Anna Oberdorfer: Die Macht der Sprache und warum diese nie neutral ist - Folge 15

Shownotes

In dieser Folge von Zorn & Zuversicht begrüße ich, Christa Kloibhofer-Krampl, eine ganz besondere Gästin: Anna Oberdorfer, Mitgründerin der Agentur Visionistas und des Netzwerks Answer. Gemeinsam tauchen wir tief in ein Werkzeug ein, das wir täglich unbewusst nutzen, das jedoch wie kaum ein anderes unsere Realität, unsere Gehirne und unser Verhalten formt: die Sprache.

Sprache ist weit mehr als das bloße Aneinanderreihen von Wörtern. Sie öffnet Räume oder verwehrt Zugänge, verleiht Würde oder grenzt aus. Ausgehend von provokanten Begriffen unseres Alltags beleuchten wir die massive Verantwortung, die in unserer Kommunikation liegt – sei es in den Medien, in der Politik oder am eigenen Küchentisch.

Die Folge blickt auf den berechtigten Zorn über manipulative „Sprach-Waffen“ und versteckten Sexismus. Sie schenkt jedoch vor allem die Zuversicht, dass wir durch bewusste, sensible und lösungsorientierte Kommunikation kognitive Landkarten verändern und eine gerechtere, zukunftsfähige Welt aktiv mitgestalten können.

In dieser Folge erfährst du:

  • Sprache ist Verantwortung: Warum Worte niemals neutral sind und wie unbewusst erlernte Begriffe (wie „stiefmütterlich“ oder „bis zur…“) historische Kontexte transportieren, die Menschen verletzen können.

  • Die Neurobiologie des Schmerzes: Warum das Gehirn in der ersten Reaktion kaum zwischen einem physischen Reiz und einem sprachlichen Symbol für Schmerz unterscheidet.

  • Das Phänomen des Primings: Wie uns Worte unbewusst steuern – von Studierenden, die durch „Alters-Begriffe“ messbar langsamer gehen, bis hin zu der manipulativen Kraft von „Geld-Priming“.

  • Linguistische Relativität: Wie das grammatikalische Geschlecht von Dingen (z. B. die Brücke vs. el puente) oder die Struktur unserer Muttersprache unsere emotionale Wahrnehmung einfärbt.

  • Answer & Visionistas: Wie das Agenturnetzwerk gegen sexistische Werbung Narrative aktiv mitgestaltet und warum konstruktive Kommunikation Räume für echte Utopien öffnet.

Verbaler Schmerz ist keine Metapher, sondern ein messbarer neurologischer Zustand. Aber wir haben es buchstäblich selbst in der Hand, Sprache als Werkzeug für ein freundlicheres Miteinander zu nutzen.

Dein Impuls für diese Woche:

Anna und ich laden dich ein: Achte an diesem Tag ganz bewusst auf deine eigenen Worte. Welches Wort benutzt du im Alltag oder im Beruf ständig, das dich eigentlich stresst, abwertet oder unbewusst zornig macht? Ersetze es versuchsweise durch ein lösungsorientiertes Begriffskonzept (z. B. „Herausforderung“ statt „Problem“). Beobachte, was dieser kleine Fokus-Shift mit deiner eigenen Energie und deinem Umfeld macht!

Links & Ressourcen zur Folge:

Produziert von DAS POD (https://daspod.at/).

Portrait-Bild ©: Maren Loerzer

Transkript anzeigen

00:00:12: Ja hallo, herzlich willkommen zu zur Anunzuversicht.

00:00:15: Mein Name ist Christa Klaupoffer Krampel.

00:00:18: ich bin der Host dieses Podcasts hab heute einen für mich sehr besonderen Gast.

00:00:25: mir gegenüber sitzen das die Anna Oberdorfer.

00:00:27: und bevor wir über das Thema sprechen über das wir heute sprechen wollen muss sich ja sagen diesen podcast wird es ja ohne sie gar nicht geben Das heißt das Thema Sprache.

00:00:38: Wir reden darüber, wir reden über viele Dinge und das begleitet uns ja schon seit ein paar Jahren.

00:00:44: Und das ist auch das worüber wir heute sprechen.

00:00:48: Das ist geil oder?

00:00:51: kommt sehr oft vor das Wort.

00:00:53: Und warum ich mit einer anderen darüber spreche, über das werden wir gleich reden?

00:00:58: Aber vielleicht für alle Hörerinnen und Hörern zu sehr, stelle du dich auch bitte selber einmal ganz kurz vor.

00:01:06: Ja hallo!

00:01:07: Erst mal Danke für die Einladung.

00:01:09: Ich freue mich sehr heute hier zu sein.

00:01:11: Du hast dann kurz gesagt, ich begleite den Podcast schon sehr lange seit Beginn an.

00:01:16: Und ja, das liegt daran dass ich eine Agentur habe für Nachhaltigkeitskommunikation und Kommunikation die verändert.

00:01:25: Wir sind Visionistas und wir begleiten den Next Incubator in diesem Podcast schon seit einigen Jahren.

00:01:33: Seit über zehn Jahren bin ich in der Kommunikations tätig und beschäftigt mich eigentlich jeden Tag mit Sprache.

00:01:40: Ich finde diesen Podcast heute deshalb sehr besonders weil das Thema aber das wir reden ist auch das Werkzeug was wir benutzen.

00:01:46: Also es wird spannend.

00:01:49: Ja, mit Sicherheit!

00:01:50: Weil ich könnte jetzt ganz provokativ sagen... Wieso reden wir über Sprache?

00:01:53: Es sind ja eh nur Wörter.

00:01:55: Sind's nur Wärter?

00:01:58: Jaaa... Nein.

00:01:59: Also Spoiler nein, das ist ein großes Thema.

00:02:03: Nein, es ist viel mehr als das.

00:02:05: Sprache formt die Art wie wir denken, die Art, wie wir etwas erleben und wie wir Dinge einordnen.

00:02:13: Und ja, Wörte Ein Teil der Sprache aber nicht nur, es sind natürlich auch Dinge wie Bildsprache relevant in dem Kontext.

00:02:24: Ich habe heute beim Herfahren, also wir sind von Graz nach Wien gefahren um diese Aufnahme machen zu können, habe ich noch mal so ein bisschen nachgedacht über Sprache öffnet mir Räume.

00:02:36: Was heißt das?

00:02:37: Wenn ich die richtigen Worte finde, kann ich mich richtig ausdrücken.

00:02:41: Das hat mehrere Ebenen und mehrere Komponenten.

00:02:43: Das kann heißen – ich bin entweder dieser Sprache in diesem Land an diesem Ort nicht mächtig!

00:02:49: Das kann aber auch heißen dass wir einfach auch Wörter fehlen, die in einer Branche benutzt werden oder dass sie in einer Situation sind wo jetzt Wo das, was ich sagen will, einfach nicht rauskommt aus meinem Kopf.

00:03:01: Aus welchen Gründen auch immer?

00:03:04: Das heißt Sprache ist ein sehr mächtiges Ding.

00:03:08: Das eröffnet mir Zugang oder verwährt mir Zugangs.

00:03:11: Und in dem Sinn ist ja Sprache... Ich kann das ja auch sehr negativ, wir reden ja über Zorn auch.

00:03:18: Kann es sehr negativ sein, Sprach ist ja eine Waffe.

00:03:23: Ja also Sprach schafft wie du sagst Zugang und Sprache kann Zugang verwerben Und sie ist nie neutral, sie kann manipulieren.

00:03:32: Sie kann verharmlosen und sie kann ausgrenzen aber sie kann genauso gut Dinge sichtbar machen.

00:03:37: Sie können Würde verleihen, sie können Zugänglichkeit, Zugehörigkeit ermöglichen und Veränderung ermögliche.

00:03:44: Und deshalb finde ich so besonders den Umgang mit Sprache nochmal ganz genau zu betrachten.

00:03:51: also für mich war früher Sprache und Wörter waren ein Handwerk hierher.

00:03:56: Presseaussendungen geschrieben, ich habe Informationen erstellt und heute ist das kein Handwerk mehr.

00:04:03: Für mich ist Sprache heute vielmehr eine Verantwortung und eine Haltung die ich trage.

00:04:08: Ich hab ja in der Zusammenarbeit mit euch ja wirklich viel gelernt was Sprache betrifft.

00:04:13: Das ganze Thema inklusive Sprache zum Beispiel.

00:04:16: also jetzt bin ich selber auch schon relativ lang in der Kommunikation und im Marketing tätig aber ich habe lange überhaupt nicht darüber nachgedacht.

00:04:25: Also Dinge, welche Bedeutung hat Sprache.

00:04:27: Welche Bedeuten hat Sprach nicht?

00:04:30: Ich ertappe mich heute noch ganz oft, dass ich zum Beispiel zu meinem Kind sage dann machst du es halt bis zur so und dann halte ich inne weil ich drauf komme.

00:04:39: was wollte ich jetzt eigentlich gerade sagen und für alle die zuhören und jetzt vielleicht nett wissen worauf was ich jetzt früher gesagt hätte oder was sehr viele Menschen noch sagen ist Ich hätte vielleicht gesagt, bis zur Vergasung.

00:04:52: Und das ist ja nichts Neutrales!

00:04:54: Das kommt ja irgendwo her.

00:04:57: Genau.

00:04:57: Einem Sprache kann ja einfach... Also gewisse Wörter haben einfach einen anderen Kontext und in diesem Kontext muss man sie verwenden.

00:05:06: ich kenne es sehr oft wenn ich irgendwie mit dem... Ich sage jetzt mal mit dem Ankel bei der Weihnachtsfeier diskutiere und er sagt wieso?

00:05:14: Bei dem Wort da ist ja nicht dabei aber der Kontext der Mitschwimmen schwingt in dem Zusammenhang jetzt ein NS-Kontext.

00:05:21: Das ist etwas, das verletzen kann und das Würde nehmen kann, dass Dinge bagatellisieren können oder verharmlosen.

00:05:28: Und ich finde wenn man da bis darauf

00:05:31: achtet

00:05:32: dann wird ganz schnell klar, dass wir noch einen sehr langen Weg von uns haben bis zur inklusiven Sprache.

00:05:37: also auch wenn ich mir die Medien anschaue wie sie ja sehr oft Dinge überspitzen oder verharmlosen, wie sie Begriffe verwenden die eine andere Herkunft haben.

00:05:52: Das kann sehr viel machen mit Menschen und die Sprache wirkt ja oft bevor wir sie deuten können.

00:06:00: das heißt ich lese zum Beispiel in Schlagzeilen ein klassisches Beispiel ist so etwas wie ein Sexskandal und eigentlich geht es um einen Missbrauchsvorwurf oder es ist ein Ehe-Krieg und es geht eigentlich um Gewalt in einer Beziehung.

00:06:17: Und diese Wörter, die schaffen zuerst schon eine ganz klare Einstellung, eine Haltung.

00:06:24: bevor ich überhaupt den Rest gelesen habe, bevor die Information verarbeitet wird hab' ich eigentlich schon eine Deutung dazu bekommen.

00:06:30: Und genau deshalb ist das so wichtig darauf zu achten und das ist definitiv nicht einfach.

00:06:36: man kann nicht von jedem Wort zum Beispiel die Herkunft genau kennen oder genau wissen welche Gruppen das zb diskriminiert, aber ich finde es ist sehr wichtig da vor allem wenn man professionell mit Kommunikation arbeitet so wie du und ich dass man versucht diskriminierungssensibel zu arbeiten.

00:06:53: Da fällt mir der Begriff Klimaterroristen ein.

00:06:59: Ein sehr gern benutzter Begriff in den letzten Jahren gewesen und immer noch.

00:07:03: und alleine der Kontext zur Terrorist, das impliziert ja was ganz was fürchterliches.

00:07:09: Aber einen anderen Aspekt den ich da jetzt ganz kurz auch ansprechen möchte, ist... Du hast gesagt darüber nachzudenken.

00:07:18: wir können nicht alles wissen.

00:07:19: Wir können nicht immer in jedem Satz bei jedem Wort uns auch bewusst sein was löst der aus?

00:07:24: Das ist unmöglich!

00:07:26: Aber ein bisschen die Erfahrung gemacht je mehr man sich damit beschäftigt desto eher besteht auch die Chance dass man bissel verstummt nämlich weil man so das Gefühl hat Ich wüsste nicht falsch machen.

00:07:38: Ich möchte korrekt sein möglichst die Werte, die ich habe auch in der Sprache ausdrücken so und dann komme ich drauf.

00:07:48: Ich kann es oft gar nicht weil ich eine Sprache verwende, die dem einfach entgegen steht.

00:07:54: Einfach gar nicht bewusst sondern völlig unbewusst weil wir's halt immer so gemacht haben.

00:07:59: Das ist ja eigentlich total krass, oder?

00:08:01: Was darf man heute eigentlich noch sagen, Christa?

00:08:03: Ja genau.

00:08:06: Spannend über das habe ich heute schon einmal diskutiert mit jemandem.

00:08:09: dieses was darf ich überhaupt denn noch sagen wobei das ja für mich etwas anderes ist weil es wird gebraucht dazu um meine Meinung auszudrücken und um zu sagen ich weiß eh mein Meinung die ist jetzt kontroversiell und möchte aber jetzt auch anecken und möchte jetzt auch möglichst viel Aufmerksamkeit haben.

00:08:28: oder gibt es dann schon noch die andere Ebene von Menschen, die einfach wirklich vor Sorge das richtige Wording zu verwenden und wir haben über das Thema sicher schon diskutiert ist sage ich jetzt ein behinderter Mensch.

00:08:42: Ein behinderder, ein beeinträchtigter Mensch?

00:08:46: was ist jetzt das Richtige?

00:08:47: Weil man sieht ja da nicht immer so einiges drüber.

00:08:50: Und man ist auch selbst oft nicht betroffen und es ist ja auch individuell wie Menschenwörter für sich deuten.

00:08:58: Es gibt oft nicht den einen Begriff, der für alle gut ist und funktioniert oder umgekehrt gibt es Begriffe die ganz bewusst eingesetzt werden, um Menschen auszuschließen, um sie ja in einer gewissen Kategorie einzuordnen.

00:09:11: Und da kann man glaube ich schon aufpassen... Ja, und ich verstehe das Gefühl sozusagen, hoch ich will nichts falsches sagen!

00:09:18: Ich habe Angst dass ich jemanden mit meinen Wörtern verletze.

00:09:21: Zugleich ist das drüber nachzudenken schon einmal ein wichtiger erster Schritt.

00:09:25: Und wie gesagt, wir sind alle nicht perfekt und sind auch so.

00:09:28: Dinge wie ja ich schaffe es nicht den ganzen Tag immer durchgehen zu gendern weil ich ganz anders erzogen wurde.

00:09:34: Ganz anders aufgewachsen bin.

00:09:36: Zugleich ist das für mich aber auch eine Haltung zu sagen Ja auch wenn das jetzt nicht für alle alles ändert ob ich gendere oder nicht Das ist einfach zu zeigen.

00:09:46: Ich möchte dem Raum geben und für mich ist das wichtig Da kann man ja schon ansetzen.

00:09:52: Ja, man sagt ja auch Sprachenschaft Realität.

00:09:54: und gerade wenn ich über das Thema Gendern spreche, wenn ich Frauen oder weiblich gelesene Menschen nie mitnenne, wenn die in der Sprache nicht vorkommen dann sage ihr im Unkehrschluss sie sind keine Realität.

00:10:12: Wir finden jetzt den Bogen zurück, weil wir haben ein Thema über das ich voll dringend sprechen möchte.

00:10:18: Nämlich schon so ein bisschen wissenschaftliche Fakten und ein paar Dinge die sehr gut untersucht waren.

00:10:25: Und dann gibt es zum Beispiel diesen Begriff des Primings.

00:10:27: oder kannst du ein bisschen erklären was das ist?

00:10:30: Ja also Priming heißt eigentlich nichts anderes wie dass gewisse Wörter in uns Emotionen auslösen und auch biochemische Prozesse tatsächlich auslöst.

00:10:47: Da gibt es mehrere Studien, eine davon ist von der Universität Jena glaube ich.

00:10:52: Die haben zum Beispiel eine Untersuchung gemacht wo sie eine Gruppe sich angeschaut haben die ein Text haben lesen müssen Wo sehr viele Wörter im Kontext von Schmerz gestanden sind Und das hat gezeigt dass auch im Hirn sozusagen das Schmerzarreal aktiviert wurde durch Wörter wie z.B.

00:11:14: hart oder schlagen, oder schmerzhaft oder peinigen.

00:11:19: und es zeigt halt, dass so obwohl etwas nur eine Information ist, dass es auch etwas auslöst in den Menschen sofort.

00:11:26: und es gibt eine ähnliche Studie über die ich schon in der Uni gelernt, die finde ich super spannend, da waren Studierende Die mussten einen Text lesen, also waren zwei Gruppen und sie mussten ein Text lesend.

00:11:40: Der eine hatte neutrale Wörter und der andere Text hatte Wörte, die im Kontext waren zum Thema Altern.

00:11:47: Und da waren Wörtern drin wie rundselig, faltig, langsam... Vieles was wir assoziieren mit alten Menschen.

00:11:59: Und sie haben sich dann angeschaut, wie hat sich das Verhalten der zwei Gruppen verändert nach dem Sie mit diesem Text gearbeitet haben.

00:12:07: Das hat sich gezeigt dass die Gruppe der Studierenden diesen Hörsaal wo dieses Experiment war deutlich langsamer verlassen haben.

00:12:14: D.h.,

00:12:15: die sind alle rausgeschlichen aus diesem Hörsal und das zeigt ja auch, wie Sprache unbewusst auch das Verhalten formt Und das kann man nutzen zum Guten und zum Schlechten natürlich.

00:12:27: Ich glaube, dass hat man ja beobachtet mittels Magnetresonanz oder wenn ich das richtig im Kopf habe?

00:12:33: Wo man schon sehr klar sehen kann ist es jetzt nicht eine Vermutung da interpretiere ich nichts rein sondern ich sehe tatsächlich was passiert im Gehirn, ich kann mir das anschauen.

00:12:43: Was mich beim Priming gibt ein Aspekt dieses Versuchs Ich bin immer nicht so sicher, ob es mich amüsiert oder schockiert und das ist dieses Geldpriming.

00:12:56: Da hat man auch herausgefunden dass Menschen denen man über einen bestimmten Zeitpunkt einfach Geldscheine zeigt ganz viele Geldscheinen weniger zu sozialem Verhalten geneigt haben und das finde ich ja insofern spannend.

00:13:11: Das ist jetzt ein anderer Aspekt und eine komplett andere Diskussion, aber was macht denn Geld mit uns eigentlich?

00:13:18: Und da sieht man Sprache, ist das gesprochene Wort.

00:13:21: Sprache ist aber auch das was wir rein interpretieren in bestimmten Dingen und ich bin mir jetzt nicht sicher wenn wir über Geld sprechen ob das überall auf der Welt global gleich wäre oder ob es unser westlicher Kontext ist.

00:13:32: keine Ahnung dazu habe mehr zu wenig damit beschäftigt aber es ist schon sehr spannend wie die Verhalten

00:13:39: die Assoziation dazu auch.

00:13:41: Also es gibt ja Wörter, ich finde das ist jetzt nicht sehr wissenschaftlich aber ich habe dir gegen Übergleichs noch einmal erzählt so Ich verwende gewisse Wörte nicht wenn sie für mich phonetisch eine Bedeutung

00:13:52: haben,

00:13:53: die ihnen eigentlich nicht zugeschrieben ist Aber Sie klingen so als würden Sie etwas sagen und eines dieser Beispiele ist zum Beispiel herrlich Und dämlich und die zwei Wörtern gegenüberzustellen.

00:14:05: also wie gesagt Das ist nicht wissenschaftlich.

00:14:07: Ich bin da keine Sprachwissenschaftlerin, aber ich bin einfach sehr sensibel dafür zu sagen okay das eine klingt weiblich und das andere klingt männlich.

00:14:14: Das eine ist negativ, das andere ist positiv Und ich bin da sehr achtsam geworden was das auslöst den Menschen wenn man diese Wörter verwendet.

00:14:23: Jetzt haben wir gerade eingefahren wie du die Wörtern jetzt genannt hast.

00:14:25: Herrschaftlich

00:14:26: Ja genau!

00:14:27: Ist ja auch so ein Wort.

00:14:29: Das impliziert den Herren.

00:14:31: Das heißt herrschaftlich kann ja fast nur ein Mann sein.

00:14:34: Genau Stiefmütterlich ist ein echtes Highlight, finde ich.

00:14:41: Nämlich auch wenn man Kinder hat und man erzählt ihnen irgendwann Märchen... Es ist ja tatsächlich in diesen Märchern immer die Stiefmutter, die böse ist.

00:14:50: Das heißt dieser Begriff der Stief-Mutter ist gelerntböse.

00:14:55: Diese Person ist böse!

00:14:57: Und somit Also ich weiß jetzt nicht, aber kann man es ja fast nicht vorstellen wenn man in dieser Situation dann ist und man hat plötzlich eine Stiefmutter dass man das einmal nicht so geil findet.

00:15:10: Nicht nur weil's vielleicht jetzt nicht die eigene Mutter ist aus welchen Gründen auch immer sondern auch weil wir das so negativ verankert haben.

00:15:19: Du hast ja gemeinsam also mit einem Agenturnetzwerk bist du Mitgründerin für ein.

00:15:27: Was ist das?

00:15:28: Hat sie ein Verein oder wie hat es ihr organisiert?

00:15:30: Genau, wir sind ein Verein.

00:15:32: Wir heißen ANSA, Agentur-Netzwerk gegen sexistische Werbung und das ist sozusagen ANSA von uns.

00:15:40: also wir sind drei Agenturen die das gegründet haben im Vorjahr Und das ist von unseren Versuch Verantwortung in der Kommunikationsbranche nicht einfach nur zu diskutieren sondern auch in der Praxis zu organisieren.

00:15:52: Es ist ein Netzwerk für Marketing und Kommunikation.

00:15:54: Menschen Die sich bewusst

00:15:56: mit

00:15:57: sexistischen Stereotypen auseinandersetzen möchten und auch sich ihrer Verantwortung bewusst werden.

00:16:05: Also wir in Werbung und Kampagnen, wir schaffen ja auch Realität.

00:16:10: Wenn man rausgeht und sich umsieht all das was man auch in den Medien liest, also seine Werbeanzeige oder Überpressearbeit alles was da draußen ist wird irgendwie von KommunikatorInnen oder Werbeschaffenden beeinflusst Und das finde ich persönlich ist eine riesige Verantwortung.

00:16:28: Uns geht es einfach darum, dass wir sagen, wir wollen nicht nur die Gesellschaft zu spiegeln wie sie jetzt ist sondern wir wollen auch die Narrative aktiv mitgestalten, Rollenbilder aufbrechen und ja eine bessere Welt normalisieren und eine geschlechtergerechte Welt normalisierung vor allem.

00:16:49: Ich bin mir jetzt gerade unsicher, ob wir das wahnsinnig zahnig macht.

00:16:52: Weil wir es noch immer brauchen – offensichtlich!

00:16:56: Auch wenn wir über Sexismus schon tatsächlich auch sehr viel wissen und gesprochen haben.

00:17:04: oder ob mit des zuversichtlich stimmt dass es solche Netzwerke gibt die sich zusammenschließen und sagen wir gehören nicht auf Wir bleiben da dran und wir setzen uns ein, dass sich da was ändert.

00:17:15: Es ist natürlich, also es hat sich schon einiges geändert.

00:17:18: Wir sind schon sehr viel weiter als jetzt noch in den Neunzigern wo man die wirklich sexistische Werbung überall sieht.

00:17:24: aber dieser Sexismus in der Sprache oder in einer Werbung Kommunikation er zeigt sich heute oft subtil.

00:17:30: das ist nicht mehr so plakativ sondern es ist oft eher das Gefährliche dass das Muster sind die wir ständig wiederholen ohne dass es uns gefährlich vorkommt.

00:17:44: Das ist zum Beispiel Frauen immer in Kehrrollen zu zeigen, Männer immer als Expertinnen und Experten zu zeigen.

00:17:59: Und da kann man sehr wohl die Kultur verändern indem er die Bild Sprache auch verändert, indem man andere Menschen zeigt.

00:18:07: Menschen die wir nicht gewohnt sind und nicht den Schönheitsidealen entsprechen, die vielleicht Behinderungen haben, die nicht standardmäßig als der Businessman abgebildet werden?

00:18:17: Und vielleicht die Menschen in einem erwartbaren Kontext zu zeigen.

00:18:21: oder wenn du sagst Menschen mit Behinderung auch zu zeigen sie vielleicht nicht in einer Situation zu zeigen, die wir jetzt erwarten.

00:18:29: Nämlich dass ihre Behinderung jetzt da gerade eine Rolle spielt sondern sie völlig in Situationen abzubilden, mit denen jetzt dazu sehr gar nicht rechnet.

00:18:39: Die aber für Menschen mit Behinderung auch Realität sind.

00:18:43: Aber die genau einkaufen, die noch nahe.

00:18:47: Es werden ganz oft Menschen mit Behinderungen dann gezeigt, wenn es um Behinderungen geht.

00:18:50: Sie werden nicht gezeigt, ob es um ihre Expertise oder Hobbys, um ihre sportlichen Leistungen geht.

00:18:55: und da kann man ansetzen.

00:18:57: jetzt in der Bildsprache

00:18:58: zum Beispiel.

00:19:04: Glaubst du Kann man mit Sprache, ich habe es ja einfach reingegründet weil ihr was erreichen wollt.

00:19:11: Kann Sprache allein Strukturen verändern?

00:19:14: Wie mächtig ist das Werkzeugsprache wenn es um eine strukturelle Veränderung geht?

00:19:19: Also Sprache alleine reicht nicht aber ohne Sprache lassen sich diese Strukturn auch nicht einmal sichtbar machen geschweige den Verändern.

00:19:29: also natürlich wenn wir nur Begriffe austauschen und nichts am Verhalten oder an Institutionen ändern, dann bleibt es nur Verpackung.

00:19:35: Dann bleibt das nur Kosmetik.

00:19:38: Gleichzeitig beginnt aber jede Veränderung auch damit dass etwas benannt oder eingeordnet werden kann und auch dadurch vorstellbar gemacht wird für Menschen.

00:19:48: Und ja inklusive Sprache ist für mich deshalb auch kein Endpunkt oder einfach nur kosmetik sondern sie ist auch tatsächlich ein Werkzeug weil sie Sichtbarkeitschaft weiß die Bewusstseinschaft.

00:19:59: Aber daraus muss auch Praxis entstehen und Politik- und Strukturveränderungen müssen darin folgen.

00:20:05: Ich weiß nicht, vielleicht hast du Folter was ein?

00:20:09: Vielleicht da nicht?

00:20:09: Ich weiß das nicht, ich frag die trotzdem.

00:20:12: Gibt es, hast du heute irgendein Beispiel ein wo du sagst ganz konkret in den letzten fünf zehn Jahren ist irgender Wort quasi unersprechlich geworden weil wir verstanden haben als Gesellschaft dass das einfach sich nicht mehr ausgeht?

00:20:32: gibt es bestimmt ein paar mehr Folgen, natürlich auf die schnelle Kanadens einen.

00:20:35: Aber umgekehrt fallen wir Wörter ein, die zuerst zum Beispiel beleidigend waren und jetzt von gewissen Gruppen ganz aktiv zurückgehaubert werden.

00:20:45: Eines dieser Wörtern ist zum Beispiel Fett,

00:20:48: dick!

00:20:49: Das ist etwas was ich noch gelernt habe sehr negatives Wort als Kind.

00:20:53: Und jetzt sehe ich immer mehr in dieser Body-Positivity Bewegung oder Body-Nutrality Bewerbung.

00:21:00: Es ist einfach nur eine Beschreibung.

00:21:02: Fett-Aktivistinnen verwenden es als neutrales Adjektiv und das finde ich ganz, ganz stark wenn solche Wörter die eigentlich negativ behaftet werden von Communities zurückerobert werden und sagen Ja!

00:21:15: Es ist ein Wort, keine Beleidigung.

00:21:18: Da folgt mal Geschichte an, die mir damals unglaublich peinlich war.

00:21:21: Mein Sohn war glaube ich zwei oder drei, also wirklich noch klein Und wir waren im Supermarkt Und sind den Gang entlang, und der Frau kommt uns entgegen.

00:21:33: Ich weiß gar nicht mehr was genau der Kontext war, aber er hat auf alle Fälle gesagt die fette Frau oder die dicke Frau.

00:21:39: Ich glaube ich habe nicht einmal Fett gesagt, der dicke Frauen sagt lautstark wie Kinder mit zwei drei das halt sagen.

00:21:44: Mir war es so unglaublich unangenehm weil man gedacht hab oh Gott!

00:21:49: Das sagt man nicht.

00:21:50: Wie erkläre ich ihm jetzt?

00:21:51: Also wie löse ich diese Situation in diesem Moment, damit die das auflöst und ihr auch signalisiert, dass das jetzt nicht in Ordnung war

00:21:59: etc.?

00:21:59: Ich habe es natürlich überhaupt nicht lösen können.

00:22:01: Aber ich war völlig nicht in der Lage, das zu tun!

00:22:04: Es hat mich aber sehr lange beschäftigt und irgendwann habe ich gedacht, das ist so krass weil er hat das weder negativ noch positiv gemacht.

00:22:12: Für ihn war das einfach die Beschreibung einer Person.

00:22:18: Ich habe das dann so gut reflektieren können für mich, weil ich mir gedacht hab ja krass.

00:22:23: Wenn jetzt mich jemand fragen würde, ich kann nicht sehen, beschreib dich kurz was würd' ich sagen?

00:22:28: Weil mir wird's angehen, ich bin nur so eine dickere Person weiblich und nicht sehr groß Und ich würds auch nicht negativ meinen es ist okay und deshalb finde ich das einfach auch so richtig gut wenn Community sich das auch so zurücknehmen weiß.

00:22:43: Es ist halt einfach... Beschreibung?

00:22:47: Sollte es sein.

00:22:48: Es ist natürlich nicht in der Gesellschaft, zu ehrlich muss man sagen.

00:22:50: Aber wir

00:22:51: sind am Weg dahin.

00:22:51: und genau das gleiche passiert mit dem Wort behindert.

00:22:55: Behindert ist kein Schimpfwort!

00:22:56: Und während es ja einige Menschen oder ich hör's immer noch wenn Jugendliche irgendwo vorbeigehen und das als Schimpffort verwenden dann bin ich mir so lauter, behindert ist keine Schimpftfort, zugleich verwendet ein Mensch mit Behinderungen ganz natürlich als Beschreib'ung

00:23:10: über sich selbst.

00:23:11: Es ist so krass, ich muss immer so viele Geschichten erzählen vom Schulalltag meines Sohnes und von dieser... Also wir haben es gestern die Situation gehabt.

00:23:23: Wir haben ihn von der Schule abgeholt und sind nach Hause gegangen Und die Anna weiß das, wir haben ein paar mal schon darüber gesprochen.

00:23:30: Ich versuche meinem Sohn sehr viel zu erklären Dinge Welche Dinge gehen, welche gehen nicht?

00:23:37: Mir ist das Thema Gendergerechtigkeit sehr wichtig.

00:23:41: Ich versuche ihm zu erklären was eine gute Sprache ist und keine gute Sprachen sind.

00:23:44: Gestern war er völlig fertig, weil er gesagt hat es ist so schwierig gerade für mich in der Schule.

00:23:49: machen sie jetzt, weil irgendwer ist gekommen und die Oma hat gesagt so und jetzt schaut da drüben das kleine Negerlein So!

00:23:58: Die Kinder haben das wahnsinnig lustig gefunden Und jetzt reden Sie die ganze Zeit über Negerlein.

00:24:07: Und er war dann so total fertig, weil gesagt hat ich weiß das ist falsch und ich weiß dass es nicht in Ordnung.

00:24:16: aber wenn alle lachen muss sich manchmal mitlachen.

00:24:20: und ich mag auch nicht immer der sein der sagt es geht nicht.

00:24:25: und ich habe die vorher gefragt ob es irgendeinen Begriff gibt wo man Wo wir wissen, heute sagt man das nicht mehr weil es geht sich nicht aus.

00:24:33: Und ich glaube das ist ein Begriff der eine Zeit lang schon sich weniger ausgegangen ist also sich jetzt wieder ausgeht.

00:24:39: oder täusche ich mich da?

00:24:41: Also für mich geht er sich nicht raus.

00:24:43: Ich habe jetzt schon wo du es nur gesagt hast so mir gedacht hoch Sie verwendet den Begriff jetzt auch um die Geschichte nachzuerzählen.

00:24:50: Also für mich geht sich der Begriff überhaupt nicht aus.

00:24:53: zugleich, finde ich man muss ja Dinge vor allem Kindern gegenüber benennen und so sagen das sagt man nicht und es bringt nichts wenn jemand sagt das N-Word und mein Kind weiß nie was das N Wort

00:25:01: ist

00:25:01: oder das E-Wort.

00:25:02: Ich habe sehr lange gebraucht um zu herauszufinden was das E Wort ist in Indiana Genau okay.

00:25:10: also das bringt heute auch nix wenn man sich seine Bubble bewegt Aber man muss es ganz klar benennen.

00:25:14: Und ich finde das so cool von deinem Sohn, dass er da in seinem Alter schon so reflektiert ist und das schon benennen kann und verstehen kann, dass das falsch ist.

00:25:24: Das ist falsch?

00:25:26: Gleichzeitig sehe ich natürlich auch, dass für viele nicht falsch ist!

00:25:31: Also das ist schon ein sehr großer Druck jetzt mit den Visionistas die Agentur, deine Agentur für Kommunikation nachhaltige Kommunikations.

00:25:40: Ihr macht ja unglaublich viel Projekte auch im sozialen Bereich gesellschaftlichen Bereich und du hast bestimmt sehr viele Erfahrungen gemacht mit Menschen, die eben auch ich sage jetzt einmal an ihre Grenzen stoßen weil sie marginalisiert werden aufgrund von irgendwelchen Dingen.

00:26:04: Was macht das mit diesen Menschen, wenn sie verstehen die, dass Sprache sie diskriminiert?

00:26:10: Und was löst es aus bei Menschen.

00:26:14: Ja also ich denke

00:26:15: ganz

00:26:16: viele Menschen verstehen das Sprache sich diskriminieren.

00:26:19: aber es ist natürlich auch ein Bildungsthema.

00:26:23: Es ist eine Frage so ja fühle mich jetzt beleidigt durch das Wort Tschusch zum Beispiel, oder verwende ich es als eigene Beschreibung so.

00:26:31: Das ist glaube ich ganz unterschiedlich.

00:26:33: aber was es macht natürlich ist wenn man jetzt zum Beispiel sagt... Ich habe zum Beispiel persönlich die Erfahrung mit einer schweren psychischen Erkrankung.

00:26:40: Wenn ich dann in den Medien lese wie über Menschen mit der gleichen psychischen erkrankungen gesprochen wird als Monster, als Mensch mit einer Störung Das macht schon was mit mir jetzt gar nicht so persönlich, weil ich mir denke, die beschreiben mich so.

00:27:00: Sondern wenn Medien und Menschen weiterhin zum Beispiel über psychische Erkrankungen so sprechen dann stigmatisiert das weiter.

00:27:10: Dann hat es den Effekt dass sich Menschen zum Beispiel keine Hilfe holen in der Folge.

00:27:15: Dass es weiterhin ein Tabuthema bleibt.

00:27:17: also es ist da schon sehr wichtig präzise und respektvoll über so schwierige Themen zu sprechen.

00:27:27: Ja, braucht auch viel Bereitschaft oder sich damit auseinanderzusetzen?

00:27:30: Also ich muss das auch annehmen können.

00:27:32: Natürlich!

00:27:33: Dass es wichtig für mich ist.

00:27:35: Wir haben vorher über das Priming kurz gesprochen schon.

00:27:41: Was mir wichtig ist einfach der Aspekt dass Priming ja auch was Positives sein kann oder also Wie mein Gehirn auf negative oder auf bestimmte Wörter reagiert, die jetzt bei mir Schmerze auslösen zum Beispiel.

00:27:58: So kann ich ja das Gegenteilige auch bewirken?

00:28:01: Genau!

00:28:05: Ich kann sie ja auch empowern.

00:28:07: Ich kann in Menschen ein gutes Gefühl auslöschen.

00:28:12: Exakt.

00:28:12: Das ist das was wir bei Visionistas – der Name ist da schon im Programm – versuchen zu machen und durch Sprache und Kommunikation nicht nur zu informieren, sondern versuchen auch Zukunftsbilder zu entwerfen.

00:28:28: Das ist das, was wir bei Visionistas versuchen in unserer Arbeit zu machen.

00:28:33: Wir wollen nicht nur informieren sondern wir wollen Kommunikationsentwerpen die Zukunftsbildung schafft und die Menschen einlädt.

00:28:41: Und wenn ich in meiner Kommunikacion und Sprache Lösungen aufzeige, Handlungswege aufzeigere dann fühlen sich Menschen ganz anders empowert und ermächtigt, da Teil der Lösung zu sein als wenn ich nur Probleme benenne.

00:28:57: Und das ist ganz, ganz wesentlich!

00:29:00: Es sind oft die kleinen Dinge, ob ich jetzt spreche von ja wir müssen Armut bekämpfen – allein das Wort Kampf, das ist schon wieder ein Schmerzwort, ein negatives Wort oder ob ich sage Ich will Chancengleichheit oder Chancengerechtigkeit schaffen Das ist vielleicht eine Idee der mir anschließen kann und das ist die quasi gleiche Aussage.

00:29:23: Und das macht einen Unterschied, ganz unbewusst.

00:29:26: Das ist voll krass!

00:29:27: Weil ich habe versucht zu beschreiben einmal warum wir den Zorn brauchen und hab gesagt der Zorn ist ja wie mein... das sind die Zündschnur, die zünden muss damit er mal überhaupt was passiert.

00:29:38: aber dann brauche ich irgendwas anderes damit ich auch in die Aktivität komme Zuversicht

00:29:46: kommen.

00:29:47: Und wenn du sagst, dass das Wort Armut bekämpfen, dieses Kampf bekämpfen dann stellen wir gerade vor, dass es manchmal ja notwendig ist um diese Aggression auch auszulösen weil ansonsten ist ja das Risiko durchaus hoch, dass ich mich so in einer Wohlfühle sprache nach dem Übersprach sprechen will.

00:30:10: Bleib in so einer wohlfühlen Sprache und in Wirklichkeit mache ich nie zunder.

00:30:15: Oder?

00:30:16: Ich haue nie einmal drauf und sage, so geht es nicht!

00:30:19: Und das geht wahrscheinlich auch nur indem ich eine bestimmte Sprache spreche.

00:30:23: Genau also ich finde es schon wichtig... Wir wollen Armut bekämpfen.

00:30:28: So, ja das ist schlecht.

00:30:30: Zugleich will ich nicht armutautomatisch mit was Schlechten assoziieren.

00:30:33: Ich will nicht automatisch sagen zu den Menschen, wenn er dich ab von diesem Thema ... Das ist was Negatives.

00:30:38: damit willst du dir nicht befassen sollen.

00:30:40: Ich muss halt direkt in die Handlungsmöglichkeit gehen oder ich muss dann danach eine Sprache finden, die nicht klein macht sondern die den Raum aufmacht und mir zeigt Was kann ich jetzt tun persönlich?

00:30:51: Und ich glaub da.

00:30:52: Also ja, so ein Ja.

00:30:54: Aber auch Lösungen unbedingt.

00:30:57: Ich finde ihn ganz wichtig und da sind wir bei dem was Anfangs schon kurz gesprochen worden ist Sprache öffnet Räume.

00:31:05: ich kann anderen Menschen auch helfen dabei ihre Sprache zu finden.

00:31:10: möglicherweise ist es dadurch dass sie vielleicht auch nicht dass ich manchmal Sachen zulasse in dem Wissen das die Person mir ging über das jetzt gar nicht besser weiß.

00:31:20: Aber damit ich niemanden in eine Sprachlosigkeit bring.

00:31:24: Ich glaube, das ist ganz wichtig und also ... Das wird ihr mitnehmen für mich als ... ja so was Take away!

00:31:36: Sprache ist so echtig.

00:31:37: Sprache is ein Werkzeug.

00:31:40: Sprach ist nie neutral.

00:31:41: Ich kann mit Sprache Gutes auslösen.

00:31:44: Ich kan mit Sprachen auch etwas Schlechtes auslösn.

00:31:48: Wenn ich weiß, um zu gehen, kann ich das sehr bewusst machen?

00:31:52: wird ja auch sehr bewusst gemacht, oder?

00:31:55: Medienkommunikation.

00:31:57: Die wissen... würde ich jetzt einmal behaupten sehr gut wie man mit Sprache umgeht sowohl auf die eine Seite als auch auf der andere Seite.

00:32:05: Politik Lobismus also.

00:32:08: die haben erkannt wie wichtig

00:32:09: Sprache ist.

00:32:13: Ja super spannend!

00:32:15: Ich weiß auch warum ich mich mit Anna über dieses Thema unterhalten wollte Weil das einfach so viel versätten hat und weil du dich sehr intensiv damit auseinandersetzt mit dem Thema.

00:32:28: Also ich profitiere sehr viel davon, ich hoffe sehr viele unserer Hörerinnen profitieren auch davon und nehmen für sich ein bisschen mit dass ich was tun kann.

00:32:39: Und ich habe anfangs gesagt ja wir sind nur Wörter!

00:32:42: Mit dem möchte ich abschließen, wenn wir über diese Gender sprechen Kann ich auch sagen, es sind ja nur Wörter.

00:32:51: Also gendert's halt einfach!

00:32:54: Und in diesem Sinn sage ich Danke.

00:32:56: Danke Anna für deine Zeit.

00:32:57: Vielen Dank für die Einladung.

00:32:59: Hat mir ganz viel Spaß gemacht.

00:33:01: Ich freue mich wenn möglichst viele von euch das auch weiterleiten.

00:33:06: Leitet ihr es an zwei Leute weiter?

00:33:08: Von denen ihr glaubt, sprach ich ja, das interessiert die Person total und bin voll gespannt was ihr uns rückmeldet Und wünsche jetzt allen noch einen wunderschönen Tag.

00:33:20: Vielen Dank!

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