Barbara Haas: Sind wir Feminismus-Müde? - Folge 8

Shownotes

In dieser Folge von Zorn & Zuversicht begrüße ich, Christa Kloibhofer-Krampl die renommierte Journalistin, Autorin und Podcasterin Barbara Haas. Gemeinsam tauchen wir tief in ein Thema ein, das unser aller Zusammenleben prägt: Die Rolle der Frau in einer Gesellschaft, die zwischen Fortschritt und dem Rückzug in alte Rollenbilder schwankt.

Barbara Haas, bekannt für ihren scharfen Blick auf gesellschaftliche Schieflagen, spricht offen über die Herausforderungen des modernen Feminismus. Sie beleuchtet die Kluft zwischen dem Wunsch nach Gleichberechtigung und der Realität von Care-Arbeit, dem "Gender Pay Gap" und dem bizarren Trend der "TradWives" auf Social Media.

In dieser Folge erfährst du:

  • Feminismus als Freiheitskampf: Warum Gleichberechtigung kein Frauenthema ist, sondern die Basis für eine gesunde Gesellschaft für alle Geschlechter.
  • Die Falle der Care-Arbeit: Warum unbezahlte Arbeit (Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege) das zentrale Hindernis für wirtschaftliche Unabhängigkeit bleibt.
  • Das Phänomen "TradWives": Barbara erklärt den gefährlichen Reiz von Social-Media-Trends, die eine Rückkehr in die 50er-Jahre romantisieren und die mühsam erkämpfte Freiheit gefährden.
  • Bullshit-Detektor: Wie wir manipulative Erzählungen über das "wahre Frausein" erkennen und uns dagegen wehren können.
  • Strukturen ändern statt Frauen: Warum es nicht reicht, wenn Frauen "mehr wollen", sondern warum sich das System (Arbeitsmarkt, Politik) bewegen muss.

Ein Gespräch über Rollenklischees, gläserne Decken, die Zuversicht durch weibliche Vernetzung und die Frage, wie wir eine Zukunft gestalten, in der "Fairness" mehr ist als ein Wort.

Dein Impuls für diese Woche: Barbara Haas und ich laden dich ein: Hinterfrage in dieser Woche eine "selbstverständliche" Rollenverteilung in deinem Umfeld – sei es bei der Hausarbeit, im Job oder in der Kommunikation. Wer übernimmt die unsichtbare Planung (Mental Load)? Was kann ich aktiv für eine bessere und fairere Verteilung tun? Lass es uns gerne wissen.

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Produziert von DAS POD (https://daspod.at/).

Portrait-Bild ©: Kleinsasser Christoph

Transkript anzeigen

00:00:10: Ja, let your husband's lead.

00:00:14: Das habe ich vor kurzem gehört und gelesen.

00:00:18: Und

00:00:19: im ersten Moment war er total schockiert haben wir gedacht oh Gott was kommt da jetzt auf uns zu?

00:00:24: Und dann haben wir mir gedacht naja gut wir haben schon so eine Rückwärtsbewegung in der Gesellschaft.

00:00:28: Wir besinnen uns wieder diese traditionellen Rollenverteilungen, traditionelle Werte.

00:00:34: Grunde

00:00:35: ist es ja jetzt.

00:00:36: ich schon wurscht, ob mir das grantig macht oder nicht.

00:00:39: Und ob das tatsächlich so ist?

00:00:40: Darüber spreche ich heute mit einem Gast.

00:00:43: Ich mag das Gästin nicht so gern deshalb der Gast Barbara Haas.

00:00:48: Mir fällt niemand besser ein und genau über dieses Let Your Husband Lead zu sprechen heute und freue mich sehr dass du da bist!

00:00:57: Ja danke für die Einladung.

00:00:58: freu mich auch.

00:00:58: Super für alle und ich glaube so viele werden es nicht sein, die nicht wissen wer du bist.

00:01:03: Vor allem alle die begeisterte Podcast-Hörerinnen sind werden sie wissen aber stelle dich da einfach ganz kurz selber in zwei bis drei Sätzen vor!

00:01:11: Also, ich bin Journalistin und Podcasterin.

00:01:15: JournalistIn schon sehr lange, schon über zwanzig Jahre Podcasterin seit ca.

00:01:19: acht Jahren jetzt zusammengerechnet.

00:01:22: Bin bei der kleinen Zeitung leitende Redakteurin für Frauen- und Familie und Gesellschaft und hab seit eben auch schon fast fünf Jahren den Podcast für ein Female und befasse mich halt mit gesellschaftsrelevanten Themen immer so bisschen aus der Perspektive von Frauen.

00:01:39: Genau!

00:01:40: Ja freut mich sehr, den Podcast.

00:01:42: Ich kenne deinen Podcast kann auch direkt Empfehlungen aussprechen an alle die sich für diese Perspektive interessieren und die Folge in der ich gerade mittendrin bin und in der er wirklich hängen ist die Kathrin Kneisel-Folge, die Radikalisierung bei Kathrin So pauschbar aneinend.

00:01:58: Also gleich direkt einmal eine sehr, sehr große Empfehlung von mir.

00:02:03: Bevor wir jetzt in dieses Thema Let Your Husband Lead einsteigen, weil da kommt ja also das ja auch eine sehr große Bewegung dahinter.

00:02:10: Das ist ja nicht einfach nur so ein Satz sondern wir reden da ja über diese sogenannten Dread Wives und was dahinter steigt wäre es mir aber ganz wichtig dass wir grundsätzlich trotzdem noch einmal über das Thema Feminismus generell sprechen.

00:02:23: Was ist das?

00:02:24: Warum ist der so emotionalisiert, warum tun wir uns in Teilen so schwer damit?

00:02:29: und dein Podcast Fair and Female beschäftigt sich ja auch aus dieser Frauenperspektive.

00:02:36: Wie schätzt du das ein?

00:02:37: wie geht es uns als Feministin ein Grad?

00:02:39: Wie schaut's aus?

00:02:40: also wenn ich wenn nicht Entschuldigung wenn ich ein bisschen ausholen darf Aus meiner eigenen Perspektive, ich war viele Jahre Chefredakteurin der Wienerin.

00:02:53: Es gibt es jetzt so in der Form nicht mehr aber war ein Frauenmagazin, ein Lifestyle-Magazin mit feministischem Approach und in dieser Zeit das war von dem Jahr den Fall des Jahrhunderts bis zum Jahr zwanzig, habe ich mir gedacht... Es braucht eigentlich gar keinen Feminismus mehr, weil Frauen und Männer sind gleichgestellt.

00:03:11: Frauen können alles erreichen was sie eigentlich möchten.

00:03:14: es ist eigentlich viel erledigt worden von muss man sagen Frauen aus dem letzten Jahrhundert die eben für vom Wahlrecht beginnend sich eingesetzt haben eben für eine Gleichstellung Eine gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau.

00:03:27: So jetzt haben wir zwanzig sechsundzwanzig Und die Welt hat sich weiter getreten aber in eine Richtung Nicht wahnsinnig gut für Frauen sich entwickelt, muss man sagen.

00:03:39: Also man muss nicht nur an Donald Trump denken der überhaupt ein sehr abwertendes Bild von Frauen hatte immer schon und das auch politisch immer stark manifestiert sondern auch bei uns in Europa haben sich politische Kräfte die Frauen gerne in ihrer Rolle als Mutter und hinterm Herd hätten, einfach deswegen weil sie gerne mehr Kinder hätten.

00:04:04: Einfach deswegen, weil sie sich vor migrantischen Menschen fürchten.

00:04:08: Und deswegen hat der Feminismus also sozusagen das ist ja eigentlich ein Kampf darum dass alle Menschen gleich viel wert sind.

00:04:16: Das hat ja noch nicht sehr viel mit Frauen zu tun sondern einfach nur dass man eine Gleichstellung erreicht braucht es den Feminismus heute relativ stark wieder mit neuer Kraft.

00:04:29: Und diese neue Kraft, die spüre ich schon und da muss auch der Feminismus wie wir ihn vielleicht in den letzten Jahren so wahrgenommen haben in der Gesellschaft mit sehr viel Detailthemen.

00:04:43: also Ich gender immer und so oft ich kann.

00:04:47: Aber es ist nicht das zentrale Thema von einer gleichgestellten Gesellschaft, sondern es geht darum wie man diese Kehrarbeit verteilt, wie man Frauen die sich gut ausgebildet haben dann trotzdem denen ermöglicht eine Familie zu kriegen und deswegen nicht dann gleich zurückgestellt sind.

00:05:04: also alles diese Themen die aus meiner Sicht eben schon längst erledigt waren sind sie eben nicht.

00:05:10: und wir spüren dass jetzt der Druck auf Frauen so viel stärker wieder geworden ist, dass ich finde... dass es Feminismus braucht.

00:05:20: Und ich hätte auch gern oft ein anderes Wort dafür, weil ich weiß, dass viele Menschen in der Gesellschaft das mal prinzipiell ablehnen und sagen, dass sie es irgendwie Männer hasst – und dafür stehe ich nicht!

00:05:32: Mir fällt nur leider kein besseres Wort ein und manchmal muss man heute die Dinge auch bei diesem Namen nennen und kann sich eine Umgehungskonstruktion erfinden damit's halt für alle ein bisschen bequemer ist, weil bequem ist es halt nicht.

00:05:46: also sich recht zu bewahren, bedeutet immer für andere Teile der Gesellschaft, dass sie halt potenziell ein bisschen nachrücken oder wegrücken und Platz machen müssen.

00:05:58: Das ist glaube ich auch so die Definition von Fairness, oder?

00:06:02: Und das macht es wahrscheinlich also schwierig!

00:06:04: Weil Fairness heißt ja, dass die mehr haben, mehr Macht, mehr Raum einnehmen, mehr Geld einfach was hergeben müssen, ein bissel was hergehen müssen damit alle anderen auch mehr haben.

00:06:16: Das ist ja was, was wir grundsätzlich jetzt nicht so gern tun.

00:06:19: Und trotzdem ist es aber so wichtig!

00:06:21: Ja ich denke mir dass es viele gute Argumente gibt das zu tun.

00:06:27: also wenn man bei einem Kernwert unserer Gesellschaft beginnen nämlich dieser Familie die wir alle wahnsinnig wichtig finden dann hat es ja natürlich sehr viele Vorteile zu sagen, was müsste man eigentlich tun damits Familien leichter wird Familie überhaupt zu werden.

00:06:48: Also wir haben ja nicht zufällig eine so niedrige Geburtenrate und wir haben auch nicht zu fällig viele gut ausgebildete Frauen die sich einfach das hundertmal überlegen ob sie ein Kind kriegen, weil sie damit schlechter gestellt sind.

00:07:01: Und das hat aber eben nicht nur ... Das betrifft nicht nur Frauen sondern es betrifgt die der zugehörigen Partner und die der zugehörigen späteren Väter.

00:07:11: dass wenn man sich überlegt was ist eigentlich dieser Wert?

00:07:14: Dass es schon Sinn macht zu sagen werden wir sein bisschen besser aufteilen auch den Druck für etwas verantwortlich zu sein also diesen und da Anführungszeichen vielleicht höher bezahlten Job haben zu müssen, deswegen keine gute Beziehung zu Kindern aufbauen.

00:07:32: Und wenn diese Männer dann eben keine gute beziehungen zu ihren Kindern haben können weil sie nie da sind und das auch nie gesehen haben, weil auch ihre Väter schon nie da waren.

00:07:42: also wenn man sich überlegt hey Leute!

00:07:44: Hey Männer!

00:07:45: Da ist was drinnen für euch dass euch für euer ganzes Leben wirkliche Bereicherung bringt könnte man sich schon ein Argument draus basteln und sagen, was muss man denn machen damit solche Beziehungen besser stattfinden können?

00:08:00: Und dann ist es vielleicht nicht mehr nur dieses Hergeben müssen sondern dann ist das halt auch etwas was man gewinnen kann.

00:08:07: Es ist so ähnlich wie beim Klimaschutz wenn man glaubt oder auch immer argumentiert bekommt Du musst auf was verzichten, dann ist natürlich nicht so leicht sich dafür zu begeistern.

00:08:18: Wenn man aber erkennt dass man schon noch etwas gewinnen kann und ich finde Beziehungen zu anderen Menschen also auch zu mehr Beziehung zu Freunden Mehrbeziehungen also mehr Zeit zu haben Beziehungszuentwickeln und zu pflegen die einem bleiben Auch wenn Jobs sich ändern das denke ich könnte man schon in den Fokus setzen Und darüber Ist es dann eben nicht mehr ein, du musst aus der Reihe verschwinden und Platz für eine Frau machen?

00:08:46: Sondern ist das vielleicht eine Win-Win Situation.

00:08:51: Aber da sind wir noch nicht!

00:08:52: Das möchte ich gleich dazu sagen.

00:08:54: Es ist ein Argumentationsangebot.

00:08:57: Du hast jetzt im Grunde zwei Sachen angesprochen die sehr spannend finden.

00:09:02: Eine ist diese Erzählung, du kannst was gewinnen.

00:09:06: Ich würde jetzt mal behaupten, das haben ja Männer so nicht gelernt.

00:09:10: Sie haben nicht gelernt dass es auch ein Gewinn ist wenn ich Zeit mit meinen Kindern verbringe weil sie halt einfach eine Teil der Lebensrealität ist.

00:09:19: und die zweite ist was ich ganz spannend finde Ich behaupte ja immer, wir führen keine ehrliche Diskussion.

00:09:26: Wenn es darum geht Frauen es möglich zu machen wieder voll im Job zu sein Wir reden immer über Betreuungsplätze und dann funktioniert das.

00:09:38: aber dahinter ist immer die Erzählung.

00:09:39: Dann habe ich alle in einer hundertprozent der Werbstätigkeits für die Volkswirtschaft.

00:09:43: super.

00:09:44: Du hast jetzt aber selber auch schon angesprochen dieses Thema.

00:09:47: Ich gewinne was wenn ich Zeit mit Menschen verbringe.

00:09:50: Das las ich ein dieser Erzählungen komplett aus.

00:09:53: Also diese Frage, was braucht eine Familie auch damit sie füreinander sehr gut funktionieren kann.

00:10:01: Wenn ich von Kindern spreche, die sich kleinen Menschen sehr gut begleiten können, findet ja in dieser Argumentation dann wenig statt wenn es immer nur unter Anführungsstrichen ist.

00:10:11: Ich bin ein großer Fan dass wir flächendeckend sehr gute Betreuungsplätze brauchen.

00:10:18: Es geht darum alle hundert Prozent in Erwerbstätigkeit zu haben, damit das volkswirtschaftlich funktioniert.

00:10:23: Das finde ich schwierig.

00:10:25: Ja du hast total recht es ist schwierig aber es ist andererseits.

00:10:30: derzeit in unseren Wirtschaftssystemen ist diese Arbeit nicht als Arbeit eingepreist.

00:10:36: also alles was du tust oder was wir alle tun wenn wir uns um Kinder kümmern alte Menschen, dann ist das eben unbezahlte Arbeit.

00:10:48: und solange das unbezahlte Arbeit ist es logisch dass es nicht in dem Wirtschaftskreislauf als auch ein Faktor drinnen ist.

00:10:56: Das Argument was du gemacht hast mit...das hat eine Qualität wenn man sich um diese Beziehungen kümmert, würde ich zu hundert Prozent unterstreichen.

00:11:05: aber Ich würde es auch so sehen, dass es eine Zeit gibt.

00:11:09: Nämlich wenn Kinder sehr vulnerabel sind und sehr klein sind – also man spricht ja immer von diesen ersten zwei Jahren wo sich das Hirn erst vertratet und wo man dann erst Beziehungen überhaupt möglich machen kann.

00:11:21: Also diese Erfahrung in diesen zwei Jahren für diese kleinen Wesen ist sehr wesentlich.

00:11:26: Und wenn wir diese Zeit fairer aufteilen würden… Dann spreche ich noch nicht von Fremdbetreuung oder von Betreuungs-Einrichtungen, sondern einfach von diesen Menschen.

00:11:35: Und das müssen auch nicht nur Mutter und Vater sein aber vom Menschen die enge Bezugspersonen sind.

00:11:41: Wenn man die besser aufteilen könnte – damit müsste sich die Politik befassen und sowas wie verpflichtende Kerenzzeiten für Väter, die ihren Namen verdienen einführen – dann könnte man natürlich da diese Beziehungsgrundlage schon schaffen.

00:11:58: Andererseits Ich bin auch ein sehr, sehr großer Fan von Betreuungseinrichtungen und ein Argument das da aus meiner Sicht sehr schlagend ist.

00:12:09: Wenn Familien aus sehr wenig Kindern bestehen vielleicht nur aus einem Kind dann ist es wahnsinnig wichtig für kleine Kinder auch bald soziales Lernen überhaupt so ermöglicht zu machen weil eine Mutter ein Vater sind nicht einen Spielpartner Die können das auch nie werden.

00:12:31: Und wer jemals Kinder hatte oder hat, welche möchte der wird es dann noch lernen?

00:12:40: Oder sehen in dem Moment wo das Kind im Kindergarten ist geht die Lernkurve in einer Dimension nach oben und diese Lernerfahrung gibt es nur in diesen Betreuungseinrichtungen, weil wir eben nicht mehr in einer Zeit sind wo sowieso vier fünf Kinder zu Hause herumhüpfen und die Jüngeren von den Älteren lernen.

00:13:01: Also ich würde die Betreuungs-Einrichtung nicht nur zum Wegschieben damit die Frau arbeiten kann oder Eltern arbeiten können sehen sondern schon auch als zentraler als erste soziale Schule in die Menschen gehen können.

00:13:18: Es ist im Grunde ein Lernraum,

00:13:19: eine

00:13:20: Möglichkeit für Kinder.

00:13:22: Also ich weiß da gibt es ja Studien die das tatsächlich auch belegen dass Kinder diese früh in einer Betreuungseinrichtung sind manche Dinge schneller können besser können mit Situationen besser umgehen können.

00:13:35: aber das ist ein ganz anderes Thema.

00:13:38: Vorher hat eingangs schon die Frage gestellt, wie geht es dem Feminismus?

00:13:43: und in der Vorbereitung zu dieser Folge.

00:13:47: Weil ich würde ja über mich immer sagen, ich bin eine Feministin.

00:13:50: Und ich habe in der vorbereitung dann ein bisschen mich eingelesen weil so wirklich wissenschaftlich oder intellektuell befasse ich mir mit dem Thema nicht und bin dann schon draufgekommen gibt es ja schon auch Brösel.

00:14:02: Da gibt's Brösel, weil sich das so ein bisschen fragmentiert.

00:14:06: Also man hat zwar das gleiche Ziel aber sehr oft beschäftigt man sich mit dem was wir jetzt anders machen würden also die Wort Intersektionalität zum Beispiel.

00:14:17: Das haben vielleicht einige verfolgt da gab sie diese Geschichte mit der Gertraud Klem oder in Österreich Die einer feministischen Bewegung angehört, die einfach sagt Ich möchte zum Beispiel queere Menschen, nicht trans-Menschen in meinen weiblichen Räumen haben.

00:14:34: Weil ich fühle mich dadurch irgendwie... das passt man nicht!

00:14:39: Ich bin beunruhigt, es ist mein Safe Space und ich möchte das nicht.

00:14:42: Das war eine sehr große Geschichte, Gertrath Klemmes für Ministerin, Schriftstellerin.

00:14:48: Und das ging soweit, dass man sich einfach wieder ausgeladen hat von Panels.

00:14:55: Man ist nicht mehr hingegangen zu Veranstaltungen wenn sie dort war und so weiter und sofort.

00:15:00: Es geht mir gar nicht so darum ob ich es jetzt gut finde was ich sagt oder nicht gut finde sondern darum ob wir verlieren wir uns nicht ein bisschen in solchen Diskussionen und verlieren wird nicht so ein bisschen das gemeinsame Ziel.

00:15:10: wie würdest du das einschätzen?

00:15:12: Ja, die Geschichte mit Gertrott Kämme ist natürlich sehr beispielhaft.

00:15:17: Sie wurde auch ausgeladen von einem Buchprojekt wo sie eigentlich schon dabei gewesen wäre mit Marike Fallwickel und eben weil so quasi sie es nicht feministisch genug war sie gewisse Bedenken hat.

00:15:32: ich glaube dass dem dahinter steht das Problem So blöd das auch klingt, aber ... Solange es für Frauen in der Frauenbewegung klar war, dass es um ganz definierte Ziele geht.

00:15:52: Nämlich so was wie eben das Wahlrecht oder sowas wie das Recht auf eigene Arbeit ohne Erlaubnis des Ehemannes.

00:16:01: Führerschein

00:16:02: Dinge die man sich heute vielleicht gar nicht mehr vorstellen kann aber das waren so elementare Dinge hat man eine relativ große breite Mehrheit gefunden an Frauen um in diesen Kampf zu gehen.

00:16:14: Je bunter und je queerer die Community geworden ist, desto mehr Einzelinteressen sind da auch zu Tage gekommen.

00:16:24: Und natürlich kann es eine sehr legitime Forderung sein zu sagen ich respektiere Transpersonen aber aus meiner Definition sind sie trotzdem keine Frauen Und wenn sie keine Frauen sind, dann haben Sie vielleicht andere Räume.

00:16:44: Aber Sie haben nicht alle Räime die für Frauen sind!

00:16:47: Ich finde das legitim und ich finde es andererseits legitim der queeren Community zu sagen Leute, wir kämpfen für Minderheiten.

00:16:58: Wir kämpfen Für die, die am wenigsten Anerkennung in der Gesellschaft haben.

00:17:03: das ist für uns doch ein Boden auf dem wir uns begegnen können.

00:17:08: Wir müssen diese Menschen auch unterstützen.

00:17:10: also beides kann wahr sein Die berühmte Ambiguität Toleranz.

00:17:15: und warum ich sage dass das Patriarchat Der Grund für diese Auseinandersetzungen sind is Wenn es eng wird im Feminismus und wenn's eng wird mit wem man da kämpft, dann kommt man bald zu der Erkenntnis das gegen das Patriarchat anzukämpfen.

00:17:36: Eine sehr, sehr mühsame Angelegenheit ist!

00:17:39: Und wenn man stattdessen wieder gegeneinander den Kampf ausfügt, dann hat man gefühlt Erstens einen Kampf, den man gewinnen kann.

00:17:52: Weil man eine Gegenposition hat die ungefähr gleich stark ist oder wo man zumindest einen gleichen Raum hat und dann verlegt man die Auseinandersetzung auf ein Nebengleichs.

00:18:05: Ich glaube dass das ganz automatisch passiert.

00:18:08: also das hat man im Feminismus immer wieder von die richtige Art zu arbeiten, mit der richtigen Art eben wieder Kinder zu betreuen oder die richtige art eine Frau zu sein.

00:18:19: Also da gibt es dann unter Frauen ganz viele Auseinandersetzungen und weil man sich den großen Kampf im Prinzip nicht zutrauen kann, weil die Wahrscheinlichkeit das man verliert bei hundert Prozent

00:18:33: steht.

00:18:35: Ich will diese Diskussion um Unterschiede im Feminismus deswegen nicht schmälern.

00:18:40: ich glaube nur dass es trotzdem ein Blänkungsmanöver ist und ich würde wirklich dafür rittern, im Feminismus zu sagen vielleicht können wir uns auf ein zwei drei Dinge einigen wo wir alle dafür sind.

00:18:57: also wir sind vielleicht alle dafür.

00:18:59: eben für diese Aufteilung der Kehrarbeit oder für weiß ich nicht muss sich noch zwei Punkte finden.

00:19:06: aber damit man da wieder eine breite Basis schaffen kann Gemeinschaftlich-PS auf den Boden bringt.

00:19:17: Für mich ist Island immer so ein super Beispiel dafür, die hatten in den großen Frauenstreiktag und den haben sie noch nicht mal so genannt weil sogar in den kleinen Landen in Island gab es Unterschiede und da hätte man niemals Feminismus gesagt und nicht mal Streiktag sondern Frauenruhe taggenannt weil man die Konservativen Frauen auch mitnehmen wollte.

00:19:43: und sogar die Suffragetten haben sich nur auf einen, auf zwei Punkte reduziert.

00:19:52: Und haben gesagt okay wir wollen das Frauenwahlrecht und wir wollen einen Anteil an der Bildungsmöglichkeit damit man eben unterschiedliche politische und Haltungsperspektiven von Frauen damit mitnehmen kann.

00:20:09: also wenn sowas ... Darf ich einen Wunsch hier aussprechen?

00:20:12: Da wäre ich total dafür, dass man sich auf das wiederbezieht und reduziert auch.

00:20:19: Weil ich glaube, dass gemeinsame Kraft die einzige ist, die wirklich Veränderungen bewirken kann!

00:20:28: Da folgt mir ein ganz praktisches Beispiel.

00:20:31: Ein sehr liebe Freundin von mir hatte einen Label für nachhaltige Fahrradmode, also Bikebekleidung, sie ist selbst Bikerin nur für Frauen ganz fair produziert, sehr hochwertig, sehr hochpreisig.

00:20:47: Und sie hat mir mal erzählt den größten Shitstorm bekommen Sie aus der Queeren Community.

00:20:52: Die Queery Community sagt wieso macht sie Fahrradbekleidung für Frauen und nicht für weiblich gelesene Frauen?

00:20:59: Und ich verstehe das Argument, aber gleichzeitig verstehe nicht.

00:21:04: Man greift das Label an, dass für Frauen gemacht wird, aber nicht des Labels, das für Männer gemacht wird und es beschreibt glaube ich so ein bisschen dieses Dilemma wo wir sind.

00:21:15: vielleicht erwarten wir auch von anderen Minderheiten oder Menschen die einfach marginalisiert sind in irgendeiner Art und Weise mehr Bewusstsein für meine Maginalisierung.

00:21:27: und trotzdem glaube ich, dass es uns Kraft nimmt einfach auf Sicht.

00:21:32: Auf jeden Fall!

00:21:33: Und was man nicht vergessen darf ist das wenn sich eine Bevölkerungsgruppe erst mal formiert in ihren Rechten so wie es vor einigen Jahrzehnten in der schwulen Community war dann ist der Widerstand dem man da entgegen Tritt so groß, dass es ja ein paar, ich würde mal sagen radikale Vorreiter und Vorreitarinnen braucht um überhaupt Mal in die Mehrheitsgesellschaft einzudringen mit dem wir sind da.

00:22:04: Wir sind auch normal Und wir möchten hier auch einen Platz haben in der Gesellschaft.

00:22:09: Wenn das also in der Homosexuellin oder sagen wir Queer Community ist vielleicht nicht ganz korrekt aber hat sich das weitgehend normalisiert zum Glück, aber auch bei uns in Europa.

00:22:24: Man sieht aber in den USA dass das auch schnell wieder ein bisschen andere Rückwärtstendenzen haben kann.

00:22:31: also es ist was ich damit sagen will.

00:22:33: es braucht schon welche die auch immer wieder nachbohren und immer wieder sagen oder überzogene Forderungen stellen damit man am Ende zu einem Ergebnis kommt ein Kompromiss ist.

00:22:44: Und das ist wahrscheinlich in der Trans-Community auch so, wobei man sagen muss dass es schon gut tut die Verhältnismäßigkeiten immer wieder mal zu thematisieren.

00:22:58: Das ist eine sehr kleine Gruppe von Menschen betrifft und anders als wenn man schwul oder lesbisch ist.

00:23:05: Es nicht etwas ist was du relativ früh spürst sondern eigentlich, also was ich Berichte von Transpersonen jetzt auch gelesen habe.

00:23:17: Dass das schon ein sehr langer Prozess ist bis man überhaupt weiß dass man eben in so einem Körper ist der nicht zu einem gehört und aber dass man die Verhältnismäßigkeit wem betrifft für diese Menschen volle Unterstützung.

00:23:33: Aber es ist natürlich was anderes, wenn du sagst, du redest über fünfzig Prozent der Gesellschaft oder du rederst über eine ganz, ganz stark marginalisierte Gruppe und ich will das echt betonen alle Rechte dafür oder nicht?

00:23:46: alle Rechten aber alle Wertschätzung dafür auch für diesen Lebensentwurf.

00:23:50: Und das ist hart glaube ich, weil man dieses Leben sich erkämpfen muss damit man endlich ein bisschen Frieden finden kann.

00:23:59: Aber ich glaube, das muss es auch im demokratischen Diskurs möglich sein.

00:24:03: Das ein bisschen zu differenzieren und dann nicht das Kind mit dem Bade auszuschütteln und zu sagen okay für Transpersonen alle Rechte.

00:24:15: Ich halte es auch für problematisch diese Sportdiskussion.

00:24:18: Ich habe Kinder die machen beide Sport.

00:24:21: eine macht Leistungssport.

00:24:22: Ich halte es einfach aus physionomischen Gründen für bedenklich alles quer zu öffnen und dann so sagen, naja aber das ist inklusive Gesellschaft.

00:24:33: Das finde ich an der Stelle nicht.

00:24:36: Ich glaube es wird jetzt einfach auch ein langer Prozess werden sich auszuverhandeln.

00:24:44: Auch als Gesellschaft auszu verhandeln.

00:24:45: was ist eine inklusive gesellschaft?

00:24:48: Wo müssen wir Räume aufmachen?

00:24:50: Wo tun wir's bewusst nicht?

00:24:51: Es ist einfach ein sehr großes Thema.

00:24:53: Das wäre gesamtgesellschaftlich hoffentlich in den nächsten Jahren dann auch in irgendeiner Ort und Weise angehen.

00:25:00: Ohne zu wissen, also ich könnte jetzt da gar nicht so ganz klar sagen wo meine Meinung ist weil ich finde das ist ein.

00:25:07: also bin da mitten auch mit mir selber in einem permanenten Verhandlungsprozess und ich finde es in Ordnung.

00:25:14: Also ich find solche Entwicklungen brauchen Zeit.

00:25:17: Diese Zeit muss man sehr ernehmen damit man dann irgendwo einmal bei mehr Ergebnissen sagen kann eine Mehrheitsgesellschaft Findet das jetzt gut, was da passiert?

00:25:25: Ja und

00:25:26: vieles ist ja auch wirklich schon gelungen.

00:25:28: Also ich denke mir wenn man über Inklusion spricht... Ich habe selber eine Schwester die ist schwer psychisch krank und ist einerseits eingebettet in ihr normales soziales Leben aber mit sehr viel Toleranz von anderen Leuten, die einfach wissen sie ist so und andererseits Instrukturen.

00:25:47: dies ermöglichen Menschen mit Behinderung einfach auch ihren Teil an Leben einfach freutvoll zu leben, auch das.

00:25:55: Man muss nicht weit zurückgehen in der Geschichte von Österreich da hat man den Blick auf Menschen mit Behinderung noch ganz anders irgendwie wahrgenommen und verteidigt und alles war exkludierend.

00:26:06: also wie du richtig sagst es ist sicher ein Prozess und ich glaube dass wir da strukturell schon sehr viel geschafft haben.

00:26:13: auch zu dem Thema wann ist eine Gesellschaft eine gelungenen Gesellschaft?

00:26:20: natürlich brauchst Du auch den Blick auf die, die schwächer sind und die weniger Ressourcen haben um auch zu erkennen was ist die Stärke wenn alle gemeinsam sind.

00:26:32: Und das ist in feministischen Diskurs finde ich sehr ähnlich.

00:26:37: da wird es dank oder leider Gottes Social Media oft ein bisschen radikaler geführt und deswegen glaube ich verschwimmt ein bisschen das menschliche daran.

00:26:48: Da würde ich dafür plädieren, auch Räume zu schaffen die analog sind und nicht nur digital stattfinden.

00:26:54: Weil ich glaube dass das Verständnis von allen Richtungen dann ein größeres sein könnte aber wie du richtig sagst da sind wir dabei.

00:27:01: Ich glaub nur es bringt uns nichts immer nur zu sagen alles ist super

00:27:07: Ja, das bringt sich ja nix.

00:27:08: Also deshalb auch der Titel meines Podcasts Zorn und Zuversicht.

00:27:13: Wir brauchen diesen Zorn, wir brauchen ihn ganz dringend aber mit dem Ziel in die Zuversich zu kommen.

00:27:18: also es macht überhaupt keinen Sinn wenn man uns hinstellen und sagen sie sehe alles.

00:27:22: Ich sage jetzt rosa roter draußen kann er hellblau sein ist völlig wurscht Aber alles schön ist es ja nicht.

00:27:29: und deshalb brauchen wir dieses Feuer, das uns quasi anstattet.

00:27:33: Jetzt... Das ist gar nicht so lange aus, gab's ja auch bei Frauen diese Bewegung der Boss-Belbs.

00:27:44: also Frauen die individuell sehr viel geschafft haben nach vorn gegangen sind auf vorn gestanden sind als die Beispiele dafür dass man es als Frau schafft aber oftmals mit einer sehr männlichen In meiner individuellen Wahrnehmung, diese Bewegung ist ein bisschen durch oder sie wird weniger.

00:28:07: Weil auch diese Boss Babes haben ja durchaus irgendwann erfahren da gibt es eine Gläsernetecke.

00:28:12: also ganz so ist es dann ja auch nicht dass ich individuell einfach alles schaffen kann.

00:28:19: Ja jetzt gab diese Boss-Babes oder Girlbosses in den in dieser Zeit, wo auch so ganz große Tech-Chefinnen plötzlich die Bühne betreten haben und schon in gewisser Weise Vorbilder waren.

00:28:45: streng dich einfach ein bisschen mehr an.

00:28:47: Also wir haben das alle vielleicht noch oder manche vielleicht noch in Erinnerung, es gab Jerry Sandberg die damalige CFO glaube ich war sie von Facebook

00:28:56: oder

00:28:57: damals noch nur Facebook also schon eine wirklich hohe Position in einem Tech-Unternehmen dass damals auch ganz stark aufsteigend war Und die hat ein Buch geschrieben, das hieß Lean In.

00:29:08: Also im Hängen dich rein und dann stehen dir alle Türen offen und eben du pulverisierst damit alle Gläsern entdecken.

00:29:16: Das war eine sehr frischende Erzählung weil es eben ein bisschen weg ging von dem.

00:29:20: die Strukturen sind gegen mich, dass Patria Hart ist gegen mich.

00:29:24: Es gingen in diese individuelle vielleicht auch stark aus den USA kommende.

00:29:29: Du bist halt deines eigenes Glückes schmied Schmiedin.

00:29:35: Und das anzusehen und deren Gedanken, die nachzuvollziehen – das hatte eine irrsinnige Kraft!

00:29:43: Ich glaube, dass zu der Zeit auch sehr wohltuend war.

00:29:47: Da gab es bei uns schon viele Frauen, viel in ihre eigene Ausbildung schon investiert hatten, die einen großen Karriereweg muss nicht kein großer sein.

00:29:59: Aber einfach einen Berufsweg der für sie mit Selbstermächtigung und Spaß und Erfüllung zu tun hatte vor sich hatten – da war das ein großer Barsam und Unterstützung.

00:30:12: Es wurden halt die Strukturen drumherum.

00:30:15: Die wurden trotzdem nicht verändert und jetzt rede ich auch schon wieder von Strukturen, aber wenn dann diese Frauen – und da nehme ich mich selber gar nicht aus – plötzlich den Wunsch hatten nach Kinder oder nach Familie, dann ging es halt steil bergab.

00:30:33: Oder dann fielst du halt in die Stagnation weil wie wir vorher schon besprochen haben Es ist halt so wenn eine Frau ein Kind kriegt Dann fällt sie in ihrer Karriere Selbst wenn sie schnell wieder einsteigt.

00:30:47: Sie fällt einfach zurück und hat über zehn Jahre das ist auch über viele Studien belegt Einfach einen Rückschritt und den, der ist zu erwarten.

00:30:58: Da ist egal wie gut du rausgebildet bist und in welcher Stelle du einsteigst.

00:31:03: aber wenn du dieses Motto ernst nimmst im Sinne von streng dich an dann erfüllt sich das trotzdem nicht und ich finde dass toxische an dieser Boss Babes Beziehung oder Boss Babs Erzählung war dass sie die Enttäuschung auf die Frauen zurückgeworfen haben.

00:31:26: Also wenn es halt dann nicht geklappt hat, naja ...

00:31:29: Bist schon ein bisschen selbst schuld?

00:31:31: So ist das ja!

00:31:32: Dann hast dich halt nicht genug angestrengt und hast halt nicht alles getan oder ... Na ja also da kann man dir auch nicht helfen.

00:31:38: Ich hab dir den Leitfahren gegeben, wenn's nicht geklapt hat, ja, selber schuld Das ist vielleicht auch ein bisschen ein Grund für die jetzige Retraditionalisierung zu sagen, okay das hat ja offenbar nicht geklappt.

00:31:55: Also probieren wir es halt wieder mit dem wo wir Frauen anscheinend Gott gegeben so gemacht sind.

00:32:02: dann nehmen wir halt die Rolle an und müssen uns nicht mit diesen ständigen Selbstzweifeln Schuldeingeständnissen herumschlagen, weil dann ja dann war es halt so.

00:32:13: Haben wir kurz ausprobiert ist nichts für uns.

00:32:16: also dann wieder zurück.

00:32:19: Super Überleitung zu einem Thema über das wir ganz dringend sprechen müssen.

00:32:25: nicht nur weil du ein Buch darüber geschrieben hast Du hast das Buch geschrieben Bullshit in Blümchenkleid Es geht um Tread Wives Sondern wir müssen auch ganz dringen drüber schreiben was selten ein Thema gibt Wo ich sagen würde, es ist so was wie eine Hassliebe von mir.

00:32:42: Ich hasse es weil das fast nicht aushält wenn ich zuschaue was das macht mit uns Frauen.

00:32:46: und auf der anderen Seite sehe ich dieses Rapid Hole in das sich auch sehr gut hineinfallen könnte.

00:32:53: man muss ja fairerweise sagen sich mit diesen Dreadwives und wir kommen gleich dazu was die sind und was da passiert auseinanderzusetzen.

00:33:02: Es ist ja schon schön.

00:33:03: also ich schau mir das ja nicht ganz.

00:33:07: Also es ist ja kein unangenehmes Gefühl oder nur so semi-unangenehm, wenn ich mir das anschaue.

00:33:13: Manchmal denke ich mal ach mein nettes Outfit du schaust hübsch aus deine Kinder sind glücklich und ich kann quasi über Instagram förmlich riechen wie gut jetzt dein Kuchen riecht!

00:33:25: Ja das ist eine große Verführung und ich glaube du bist da nicht ganz alleine mit dem wie schnell man auch hinein kippen kann.

00:33:34: Rabbit Hole ist ein gutes Stichwort dazu.

00:33:37: Diese Treadwives oder diese großen Accounts der Treadwives sind etwas, was schon viele Sehnsüchter, glaube ich befriedigt die wir alle haben.

00:33:50: Da kommen vielleicht wieder zu unserem ganz ersten Thema dass wir den Wert von Familie schon zurecht hochhalten und wir das nicht.

00:34:02: Wir haben unser eigenes Aufwachsen irgendwie mitbekommen haben vielleicht auch dieses Was ist denn Geborgenheit?

00:34:08: und was ist das, wo wir uns wohlfühlen als Kinder?

00:34:12: Als Menschen noch da hinten irgendwie so drinnen.

00:34:15: Und denken uns dann ja aber das möchte ich vielleicht auch gerne mal weitergeben und mit geben.

00:34:19: und dann hüpfen diese Trade Wives durch meinen Instagram Feed und die machen so viel richtig.

00:34:26: Und die sind dabei aber auch noch so entspannt, da hat niemals eine Frau jemals Stress bei der ganzen Kocherei, bei dieser Kinderbetreuung.

00:34:34: das ist alles geht ganz easy von der Hand.

00:34:37: und wievieles?

00:34:38: auf Social Media?

00:34:39: schauen wir uns das an weil wir uns mal für einen Moment entspannen.

00:34:43: Deswegen schauen wir uns auch viele tolle andere Videos an oder Bilder.

00:34:48: Das ist ein Teil dieser sozialen Medien, die einfach sagen, wir tentieren dazu etwas wo wir uns bisschen vergleichen können was wir lustig finden oder was uns aufregt.

00:35:00: Im recht viel mehr hat der Algorithmus ja nicht zu bieten.

00:35:03: und auf alle drei Dinge kippen wir mit Ansage hinein also eben auch auf das wo wir sich vergleiche können Und bei dem, wie das da treffen zwei Dinge aufeinander.

00:35:15: Was ist eine gute Frau und was is eine gute Mutter?

00:35:18: Und diese Tradwifes, also traditionelle Ehefrauen, die verkörpern, dass in einer wahnsinnig ästhetischen Glitzerwelt oder zumindest in so einer weich gezeichneten Welt... ...und diese Lebenskonzepte, die man da so sieht sind teilweise ja wie vor der industriellen Revolution, da sieht man dann so einen guseisernen Herd und eigentlich nur so leinen Kleider.

00:35:49: Aber die sind auch Fancy!

00:35:50: Die sind nicht...

00:35:51: Und sie sind vor allem immer gebögelt und fleckenfrei.

00:35:53: Das ist ganz wichtig.

00:35:56: Genau.

00:35:56: Niemand patzt sich jemals an wenn da irgendwas zubereitet wird.

00:36:00: also das ist schon sehr schön gemacht und sehr idealisiert und wie du richtig sagst, man kippt schon rein weil weil man etwas Angenehmes damit verbindet.

00:36:12: Aber gleichzeitig eben vergleichen wir uns auch damit.

00:36:15: und ich habe das ja selbst erfahren, während Covid bin ich auch in diesen Trade Wives Accounts erst mal aus langweilen oder aus zu viel Zeit die wir möglicherweise alle da hatten hineingekippt und hab dann auch angefangen zu sagen okay es ist ja vielleicht auch gut das Brot selbst zu machen und überhaupt jetzt das ganze Essen dann mal irgendwie von einer organischen und biologischen und dem selbstgemachten Seite zu sehen.

00:36:48: Und wenn man aber damit anfängt, kommt gleich der Perfektionismus dazu und da möchte man gleich alles tun und überall dem steht dass das ihre Vielzeit beansprucht weil was ein dreißig Sekunder bei Ballerina Farm ist im echten Leben zwei Tage Ja, weil von alleine wird das alles nix.

00:37:09: Weil auch das Gemüse, dass da irgendwie zuschgeschnippelt wird, das muss ja angebaut und gezogen und betreut – wie auch immer, man braucht doch noch den Garten dafür!

00:37:17: Und, und, und….

00:37:18: Das ist etwas was man eben auf Social Media dann nicht sieht.

00:37:25: Dennoch haben sich während dieser Corona-Jahre Millionen Menschen Millionen von Frauen, muss man sagen.

00:37:33: Für genau diese Inhalte immer stärker zu interessieren begonnen so dass es Treppenwitz für die Frauen, die dieser Accounts betreiben plötzlich ein wahnsinnig gutes Geschäft wurde.

00:37:45: Also ein Geschäft wo du zeigst also im Business wo du Zeichst das Frauen möglichst Zuhause sein sollen ist für die Frau die damit erfolgreich ist

00:37:54: Ich verdiene dir Geld damit Genau

00:37:56: eine Einkommensquelle.

00:37:58: Ich habe mir angeschaut die Alexia Tellerosa.

00:38:01: Also ich kann ja jetzt gar nicht so vier, fünf Accounts aufzählen, die das machen weil das ist ja manchmal für mich gar nicht zu gut zu unterscheiden ist wenn ich mir das anschaue.

00:38:10: Aber die will man angeschauen und hat achthunderttausend Followerinnen auf Instagram glaube ich auf YouTube sonst achtzig tausend.

00:38:16: also das ist schon eine ganze Menge.

00:38:19: aber was sie auch hat und das finde ihr passt ja genau rein in diese Einkommensqualität an Amazon Shop Die verkauft jetzt nicht ihre eigenen Produkte dort, sondern sie macht quasi Shopping-Lists.

00:38:30: So das was sie kauft oder was sie kaufen würde, was sie empfiehlt.

00:38:35: Das heißt es ist ja auch in diesem Fall jetzt vermutlich für Amazon auch ein ganz gutes Geschäft.

00:38:41: weil wenn Sie sagt dass es jetzt dieser Top denn finde ich super dann werden die Followerinnen von ihr auch kaufen.

00:38:48: Das ist ja eine Person, die weiß, wovon sie spricht.

00:38:50: Und wenn Sie in diesem Topf den perfekten, was ich nicht, die perfekte Supermacht, dann wird es mir in diesem topf auch gelingen.

00:38:57: Also dem hat er vielleicht ein hübsches Muster und schaut in meiner Küche auch genau so schön aus!

00:39:01: Da ist also schon eine sehr starke Kommerzionalisierung auch dahinter.

00:39:05: Ja, es ist im Prinzip das Grundmodell von Influencer-Ton zu sagen du vertraust mir als Person weil du ja glaubst, weil du ein Follower von mir bist dass wir uns kennen und dass ich deine Freundin bin.

00:39:18: Und wenn ich als Deine Freundin halt sage dieser Topf oder der Kochlöffel oder diese Skincare ist gut für mich dann ist sie auch gut für dich und dann kaufst Du's!

00:39:29: Das machen Trade Wives auch.

00:39:32: also diese Recomendation Lists mit einem Shop zu verbinden, ist natürlich super.

00:39:37: Das spart übrigens auch dieser Tread Wife das eine eigene Marketing-Kollektion erst mal erstellen zu müssen sondern sie verdient schon mal damit.

00:39:49: aber im Prinzip ich frage mich immer, ist es verwerflich und ich finde ja Es ist nicht verwerflig Mit dem Content den ich mache wenn der so gut gemacht ist, dass er dementsprechend große Reichweite erzielt.

00:40:07: Dass man das für sich auch als Business vermarktet.

00:40:10: Weil sonst könnte ich ja jeden Content-Creator sagen, dein Geschäft ist ein unseriöses Geschäft.

00:40:15: Das darf man nicht sagen und es ist okay, es ist genauso ein Geschäft wie alle anderen Es auch sind.

00:40:24: was Ich Aber problematisch finde, deswegen habe ich auch das Buch geschrieben.

00:40:29: Deswegen habe ich mich mit dieser TreadWive-Community auseinandergesetzt ist.

00:40:34: Ich glaube dass man an den richtigen Stellen auf Social Media wenn es so groß ist schon auch sagen muss dass es hier wie soll man sagen Konzepte dahinter stehen die politisch problematisch sind.

00:40:51: Und die, weil sie so schön gemacht sind vielleicht nicht im ersten Moment als solche erkannt werden.

00:40:58: und das ist im Prinzip ich will nicht sagen dass Dread Wives eine Radikalisierung sind.

00:41:02: aber alle Radikalisierungsströmungen kommen easy daher Die kommen daher als Memes.

00:41:11: Also es ist egal, ob das Islamistinnen oder Islamisten sind, ob es rechtsradikale sind und ob es Christen sind, also radikale Christen – alles ist erstmal etwas was Spaß macht, was schön ist, was Nähe erzeugt.

00:41:26: Und bei den Treadwives finde ich's eben insofern problematisch dass man Speaking of Feminism hier schon zumindest aufklären muss, dass das von politischen Strömungen mitverwendet wird um eine Agenda durchzusetzen oder zumindest anzustoßen.

00:41:51: Und da sieht man jetzt in den USA total gut schon, dass sie genau damit arbeiten und mehr als oft zeigen kann ich als Journalistin sowieso nicht.

00:41:59: Ich kann nicht sagen haltet euch fern von Social Media und schaut euch diese Accounts nicht an.

00:42:06: aber ich glaube was wir schon sagen Muss ist, nehmt euch oder setzt auch den Filter auf.

00:42:16: Den politischen Parteien auf dieser Tread Wives Bewegung gerne sehen weil dann ist es möglich eine weitere Perspektive auf das Thema einzunehmen und die ist vielleicht ein bisschen kritischer.

00:42:32: dem Ganzen dessen kann ich trotzdem super finden wenn ich selber Sauerteigbrot mache.

00:42:37: Das ist, das schon wieder kann beides gleichzeitig wahr sein.

00:42:40: Aber ich glaube diese Rolle eben die für Frauen schon so oft enttäuscht wurde.

00:42:51: Eben man kann nicht alles haben.

00:42:53: es ist schwierig mit Kindern Es ist schwierig im Beruf, es is schwierig in Patriachat, es ist schwierig im Feminismus.

00:42:59: Es ist leicht eine Rolle zu definieren wo ich ihn ruh gelassen werde Weil die nimmt mir ganz sicher kein Mann weg und sich auf diese Rolle zu fokussieren, bringt einfach für Frauen auf die lange Sicht nichts Ausschließlich Gutes.

00:43:20: Und das ist mir einfach wichtig, das ein bisschen aufzuzeigen!

00:43:26: Ich kann ja ganz viel nachvollziehen von dieser Hassel-Culture.

00:43:31: Also dieses mehr, mehr, schneller, schneller und ich muss zum Job dann habe ich dort auf Verpflichtung, da muss ich das Kind holen

00:43:37: usw.,

00:43:38: übt ihr wahnsinnig Druck aus?

00:43:40: Dass wir uns dann zurückziehen wollen auch manchmal und sagen okay, das ist mir alles zuviel!

00:43:46: Ich finde meine Freude im Häuslichen hab eben auch auf Instagram gesehen bei einer Tread Wife Influencerin, die aus einem christlichen Milieu kommt und ich glaube dieser fundamentalistisch-christliche Rahmen ist ja noch einmal ganz spezieller.

00:44:03: Die macht sehr viel Content über Kinder und wie schön das Leben ist und es ist alles harmonisch und alles super!

00:44:10: Und jetzt hat sie wieder ein Baby bekommen – ich weiß nicht, dass wir viele haben.

00:44:14: Und dann hat sie Content gemacht drüber.

00:44:17: Sie hat sich so sehr angestrengt, dass sie jetzt Gott dafür dankt, das Milchpulver nicht mehr braucht.

00:44:25: Endlich kann sie zu hundert Prozent stillen!

00:44:29: Und das hab ich schon, also das hat echt was gemacht mit mir.

00:44:32: Weil man gedacht habe wie krass!

00:44:33: Also das ist auch noch von einer Frau den Druck zu kriegen, dass sie nur dann... Ich muss mich nur anstrengen, dann klappt es schon.

00:44:41: und endlich klappt das weil das ist das wahre und das einzig Richtige.

00:44:44: Das ist schon fast ein bisschen hart.

00:44:48: Weil wir ja wissen, das geht halt einfach nicht immer und nehmen uns ein bissel den Druck.

00:44:52: und auch da nehmen wir uns bitte diese Hassel-Culture Wir müssen dem Wir müssen das erfüllen.

00:44:58: Es ist auch okay, wenn es nicht ist und wir dürfen das so

00:45:03: lassen.".

00:45:04: Ja und gerade was die Stilproblematik betrifft, ist das ja echt ein Rückschritt.

00:45:10: also ich glaube unsere Mütter haben noch ... dafür kämpfen müssen, weil damals in jedem Kreissaal Österreichs erklärt bekommen hat das Stillen ist das einzige Richtige für das Kind und wenn du nicht stillen kannst.

00:45:24: Wenn es nicht funktioniert dann ist es deine Schuld.

00:45:27: und dann kam endlich auch wissenschaftlich unterlegt dass da ist nicht so viel Unterschied.

00:45:34: also mag sein und ich will ich habe selber zum Teil gestillt und es kann schon sein und die Muttermilch ist immer das Beste.

00:45:42: Ich meine Darum nehmen wir sie auch den Kühn weg.

00:45:47: Aber es kann schon sein, dass das natürlich gut ist und von der Natur gewollt und angelegt wird.

00:45:51: Und wie auch immer aber!

00:45:52: Es haben halt nicht alle für alle Frauen... Ist das nicht möglich?

00:45:55: Es gab auch früher schon Amen weil es nicht für alle frauen immer möglich war.

00:45:59: Und jetzt zu sagen Das Stillen ist das einzig wahre und ich habe auch den Weg wie's funktioniert.

00:46:05: Ich muss nur gut genug und emsig genug beten.

00:46:10: Von vielen Seiten her ein Druck und natürlich auch eine Indoktrinierung, weil keine Ahnung.

00:46:17: Also ich weiß nicht ob der liebe Gott oder die liebe Göttin dass jetzt wirklich so am Plan hat, zu sagen okay alle die am intensivsten beten denen schenk ich den milcheinschuss und alle anderen bitte die kommen keine ahnung ins fegefeuer oder die werden in anderer art und weise im schicksal von mir bestraft.

00:46:38: das ist ich will nicht blasphemisch sein.

00:46:40: Ich bin auch eine christen aber das finde ich eine wirkliche wie soll man sagen Also eine falsche Verwendung, nein ich will ein anderes Wort finden.

00:46:56: Ich finde das ist ja fast der Anmaßung?

00:46:58: Ja genau danke!

00:46:59: Ich nehme dein Wort.

00:47:00: es ist eine Anmaessung und es ist aber genau das was jetzt ganz stark auch mit diesen Christfluenzern und die kommen in der Parallelschiene zu den Treadwives.

00:47:11: daher dass das beten auf einmal.

00:47:13: also okay dann habe ich jetzt ... ich hab' die Rolle als Frau Die bährende Frau und als unterwürfige Frau, das kommt nämlich immer gleich auch dazu.

00:47:22: Und dann habe ich – weil ja mein Leben dann ziemlich scheiße wird!

00:47:26: Dann habe ich aber die Religion und Gott.

00:47:29: Weil der ist dann der einzige mit dem ich mich auseinandersetze wenn ich da viel bete und Bibel lese... dann habe ich dort meinen Trost gefunden.

00:47:39: Das erzählen ja übrigens auch Treadwives, die es geschafft haben auszusteigen wie sie ihren ganzen Scheiß-Lebenstag und diese ganze Zeit überstehen konnten.

00:47:51: denen wurde immer gesagt okay bitte mehr mach das mehr macht das mehr und damit Frauen sozusagen Auch jede Rückfrage und jede kritische Draufsicht auf das Leben zu verunmöglichen, weil alles was nicht gut läuft schlägt die Bibel auf, tut dich damit beschäftigen.

00:48:10: Dann wird schon!

00:48:11: Und

00:48:11: vor allem du macht du das bei deinem Weg ist dir vorgezeichnet.

00:48:15: Das ist so... und jetzt kümmert du dich darum indem du noch intensiver betest?

00:48:20: Wahrscheinlich hast du es einfach nicht lang genug gemacht oder intensiv genommen.

00:48:24: Und die Christfluencer, die haben ja nicht nur den Milcheinschuss unter Garantie.

00:48:28: Sondern sie werden auch schön!

00:48:30: Also es gibt ja auch so Influencerinnen, die genau das Bibelstudium und da gibt's dort wiederum Proverbs-Thirty One.

00:48:40: Das sind Instagram taugliche Sprüche fürs Leben was man vor einigen Jahren noch belächlingt von bei der Oma am Küchen.

00:48:50: Schöne Entsprache.

00:48:51: Stehart gesehen?

00:48:52: Die werden dann genommen und werden mit Schönheit verknüpft.

00:48:56: Also wenn du nach diesen Regen lebst, und wenn du dich da nachorientierst dann kriegst du den Jesus Glow.

00:49:02: also dann hast du auch schöne Haut und bist nicht so abgeranzt wie diese ganzen Frauen die sich aufspalten zwischen Familie und Beruf und so sondern dann bist du quasi in deiner inneren Reinheit die sich auch nach außen zeigt.

00:49:16: ich meine nicht dass ich sage das muss da erstmal einfallen aber dass das heute wieder so einen großen Aufschwung erfährt, ist natürlich auch was wo man sagt okay lohnt sich vielleicht mal hinzuschauen.

00:49:32: Könnte mir vorstellen in Zeiten wie wir sie jetzt haben sehr viele Krisen, wir haben sehr sehr viele Herausforderungen auch ein bisschen verführerisch.

00:49:42: und auch dieses Wie zu Anfang ganz eingangs gesagt hat Let Your Husband Lead kann ja auch sehr verführerisch sein.

00:49:48: Das heißt, ihr gebt die Verantwortung ab.

00:49:51: Mein Mann hat die Verantwortung.

00:49:53: er wird für uns entscheiden nämlich wirklich für uns und die Kinder was richtig und was gut ist.

00:49:59: Ja und weil er ja eh schon für uns entscheidet ich habe die USA schon ein paar mal angesprochen das ist dort wirklich gerade eine ongoing Diskussion.

00:50:11: einige aus der Trump-Administrate sind ja Radikale, Evangelikale.

00:50:19: Also eben auch Christen sowie der Vize-Präsident, Jady Vance aber auch Pete Hexes.

00:50:26: und es gibt unterschiedliche evangelikale Strömungen in den USA und da gibt's drunter welche die sind okay oder sind ausgeglichen oder wie sagen wir gemäßigt?

00:50:37: Und dann gibt's aber auch welche die wirklich radikal sind.

00:50:40: unter anderem gibt's da die Church of Moscow.

00:50:46: Chef davon, der Vater.

00:50:49: Der wiederum ist so im Sinne von der Mann entscheidet für die Frau dass er auch.

00:50:55: da gibt es aus dem Jahr zwanzig-fünfundzwanzig eine sehr beeindruckende CNN Reportage wo dessen Kirche halt in einer Recherche halt vorkam eher auch vorkamen und dort auch gesprochen wurde noch mit anderen Patern.

00:51:12: und was auch darum ging wie ist jetzt die Rolle der Frau?

00:51:16: Die meinten dann, naja die Rolle der Frau ist schon so eben diese Unterwürfige und lädt ihr Husband Lied.

00:51:23: Und das sollte sich eigentlich auch aus Wahlrecht auswirken, dass es eben eigentlich ausreicht wenn der Haushaltsvorstand, der ja im Prinzip auch den Grip hat... dass überhaupt politische Entscheidungen zu treffen, weil die Frau hat sich ja so auf Kinder und das Ganze fokussiert.

00:51:42: Die hat ja keinen Überblick über politische Entscheidungsfähigkeit.

00:51:45: Das sollte dann der Mann

00:51:46: machen.".

00:51:47: Und jetzt könnte man sagen – das ist irgendwie die Einzelneinung von irgendeinem versprengten, radikalen Evangelikalien.

00:51:55: aber Pete Hexes Der aktuelle Verteidigungs- oder Kriegsminister hat diesen Post dann schon geteilt auch bei sich auf X und Pete Hexes ist auch derjenige, der genau mit diesem Pfarrer für das Verteiligungsministerium jetzt jedes jeden Monat plötzlich so Gebetstunden im Militär eingeführt hat.

00:52:16: Also da stehen sie dann alle wirklich wie eine Sekte – ich muss das so sagen weil es genauso ausschaut – und bitten den lieben Gott ihnen zu helfen, die richtigen Kriege zu führen.

00:52:27: Also nicht keine Kriege zuführen sondern der Krieg ist dann auch von Gott gegeben und da können sie auch nichts dafür.

00:52:36: Das ist so ähnlich wie der Milcheinschuss man hat halt gebetet, da hat man den Krieg bekommen.

00:52:39: das ist auch alles in Ordnung.

00:52:41: ich weiß dass klingt jetzt alles ein bisschen zynisch aber ich glaube man muss es schon so runter deklinieren um irgendwie zu verstehen dass das halt nicht nur irgendeine kleine Spielerei ist sondern dass das schon einen Plan hinter sich hat.

00:52:56: Jedy Vance spricht auch von der Christian Nation und diese Christian Nation, die hat wieder mit Kindern zu tun, mit weißen Kindern zu tun, die wir nur kriegen wenn diese Frauen endlich Zuhause bleiben und wieder viele weiße Kinder kriegen.

00:53:11: Jetzt kann man sagen, das ist die Politik und wir haben also ein bisschen die Tendenz.

00:53:16: Wir schauen auf Amerika und belächeln das gerade so ein bisschen machen uns manchmal lustig auch über was passiert dort in der Politik.

00:53:24: Das hat aber auch sehr viel Einfluss auf uns jetzt nicht nur politisch, sondern da gibt es ja ganz starke Überschneidungen zu den Tech Bros.

00:53:30: Es gibt einen Grund warum die sehr zueinander finden aktuell.

00:53:38: finanzielle Gründe.

00:53:39: Aber da gibt es auch sehr viele Überschneidungen, wenn es um diese Ideologie geht und in Österreich kennt man den Namen Peter Thiel sehr gut aber auch wenn man sich anhört was der erzählt wie er sich die Welt vorstellt und wie sie sein sollte.

00:53:52: das haben wir auch ganz stark in diesem Thema.

00:53:55: also das ist jetzt nichts wo wir sagen können gut das passiert jetzt drüben es weit weg.

00:53:59: bei uns ist alles anders und es gibt ja nicht nur amerikanische Drive Rives.

00:54:06: Es gibt zum Beispiel Malischka im deutschsprachigen Raum, da haben wir mal eine Dokumentation gesehen mit ihr und die habe ich mir jetzt noch einmal angeschaut.

00:54:13: Die hat ja auch ein Buch geschrieben und die verkauft dieses Buch.

00:54:16: und in diesem Buch wird ganz klassisch neben Pflegetipps wie schaffe ich es schön zu sein?

00:54:22: Wie schaffe Ich es seine reine Haut so haben?

00:54:24: Auch über die Biologie des Mannes geschrieben.

00:54:28: Warum verhält sich ein Mann, wie er sich verhält?

00:54:31: weil das ist Gott gegeben, ich glaube sie nennt es nicht Gott gegeben aber das ist ja so.

00:54:35: Weil Männer und Frauen sind unterschiedlich und das muss auch so sein und das ist auch sein natürlicher Anspruch.

00:54:43: eher übernimmt die Führung weil er ist halt ein Mann!

00:54:46: Das is jetzt einfach so...

00:54:47: Wie begründet Sie das?

00:54:49: Ich hab das Buch ehrlicherweise noch gar nicht gelesen steht aber auf meiner Liste.

00:54:53: was interessiert mich tatsächlich wie sich das begründete.

00:54:55: Ich find's ja schon vermessen zu sagen als jemand der wirklich überhaupt keine wissenschaftliche Ausbildung hat, also weder Biologin ist noch Soziologin noch Anthropologin was auch immer über die Biologie eines Menschen zu sprechen.

00:55:12: Wie komme ich dazu?

00:55:14: Das kann ich ja niemals argumentieren aber offensichtlich.

00:55:19: Ist das eine Erzählung, die man sehr gern hören möchte?

00:55:24: Die Erzählungen hat natürlich auch etwas.

00:55:28: Ich habe bei den, als wir über die Transpersonen geredet haben ja schon über physionomische Unterschiede gesprochen und es wird jetzt niemanden überraschen das Männer- und Frauen anders ausschauen.

00:55:43: Dass sie eine unterschiedliche Masse an Muskelmasse aufbringen und entwickeln dass die andere Vorteile jeweils haben je nach biologischem Geschlecht.

00:55:57: Es ist nur so, dass es – das habe ich unlangs mit einem Hirnforscher besprochen und total lachen müssen – selbst in der Unteranführungszeichensteinzeit, wo es von dort kommt ja die Männer jagen und die Frauen hüten das Feuer und das ist natürliche Aufteilung.

00:56:17: Deswegen sind die Männer auch so stark und deswegen sind sie auch in Führung.

00:56:19: Das ist eine Ableitung dieses Gedanken, dass die ständig mit dem Bison nach Hause gekommen sind.

00:56:25: Das Ding ist, die sind die meiste Zeit mit keinem Bison nach Hause gekommen.

00:56:29: Weil die meeste Zeit hat das nicht geklappt mit diesem Jagen.

00:56:32: Deswegen haben auch die Steinzeitmenschen die meisten Zeit.

00:56:35: die Beeren und ihre ganzen gesammelten Dinge also die Grundversorgung haben die Frauen sichergestellt weil... Und das war halt die Aufteilung!

00:56:45: Das waren die Auffteilungen zwischen den beiden Geschlechtern und deswegen ist es total bowiddle ob irgendjemand stärker oder nicht stärker.

00:56:54: Es gibt egalitäre Gesellschaften, die sind vor den Patriarchaten entstanden.

00:57:01: Da waren die Geschlechter tatsächlich fair aufgeteilt also die Geschlächtswertigkeiten fair aufgedeilt.

00:57:07: das sieht man anhand der Grabbeigaben dass es da keinen Unterschied gab zwischen... Das ist ein Mann, der ist anscheinend ein Lieder und das ist eine Frau, die ist nur bei Werk sondern es war eben egalitär.

00:57:21: Und deswegen ist es zwar lustig, dass wir uns immer noch diese Geschichte erzählen.

00:57:25: Das weil ein Mann ja stärker ist was de facto wahr ist aber das er deswegen alle Führungspositionen in einem Leben egal ob in der Familie oder in der Arbeitswelt whatever übernehmen muss, weil nur der das kann.

00:57:46: Das ist einfach eine falsche Erzählung die aber natürlich wunderbar funktioniert und im christlichen Kontext noch viel besser funktioniert, weil man ja die oberste Hierarchie-Instanz, die kann ja niemals sagen dass es doch nicht so ist.

00:58:07: Weil wie wir wissen hat noch niemand... ich mein Das ist jetzt wirklich schon blasphemisch, ich muss aufpassen dass mir die kleine Zeitung nicht rausschmeißt.

00:58:16: Aber es hat noch nie jemand mit dem lieben Gott persönlich gesprochen und ausverhandelt.

00:58:20: findest du das jetzt gut oder nicht?

00:58:22: wie wir dein Werk verhandeln seit zweitausend Jahren?

00:58:27: Ich glaube das ist völlig in Ordnung des sozusagen auch die katholische Kirche kann das verstehen, dass wir noch nie mit ihm gesprochen

00:58:34: haben oder ihr.

00:58:35: Sonst weiß ich es nicht und ich...

00:58:37: Wir sind dankbar über Informationen die wir jetzt noch nicht haben.

00:58:41: also wenn das so ist dann erzählst du sonst finde ich voll gut!

00:58:45: Das ist ja auch etwas was die Bettina Ludwig sagt in der Kalahari-Wöste forscht mit einer der letzten Jäger und Sammlergesellschaften und sie sagt natürlich gibt's da einen Unterschied.

00:58:56: aber Also, da gibt es keine Wertigkeit dahinter.

00:59:00: Die einen jagen die anderen sammeln und beides ist gleich viel wert.

00:59:03: also nur wir tun uns halt so schwer das anzuerkennen weil wir es einfach so lange anders gehört haben oder anders gelernt hat.

00:59:10: jetzt zum schluss würde ich dir gern fragen wie schafft man das bei dieser ganzen fülle an Informationen?

00:59:18: Wirklich glaube ich nur ein Bruchteil besprochen von den Dingen, über die wir reden könnten.

00:59:23: Aber trotzdem war das schon sehr viel!

00:59:25: Wie schafft man es vor allem als Frau nicht zynisch zu werden?

00:59:29: Ein bisschen bin ich es eh, wie man vielleicht gehört hat... Nein, ich habe vor langer Zeit beschlossen, nicht zynyst zu sein weil ich einen viel zu lebensbejarender und lieber lustiger Mensch bin.

00:59:46: Und ich finde, ich helfe mir oft mit Selbstironie und überhaupt mit Ironie oder überhaupt mit Comedy.

00:59:52: Ich empfehle auch alle, allen die dazuhören sich wirklich auf die Suche zu machen nach guten Comedians.

01:00:02: Diese Übersetzung auch wirklich drüber lachen zu können lässt einen nicht die Tragik verlieren, aber natürlich ist es wie ein gutes Vehikel.

01:00:12: Nichts zu verzweifeln weil Tunismus macht aus meiner Sicht nichts besser.

01:00:17: ich glaube dass wir ganz viele Themen am Tisch haben die wir nicht liegen lassen dürfen und wo man dran bleiben muss.

01:00:24: und ich glaube wenn man ständig frustriert wird von der eigenen Erfolglosigkeit dann dann ist man auch nicht gut in der Kommunikation und irgendjemandem davon zu begeistern.

01:00:35: Ich glaube es ist schon wichtig, dass es auch etwas zu Gewinn gibt unter Anführungszeichen und ich finde über viele Dinge kann man auch lachen und man muss nicht alles so ernst nehmen und kann gleichzeitig sehr ernsthaft auf Themen trotzdem drauf schauen.

01:00:53: also ich bin Zynismus auf!

01:00:57: Normalerweise frage ich jetzt immer, was macht dich zuversichtlich?

01:01:01: Ich habe das Gefühl du bist trotz aller Themen über die wir gesprochen haben und mit denen du dich auch beschäftigst ein sehr zuversichtlicher Mensch.

01:01:08: Hab ich das richtig interpretiert?

01:01:17: Eingeschränktes Bild auf die Welt ist, dass wir uns machen.

01:01:21: Dass wir auch konsumieren.

01:01:23: Ich nehme uns als Medien da überhaupt nicht aus was wir präsentieren.

01:01:27: ich glaube es gibt so viele so engagierte Menschen die so gern zusammenarbeiten die so viel Spaß und Freude und auch Erfüllung haben in Dinge gut zu machen besser zu machen.

01:01:40: Ich finde Kooperation ist etwas das uns Menschen so stark ausmacht.

01:01:47: Kann ich nur zuversichtlich sein?

01:01:50: Und vielleicht gehört zur Zuversicht dazu, dass man sich nicht immer alle dystopischen Fantasien zur gleichen Zeit macht.

01:02:00: Weil wir natürlich nur begrenzte Kapazitäten in uns haben und ich glaube das die Zufersicht der gute Blick in die Zukunft es uns schon ein Stück weit leichter macht.

01:02:13: Vielen Dank!

01:02:15: Genau mit diesen Worten bedanke ich mich wirklich für dieses superinteressante und schöne Gespräch.

01:02:20: Ich möchte ergänzen, dass es mich wahnsinnig zuversichtlich macht das wir hier sitzen können über diese Themen sprechen können.

01:02:29: Es uns keiner verbietet darüber zu sprechen.

01:02:31: Das macht mir schon mal sehr glücklich Und zu wissen Wir gehen jetzt lachend hinaus!

01:02:45: gute Sachen bereden können, wir haben eine gute Zeit gehabt und ich hoffe wirklich diese gute Zeit die können wir euch mitgeben.

01:02:51: Und ihr könnt da auch was mitnehmen.

01:02:54: nicht nur Informationen sondern auch das Wissen dass es ganz viele Frauen da draußen gibt nicht nur Frauen aber vor allem auch Frauen die sehr daran interessiert sind einfach Das Leben für uns einfach in Summe noch besser zu machen, als es ist und bedanke mich fürs Zuhören.

01:03:08: Bedanke ich mich fürs zusehen.

01:03:10: Lasse das Buch von der Barbara Haas in den Show Notes natürlich da.

01:03:13: Lässt ihr's?

01:03:14: Ich finde die ist auch sprachlich wirklich super gut geschrieben.

01:03:16: Man merkt, dass sie Journalistin ist!

01:03:18: Und freue mich auf nächste Woche auf ein Wiedersehen, wiederhören – und gibt's die Folge

01:03:24: weiter?!

01:03:24: Gebt's usw.

01:03:26: informiert andere Frauen, lasst Frauen teilhaben daran dass es da Bewegung gibt!

01:03:30: Wir sind eine Bewegung wir wollen ein Ziel und nur gemeinsam können wir das schaffen.

01:03:35: in diesem Sinne vielen Dank Barbarays hat mich wirklich außerordentlich gefreut.

01:03:39: Vielen Dank Danke schön auch danke für deine Arbeit.

01:03:41: dass du das machst ist super wichtig.

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