Zornig statt organisiert: Warum das System für Eltern oft nicht reicht - Folge 7
Shownotes
Manchmal beginnt der Zorn schon um 7 Uhr morgens. In dieser Folge teile ich, Host Christa Kloibhofer-Krampl, einen sehr persönlichen und ungeschönten Einblick in ihren Alltag als vollzeitbeschäftigte Mutter. Auslöser ist ein Morgen voller Stress, vergessener Schulhefte und der körperlich spürbaren Überforderung, die entsteht, wenn man versucht, in allen Lebensbereichen 100 % zu geben.
Wir reden viel über den Gender Pension Gap und die wirtschaftliche Notwendigkeit, dass Frauen mehr arbeiten – aber wer redet darüber, was das für die Kinder und die mentale Gesundheit der Eltern bedeutet? Eine Folge über den Spagat zwischen Erwerbsarbeit, Familienleben und dem Gefühl, überall nur „halb“ präsent zu sein.
In dieser Folge erfährst du:
- Realitätscheck am Morgen: Warum ein vergessenes Hausaufgabenheft das Fass zum Überlaufen bringen kann.
- Der Gender Pension Gap: Warum Vollzeit für Frauen wichtig ist, um Altersarmut zu vermeiden, und warum die Umsetzung im Alltag dennoch oft scheitert.
- Die Last der Doppelbelastung: Warum Christa zornig darüber ist, dass Eltern (und oft speziell Mütter) ständig gehetzt sind.
- Wo bleibt die Zuversicht? Ein Blick auf positive Entwicklungen bei der Väterkarenz und die Hoffnung auf neue gesellschaftliche Modelle.
Dein Impuls für diese Woche: Wie geht es dir mit der Vereinbarkeit? Hast du Strategien gefunden, wie du dem Hamsterrad entkommst, oder gibt es Ideen, was wir im Kleinen verändern können, um Eltern zu entlasten? Schick uns deine Gedanken und lass uns gemeinsam Lösungen finden, die ich gerne in einer kommenden Folge teilen möchte.
Links & Ressourcen:
Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Positives Denken: Gute Laune auf Befehl | DIE ZEIT
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Transkript anzeigen
00:00:10: Ja hallo, zu Zuhören und Zuversicht.
00:00:13: Mein Name ist Christa Klauphofer Krampel.
00:00:15: ich bin der Host dieses Podcasts und normalerweise würde ich jetzt da sitzen und wieder ein bisschen erklären über welches Thema ich heute sprechen möchte.
00:00:23: Jetzt musste ich meinen Plan ein bisschen über den Haufen schmeißen einfach deshalb weil ich heute in der Früh schon richtig mächtig zornig war und tatsächlich voll überfordert.
00:00:35: Sprechen wollen hätte ich gerne heute über das Thema Gendergerechtigkeit.
00:00:42: Da wären viele Aspekte über Gewalt an Frauen drinnen gewesen, auch einige Zahlen.
00:00:47: Ich gehe jetzt nicht ganz weit weg von dem Thema aber was mir heute in der Früh passiert ist, ich habe sehr körperlich gefühlt was es heißt in unserer Gesellschaft als Frau und das Mutter zu funktionieren Und zwar, ich bin seit sieben in der Früh am Arbeiten.
00:01:02: Ich wusste, ich muss um neun spätestens weg weil ich zu einem Termin zu diesem Aufnahmetermin muss Und habe in der Früh versucht, alles was ich für die Arbeit brauche einfach nur schnell zu erledigen.
00:01:14: Ich muss dazu sagen mein Sohn war um sieben schon außer Haus.
00:01:17: Das hat meinen Mann heute alles übernommen.
00:01:19: das hat wunderbar funktioniert und trotzdem habe ich zwei Stunden richtig reinkackelt und dann ist es dann wirklich sehr anstrengend und sehr stressig geworden.
00:01:30: Ich wusste ich muss um neun aber noch schnell zum Libro.
00:01:33: Das habe ja ganz vergessen.
00:01:34: warum muss ich noch schnell etwas einkaufen?
00:01:36: weil mein Sohneschulsachen braucht.
00:01:38: Der braucht ein neues Hälfte.
00:01:39: Das haben wir am Samstag schon vergessen und er braucht es aber morgen, weil morgen hat er diese Stunde.
00:01:43: der Uhu ist leer und auch Tintenpatronen fehlen.
00:01:46: Und wenn Tintin Patronen fehlten was nehmen wir dann auch noch mit den Tintenkiller?
00:01:50: Dann bin ich eh schon mit Verspätung von zu Hause weg.
00:01:53: Bin volle Kanone meinem Fahrrad in die Stadt gefahren habe die Sachen schnell erledigt und bin jetzt ins Studio.
00:02:00: Ich hab gemerkt körperlich was das macht mit mir.
00:02:04: also Ich habe begonnen, schneller zu atmen.
00:02:07: Ich habe verstanden plötzlich meine Gedanken.
00:02:11: Ich kann sie nicht mehr zu Ende denken.
00:02:12: Ich komme in einen Stress rein aus dem ich mich gerade selber überhaupt nicht rausholen kann.
00:02:17: und warum erzähle ich das?
00:02:19: Weil ich glaube dass wir eine sehr viel ärdlichere Diskussion darüber brauchen wie wir in dieser Gesellschaft nicht nur arbeiten können sondern auch ein Gutes, wertvolles Familienleben haben können und wie wir es schaffen als Eltern.
00:02:36: Und jetzt in meinem Fall ganz bewusst das Mutter beides so zu vereinen dass sich alles ausgeht.
00:02:42: Ich arbeite vierzig Stunden die Woche.
00:02:44: ich habe einen Vollzeitjob seit jetzt wieder ein paar Jahren.
00:02:47: dazwischen war sehr lange Teilzeit weil Trotz Kinderbetreuung, die wir schon haben seit unserer Sohn ich glaube zehn Monate alt ist.
00:02:57: Ist es sie einfach nie anders ausgangen und diese Diskussion kommt mir aktuell ein bisschen zu kurz.
00:03:02: Wir reden darüber Frauen in Vollzeitbeschäftigung zu bringen.
00:03:05: Ja, bin ich voll dabei vor allem wenn ich mir die Zahlen anschaue.
00:03:09: um diesen Genderpension Gap geht zum Beispiel.
00:03:13: Das heißt was Frauen weniger bekommen in der Pension als Männer und das hat nicht damit zu tun dass sie weniger arbeiten, weniger lang an Jahren arbeiten sondern dass sie einfach nicht so viel einzahlen ins Pensionskonto.
00:03:25: Was logisch ist wenn ich immer nur Teilzeit arbeiten kann oder sehr lange Teilzeitarbeiten kann Und gleichzeitig fehlt mir die Diskussion, was brauchen wir denn eigentlich damit wir auch unseren Kindern gerecht werden?
00:03:41: Wie geht es unseren Kindern damit wenn die Eltern die ganze Zeit nur gehetzt sind.
00:03:44: Wenn unsere Kinder die ganze zeit von A nach B laufen und dann weiter zu C. Und wenn sie da sind, dann habe ich nur mit einem halben Ohr gerade Zeit weil auf der anderen Seite muss man vielleicht noch drei Mails schreiben.
00:03:56: Die muss ich ganz dringend schreiben, weil morgen passiert irgendwas ganz Wichtiges Und es eigentlich seit unser Sohn auf der Welt ist und er ist jetzt nicht mehr ganz klein, er ist schon elf.
00:04:06: Habe sehr oft das Gefühl ich bin überall nur halb!
00:04:11: Und dieses Thema macht mich wirklich, wirklich zornig.
00:04:16: Ich habe schon mir jetzt auch bei der Herrfahrt überlegt gibt's irgendein was mit dann wieder zuversichtlich macht?
00:04:22: Und langsam... Ich habe das Gefühl, langsam gibt es Bewegungen, langsam passieren Dinge.
00:04:30: Wenn ich in meinen bekannten Kreisfreundeskreis schaue, sehe immer mehr Männer die auch in Karenz gehen.
00:04:37: Die Zahlen in Österreich und die Stimmen sind bei ca.
00:04:40: zwanzig Prozent.
00:04:44: Das ist was!
00:04:46: Sie gehen nicht so lange in Querenz wie Frauen und sie bleiben nicht so lang.
00:04:50: Und ganz oft ist das auch eine finanzielle Entscheidung, warum sie es einfach nicht tun.
00:04:55: Ich kann das nachvollziehen, Kinder sind teuer aber es bewegt sich was.
00:05:00: Was ich mir jetzt wünsche und was ich mir von euch wünsche, von allen die zuhören und die zuschauen ist vielleicht auch ein bisschen reflektierter damit umzugehen, was brauchen denn die Eltern im Umfeld?
00:05:14: Was wäre eine gute Situation für uns alle?
00:05:17: Und wenn ihr mir einen Riesengefallen tun wollt, dann... Schickt's mal Ideen, was wir tun könnten.
00:05:23: Was könnten wir im Kleinen machen?
00:05:26: Und ich würde diese Ideen auch tatsächlich voll gern in einer anderen Folge dann einmal teilen.
00:05:31: und in dem Sinn werde ich mich jetzt mit meiner gerade da seienden Überforderung in den Tag verabschieden und wünsche euch einen guten... Ich hoffe ihr habt das einfach ein bisschen entspannter gehabt als ich heute.
00:06:05: Deine Podcastagentur.
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