftliche Ende bedeutet und warum die Produktivitätsentwicklung in Schreckensszenarien oft völlig vergessen wird.

  • Mythos 3 – Geistiger Verfall im Alter: Der Unterschied zwischen flüssiger und kristalliner Intelligenz – und warum unsere strategische Weisheit und der Wortschatz oft erst zwischen 60 und 70 ihren Höhepunkt erreichen.

  • Mythos 4 – Der allgegenwärtige Arbeitskräftemangel: Warum Panik fehl am Platz ist und welche Branchen (wie das Handwerk oder personennahe Dienstleistungen) wirklich Unterstützung brauchen.

  • Mythos 5 – Die Geburten-Polarisierung: Ein sachlicher Blick auf die Geburtenraten von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Österreich und warum sich globale Trends unaufhaltsam angleichen.

Dein Impuls für diese Woche:

Ich lade dich ein: Achte in dieser Woche ganz bewusst auf Medienberichte oder Gespräche in deinem Umfeld, bei denen das typische Generationen-Bashing betrieben wird (z. B. „Die Boomer haben alles verbrochen“ oder „Die Jungen wollen nicht mehr arbeiten“). Steige bewusst aus diesem Mechanismus aus. Konzentriere dich stattdessen auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Altersgruppen und frage dich, wie Alt und Jung gemeinsam an echten Lösungen – wie der Bewältigung der Klimakrise – arbeiten können.

Links & Ressourcen zur Folge:

Produziert von DAS POD (https://daspod.at/).

Transkript anzeigen

00:00:12: Wir werden sowieso alle Eltern, die Gesellschaft wird immer älter.

00:00:16: Das kostet wahnsinnig viel Geld und in Wirklichkeit können wir uns das alles überhaupt nicht leisten.

00:00:22: Stimmt es oder stimmt es nicht?

00:00:25: Und genau diese Frage des demografischen Wandels über diese Frage wäre ein bisschen nachgedacht.

00:00:30: Mein Name ist Christa Klauphofer Krampel, haust du den Podcast zur Anunzufersicht und der demografische Wandel beschäftigt mich deshalb weil wir im Zuge unserer Trendrecherchen bei uns im Team auch.

00:00:45: Bei diesen elf Megatrends ist einfach der demografische Wandel einer der großen Trends.

00:00:51: und gerade jetzt finde ich es insofern so spannend, weil wir ja auch in Österreich die Diskussion haben oder wir haben sie schon sehr lange aber sich kocht halt immer ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger auf länger arbeiten.

00:01:05: Pensionsantrittsalter machen wir später, weil wir werden ja alle immer älter und die Gesellschaft wird älTER.

00:01:12: Das heißt der Anteil derer die Älter sind als Sechzig wird immer größer und wir können uns das alles irgendwann nicht mehr leisten außerdem.

00:01:20: Wir wären ja nicht nur älters sondern auch bleiben auch gesündert.

00:01:22: Das heisst wir müssen einfach länger arbeiten.

00:01:28: angeschaut, was ist denn dieser demografische Wandel eigentlich?

00:01:30: Weil manchmal wird das Gefühl, wir reden darüber etwas und so ganz genau wissen die wenigstens, was das ist.

00:01:37: Was ist demografischer Wandel?

00:01:39: Und ich habe mir die vier wichtigsten Messgrößen des demografischen Wandels angeschallt und hab' mal dann ein paar Klischees hergenommen, die immer wieder kommen – so Narrative, die wir immer erzählen!

00:01:47: Und haben auch mal angeschauert lassen sie die Mittelszahlen, die ich gefunden habe in Publikationen und Studien belegen oder widerlegen.

00:01:57: Und wenn ich die vier wichtigsten Messgrößen jetzt einmal hernehme, das ist auch mal die Altersstrukturen der Bevölkerungsaufbau.

00:02:04: Also das heißt genau dieses Ding wir werden immer älter und das stimmt!

00:02:10: Wir werden immer Älter.

00:02:13: Das steigt von der Anteil der über sechzigjährigen im Jahr.

00:02:17: zwei tausend sechshundert Millionen Weltweit wird man bei den Zwanzig-Fuchzig, geht man davon aus dass wir da irgendwie eine Steigerung von dreihundertdreißig Prozent haben.

00:02:25: Also das haben wir bei ca.

00:02:26: zwei Milliarden Menschen die älter sind als Sechzig Jahre.

00:02:32: Das ist schon ganze Menge.

00:02:34: und da tauchen dann auch so Begriffe auf wie Unretirement oder Silver Society, der Konsum und das Marketing entdeckt die Silver Ages.

00:02:47: Die werden zu einer sehr umgahnten Zielgruppe und ich persönlich bin insofern ein bisschen skeptisch mit diesen Dingen, ob wir einfach so easy länger arbeiten können oder sollten.

00:03:04: Weil wenn ihr an mich denkt, ich glaube nicht dass ich mit siebzig gleich leistungsfähig bin wie mit zwanzig aber das ist ja klichee, weil das werden wir uns nachher noch ganz kurz unterhalten.

00:03:15: Die zweite Messgröße beim demografischen Wandel ist die Fertilität.

00:03:19: So was ist die Fertilität?

00:03:20: Das ist einfach wie sehr Pflanzen wir uns fort, wie viele Kinder haben wir?

00:03:25: und das habe ich doch sehr spannend gefunden weil laut Prognosen wird die Weltbevölkerung sinken.

00:03:32: Das wird nicht nur bei uns auf der Nordhalbkugel so sein, wie man ganz oft meint.

00:03:38: Sondern das wird in Summe so sein.

00:03:40: D.h.,

00:03:41: die Geburtenrate sinkt eigentlich kontinuierlich.

00:03:43: In Österreich sind wir aktuell bei ... Und es gibt eigentlich nur Bauerausnahmen, ein paar Länder am afrikanischen Kontinent.

00:03:53: Ein paar Länder in Asien und wo der Anteil noch über die Bevölkerung wächst aber ansonsten sinkt sie.

00:04:02: und da gibt die Geburtenrate vor allem sinkt.

00:04:05: Und finde interessant und wenn wir uns anschauen dass Frauen die so in den achtziger Jahren geboren sind, dann sind mittlerweile zwanzig Prozent der Frauen ja Kinderlussern Man geht davon aus, dass Frauen die nach neunzehnneinzig geboren wurden.

00:04:22: Da wird sich dieser Anteil noch erhöhen.

00:04:25: Da gibt es den Geburtenbarometer der wird auch regelmäßig veröffentlichten kann man sie anschauen und da sieht man so Entwicklungen.

00:04:31: Und also man sieht einfach das immer mehr Frauen sich auch dafür entscheiden Kinder los zu bleiben ist ganz unterschiedlichsten Gründen.

00:04:41: Es gibt da keinen Grund, der nicht weniger relevant ist.

00:04:44: Und es ist mir jetzt gerade ganz wichtig zu sagen, weil wir diese Diskussion in Österreich gerade haben, machen wir's doch einfach wieder schön und kriegen mehr Kinder?

00:04:51: Also ich finde, wir sollten bitte auch jeder Frau das Recht zugestehen, selbst zu entscheiden ob sie ein Kind haben möchte oder ob sie kein Kind haben möchten, selbst wenn sie sich das finanziell leisten kann.

00:05:01: Und dann sprechen wir erst über diese Frauen die sich gegen Kinder entscheiden, weil sie sagen, dass das finanziell einfach nicht drin.

00:05:07: Das war mal nur ganz wichtig!

00:05:11: ist die Lebenserwartung und die Sterblichkeit.

00:05:14: Das heißt, wie hoch ist unsere Lebenserwaltung?

00:05:18: Und wir sehen dass der Anteil deren, die älter als neunzig Jahre alt sind also Hochaltrige Menschen, der steigt und Trends wie Long Javity bestätigen das ja auch.

00:05:30: Also wir haben ja auch immer größeres Interesse daran möglichst lange auf dieser Welt zu sein sehr alt zu sein.

00:05:37: Und dann gibt es noch die vierte Messgröße, das ist dieses Migrations- beziehungsweise Wanderungssaldo.

00:05:44: Das heißt wie viele Menschen ziehen von einem Land weg und wieviele Menschen ziehen in ein Land?

00:05:51: Jetzt ist es so dass in Österreich zwanzig vierundzwanzig circa hundert ochter siebzigtausend Menschen weggezogen sind und ca.

00:05:58: Hundertdreißigtausende Menschen sind zugezogen.

00:06:02: Jetzt kann man sagen ja gut die Mann bei uns Na, umgekehrt.

00:06:08: Entschuldigung!

00:06:08: Ich muss die Zahl revidieren.

00:06:09: Hundert, achtundzwanzig hundertdreißigtausend Menschen sind ins Ausland gezogen.

00:06:16: Das heißt eigentlich sind mehr Menschen nach Österreich gezogen als sie ins Auslands gezogen sind.

00:06:22: Ich mag jetzt im ersten Moment so sein, wie gut bei uns passt.

00:06:26: Das macht es ihnen.

00:06:28: Wir steigen und unser Bevölkerungsanteil steigt.

00:06:32: Das stimmt insofern nur bedingt weil wir sehen dass derer die nach Österreich ziehen das bleibt seit Jahren unverändert ungefähr diese Zahl währenddessen die Menschen die von Österreich woanders hinziehen das steigt jährlich Und das ist, ich glaube im letzten Jahr um acht Prozent gestiegen.

00:06:51: Also das ist schon nicht unerheblich.

00:06:53: Das heißt aber auch dass wir in Summe wenn diese Entwicklung so weitergeht Wenn wir uns das anschauen würden auf einem Zeitstrahl dann werden irgendwann mal mehr Menschen aus Österreich weggehen als nach Österreich kommen.

00:07:06: und dann kommt noch dazu dass wir immer weniger Kinder bekommen immer älter werden.

00:07:10: Und dann sind wir genau bei diesem Bild, das wir so häufig zeichnen, dass unsere Gesellschaftsstruktur mehr am Pilz ähntelt als an einer Büromedie.

00:07:20: Das heißt, dass die Menschen, die alt sind den Löwenanteil der Gesellschaft einfach ausmachen.

00:07:26: Und ja noch nah, das hat natürlich Auswirkungen.

00:07:31: Jede Gesellschaft, also je nach Gesellschaftsstruktur wie alt wir sind, woher wir kommen, wie ist der Anteil an Männern und Frauen?

00:07:39: Das macht natürlich was mit einer Gesellschaftsmacht, etwas mit unserem Zusammenleben.

00:07:43: Ich habe mal ein paar Klischees angeschaut die sehr oft genannt werden und über die würde ich jetzt gerne noch ein bisschen was sagen.

00:07:51: Und das Klischee Nummer eins, das ich mir angeschauen habe, das sind die Generationen Das liebe ich ja dieses Klischee, wir sprechen so oft über diese Generation X und Generation Y und Alpha.

00:08:04: Und ich weiß nicht wie sie alle hasen!

00:08:06: Und jeder Generation wenn irgendwelche Dinge quasi zugeordnete Ansinnen, so die Gen Z ist faul zum Beispiel hört man sehr oft auch im beruflichen Kontext.

00:08:20: Wir haben wirklich gutes Konzept, weil wir arbeiten damit ganz viele Stereotypen.

00:08:26: Und wir haben ein bisschen eine Vermischung zwischen was sagt alt über jung und was sagt jung überall?

00:08:32: Ich war es nicht immer schon so, dass wir über die Jungen gesagt haben.

00:08:36: Also die wollen ja wirklich gar nichts mehr tun.

00:08:39: und das habe doch ich als Kind auch schon gehört oder als Teenager Und hab da auch einen Forscher gefunden der ein bisschen was drüber sagt.

00:08:49: und so heißt es der Generationenforscher Rüdiger Maas und er hat gesagt dieses Konzept von alle fifteen Jahre wechselt auf was.

00:08:55: das ist eigentlich nicht haltbar.

00:08:58: Was aber schon sagt Immer wenn es große Veränderungen gibt, große Einschnitte gibt wie zum Beispiel die Digitalisierung.

00:09:07: Dann verändert das die Generationen davor und die generationen danach weil die einen sind plötzlich mit der Digitalisierung konfrontiert, die vorher nicht da war aber die anderen kennen's gar nicht anders Und dann gibt natürlich Unterschiede So diese Generationen, GenSat, GenAlpha – also lass uns doch einfach bitte mehr auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren und nicht nur auf das was uns vermeintlich unterscheidet.

00:09:35: Das Lische zwei ist dieser demografische alten Quotient.

00:09:39: Und das habe ich vorher schon einmal gesagt wir werden alle immer älter.

00:09:43: Unser Pensionssystem ist kurz vorm Kollabieren weil es sind quasi der größten Anteil der Menschen im Pensionen und wir können das nicht mehr leisten.

00:09:53: Das ist insofern nicht ganz präzise, weil wenn wir es nur so betrachten dann nehmen andere Entwicklungen nicht mit in die Rechnung.

00:09:59: Nämlich die Produktivitätsentwicklung auch wegen der Digitalisierung Und wir schauen uns eigentlich nur an, dass einfach alle immer älter werden und alle immer teurer werden.

00:10:13: Dass aber da andere Messgrößen dann auch noch dazukommen, das lasst man so ein bisschen außen vor.

00:10:18: Was mir einfach ein bisschen fehlt – was ich mich auch wünschen würde ist wenn wir diese Diskussion führen über wie lange müssen wir arbeiten?

00:10:26: Das muss dann auch ein bisschen ehrlicher führen!

00:10:32: Wie produktiv sind wir eigentlich, wenn wir schon über Produktivität... müssen.

00:10:36: Ein drittes Klischee ist die kognitive Leistungsfähigkeit.

00:10:44: ja wir werden älter, ja wir sind gesünder.

00:10:48: das heißt kann voll mit dem Gedanken dass ich sehr viel länger auch leistungsfähiger sein werde.

00:10:56: aber steigt es gleich?

00:10:59: Also steigt mein Alter gleich mit meiner, oder bleibt der Abstand gleich zwischen alter und geistiger Leistungsfähigkeit.

00:11:04: Das ist ungefähr immer auf dem gleichen Niveau.

00:11:08: Und ich habe mir das ein bisschen angeschaut.

00:11:11: und da gibt es auch medizinisch, was man zum Beispiel, dass eine siebzigjährige Person nicht mehr gleich so schnell lernen kann wie eine zwanzigjährige Person.

00:11:23: Man nennt das Nervenleitgeschwindigkeit, die nimmt einfach ab.

00:11:27: Das ist diese flüssige Intelligenz.

00:11:28: D.h.,

00:11:29: wie schnell kann ich was verarbeiten?

00:11:32: Und Dinge wie das logische Denken, das nimmt ab!

00:11:35: Aber dann gibt es noch den Begriff der Kristallinenintelligenz und das ist das, was wir so landläufig als Weisheit kennen.

00:11:43: Wir kennen das dem Begriff.

00:11:45: Viele Dinge schreiben wir älteren Menschen zu und sagen, na, das ist die Weisheite des Alters.

00:11:50: Und das habe ich tatsächlich auch ein bisschen bestätigt gefunden.

00:11:53: Weil so Dinge wie strategisches Denken, für diese strategische denke ich oftmals auch brauche dass ich bestimmte Dinge schon erlebt habe oder in ähnlichen Situationen schon gewesen bin oder aber auch Dinge wie mein Wortschatz nicht nur wie groß mein Wartschatz ist sondern wie ich meinen Wortschutz anwenden kann.

00:12:13: da gibt es einen Höhepunkt.

00:12:15: der findet oft erst mit Sechzig-Siebzig statt.

00:12:18: Das heißt, ja wir sind sehr lange sehr leistungsfähig und ich finde Diskussion darüber dass wir auch länger arbeiten total sinnvoll.

00:12:28: Aber ich glaube auch Wir brauchen wirklich ein Konzept.

00:12:32: was wird das sein?

00:12:34: Was wird ihr mit siebzig arbeiten?

00:12:37: sind Dinge, die ich dann so ausüben kann damit auch meiner Leistungsfähigkeit entspricht.

00:12:43: Damit ich tatsächlich eine sinnvolle Arbeit leisten kann und nicht einfach nur in dem System bleibe.

00:12:49: Und finde ich für einen unheimlich spannenden Ansatz und taugt mir deshalb weil ich mir denke, ich werde älter.

00:12:57: aber es kommen ja trotzdem Leute nach.

00:12:59: Die wollen irgendwann einmal gestalten.

00:13:03: Die Umwelt gestalten, die wollen das Unternehmen gestalten und irgendwann ändern sich meine Fähigkeiten.

00:13:10: Und dann muss ich mal überlegen was kann meine Rolle sein damit ich der dem zwanzigjährigen auch die Möglichkeit geben kann das zu gestalten?

00:13:17: Und was kann mein Beitrag sein?

00:13:18: also bin ja ein sehr schöner Gedanken.

00:13:21: Das vierte Klischee ist es will keiner mehr arbeiten und gleichzeitig haben wir einen unglaublichen Fachkräftemangel.

00:13:31: Da gibt es ganz widersprüchliche Diskussionen in meinem Umfeld.

00:13:34: Da hört man immer wieder das Braschen, wir finden keine Leute, die Leute sind nicht mehr ausgebildet.

00:13:41: Gleichzeitig kommen dann Leute und sagen ich such's so lange schon an Job und find halt einfach irgendwie nix, krieg nur Absagen.

00:13:51: Es spiegelt eigentlich ganz gut wieder auch, was die Zahlen tatsächlich sagen.

00:13:55: Also es gibt Branchen da gibt's ein Fachkräftemangel also Handwerk zum Beispiel.

00:13:59: manche Handwerksberufe haben einen extremen Fachkräfte-Mangel oder auch Berufe wo wir Dienste an Menschen machen z.B.

00:14:08: Pflegeberufer.

00:14:09: Da gibt's einen wirklichen Mangel.

00:14:11: aber ist jetzt nicht so dass dass alle unterm Fachkräftemangel leiden.

00:14:16: Es ist auch nicht so, dass alle verzweifelt Arbeitskräfte suchen.

00:14:21: Das ist wirklich sehr branchenabhängig und ich glaube man muss ein bisschen vorsichtig sein wenn man solche Aussagen tätigt das man sich genauer anschaut.

00:14:28: Ich glaube das was ich sagen möchte damit schauen wir müssen uns etwas genauer ansehen wovon reden wir denn und nicht einfach nur Headlines verwenden.

00:14:35: Und jetzt kommen zu meinem Lieblingsgeschehe es mein Alltime Favourite nämlich Migrantinnen bekommen für mehr Kinder.

00:14:42: Das kenne ich aus meiner Jugend zu diesem Satz.

00:14:49: Über uns ist jetzt so eine Türken-Einzung, dass ich das jetzt so formuliere und da sind heute ungefähr die ganze Wohnung voller Kinder.

00:14:58: Wenn wir uns den Geburtenbarometer anschauen – jetzt gerade für Österreich dann sehen Österreich lebende Frauen aus Deutschland, im Schnitt zwei Komma sechs Kinder bekommen haben.

00:15:14: In Österreich lebenden türkische Frauen haben im selben Jahr ein Komma acht Kinder bekommen.

00:15:19: Das heißt das stimmt jetzt einmal so nicht ganz.

00:15:24: Ich stelle es jetzt natürlich sehr verkürzt vor weil wenn man Wir haben im Schnitt immer noch vier Komma zwei Kinder gehabt.

00:15:32: Das war sehr viel mehr, warum das jetzt so massiv runtergegangen ist.

00:15:36: Das wäre ein komplett anderes Thema und da gibt es wahrscheinlich ganz viele Faktoren.

00:15:41: aber was ich damit sagen möchte ist der Satz stimmt einfach so nicht.

00:15:47: die Fertilität nimmt ab weltweit.

00:15:51: Das heißt, nicht nur österreichische Frauen bekommen weniger Kinder auch türkische Frauen bekamen weniger Kinder und in einigen afrikanischen Ländern sind so afriikanische Frauen die weniger Kinder bekommen.

00:16:01: also das ist eigentlich sehr populistisch.

00:16:04: was wir da machen wenn wird diesen Satz zu bedienen warum Was vielleicht schon noch ein Unterschied ist, aber auch das entwickelt sich gerade in die andere Richtung.

00:16:17: Das Durchschnittsalter einer österreichischen Frau für's beim ersten Kind liegt ungefähr bei einunddreißig.

00:16:23: Bei im Ausland geborene Frauen und da macht der geburten Parameter jetzt keinen Unterschied aus welchem Land diese Frau kommt, liegt es bei achtundzwanzig Komma sechs Jahre.

00:16:32: D.h.,

00:16:32: diese Frauen sind in der Regel jünger Und das ist eine statistische Zahl, bitte.

00:16:37: Also das ist keine individuelle Zuschreibung und auch da gibt es ganz große Unterschiede, individuelle Unterschiede natürlich.

00:16:44: aber die Statistik sagt Frauen, die im Ausland geboren sind und in Österreich ein Kind bekommen haben im Schnitt circa drei Jahre jünger als in Österreich geborene Frauen.

00:16:56: Wenn wir uns zurück erinnern an die Fertilität dann kommt ja dann noch eine Sache mit dem Spiel.

00:17:03: Also die weibliche Fertilität nimmt ja ab, ja älter wir werden.

00:17:06: Das heißt es wird ja nicht einfacher ein Kind zu bekommen was vielleicht irgendwie die Zahl beeinflusst wie viele Kinder jemand bekommt.

00:17:20: aber das ist jetzt mal meine Interpretation oder Vermutung.

00:17:26: Was ist jetzt mein Fazit?

00:17:28: Mein Fazit ist, wenn wir uns den demografischen Wandel anschauen, dann sind wir relativ schnell dabei, irgendwelche kommunikativen Keulen zu schwingen.

00:17:39: Das geht relativ schnell und das geht recht gut und das emotionalisiert auch noch nahe.

00:17:46: Wer das unterstreicht Ängste die wir haben, das unterstreicht Ägste, die wir in einer Gesellschaft haben, dass unterstreigt Ängsten wie er uns machen, wenn es um die Zukunft geht.

00:17:56: Wenn man sich die Mühe macht und ein bisschen genauer hinschaut, dann sieht man auch nach so einfach ist es nicht.

00:18:02: Und wie immer ... Die Welt ist komplex!

00:18:05: Unsere Gesellschaft ist komplex.

00:18:08: Es gibt keine einfache Antwort oder eine einfache Frage.

00:18:13: Aber es gibt keine anfache Antwort.

00:18:14: So muss man das eigentlich sagen.

00:18:18: Trotz allem wenn ich mir das anschaue und nicht alles davon finde jetzt so super beziehungsweise eigentlich... Es ist halt einfach wie's is'.

00:18:27: Ich denke mal, das wird schon passen.

00:18:29: Eine Gesellschaft verändert sich, eine Gesellschaft entwickelt sich weiter.

00:18:33: Wenn wir weiterentwickeln als sie wird besser betrachtet bin ich mir nicht sicher aber wir verändern uns.

00:18:38: Die Gesellschaft ist ein fluides System und wenn ich darüber nachdenke... werde ich mit siebzig nacharbeiten, ja vielleicht.

00:18:46: Das werden nicht ihr entscheiden oder nur bedingt ich entscheiden aber es wird schon passen und bin super zuversichtlich dass das einfach diese Transformation gelingen wird.

00:18:57: Die Gesellschaft hat sich immer verändert und sieht uns jetzt und es wird okay sein Und mit diesem Es wird schon Passen verabschiede ich mich bei euch.

00:19:08: Wünsche euch wie immer wirklich einen super schönen Tag und vielleicht lassen wir uns einfach nicht so sehr verunsichern von irgendwelchen Headlines, sondern machen uns manchmal die Mühe und lesen ein bisschen genauer nach bevor wir in irgendwelche Ängste verfallen.

00:19:20: Und macht es gut!

00:19:22: Freue mich wie immer über Feedback und ja... Wir hören und sehen uns nächste Woche!

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